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Was machen eigentlich unsere Wasservögel, wenn die Seen und Teiche in den ersten frostigen Nächten zufrieren?

Enten, Gänse und Schwäne ernähren sich hauptsächlich von Wasserpflanzen, die sie vom Gewässergrund holen oder an den Uferrändern finden. Schwäne können mit ihren langen Hälsen den Grund besonders gut erreichen. Wasserinsekten gehören zu ihrem Speiseplan, sie ernähren sich auch von kleineren Fischen und Amphibien. Im Winter wird ihre Ernährungslage schwieriger: die Gewässer frieren zu und an den Uferrändern finden die Wasservögel häufig nur noch welke Pflanzen. Sobald es friert, schieben die Schwäne mit ihrer Brust und den Flügeln das dünne Eis beiseite. So bahnen sie sich mühsam einen eisfreien Kanal durch den See. Die wenigen tieferen und eisfreien Wasserflächen beherbergen dann eine große Anzahl an Schwänen, bis sie nach und nach abziehen. Schwäne fliegen nicht gern, aber wenn ihr See zufriert, müssen sie auf eisfreie Gewässer ausweichen. Dies sind meist sehr tiefe Seen wie der Bodensee, der nicht so schnell zufriert oder Fließgewässer wie die Donau und ihre eisfreien Nebenarme. Die Schwäne siedeln dann im Familienverbund mit ihren halberwachsenen Jungen in das Winterquartier über. Dort bleiben sie in den kalten Monaten, bis sie im Vorfrühling an ihren See zurück kehren und ihre Reviere neu einteilen. Die jungen Schwäne schließen sich dann mit anderen Jungschwänen zu einer Gruppe zusammen, oft noch ohne festem Revier. Sie werden erst in den nächsten Jahren eines erobern, wenn sie eine feste Schwanenpartnerin haben und mit ihr Junge großziehen. So werden unsere Gewässer immer stiller und auch die Vogelbeobachter zieht es dann zu den Winterquartieren der Wasservögel.

 

Text und Foto: Bettina Fieber

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