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Rosen sind ein beliebtes Motiv in der Bildenden Kunst aber auch in der Literatur. In der Lyrik werden sie gerne bemüht aber auch im Märchen spielen sie eine Rolle.

 

Ein Blick in mein Poesie-Album aus den sechziger Jahren lässt keinen Zweifel aufkommen. Rosen in Form von mit glitzerverzierten Klebebildchen erfreuten sich ebenso großer Beliebtheit wie Verse, die Rosen zum Thema hatte. Dem Feminismus sei gedankt, dass wir über manche lyrischen Ergüsse nur noch herzhaft lachen können. Etwa: „O wandle stets auf Rosen, auf immer grüner Au, bis einer kommt in Hosen und holt dich heim zur Frau.“ Oder noch vielversprechender: “Vor der Hochzeit kriegst Du Rosen, nach der Hochzeit stopfst Du Hosen“.

Schon früh befassten sich Dichter mit der edlen Pflanze:
Die Rose ist ohne Warum. Sie blühet, weil sie blühet. Sie achtet nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet.
Angelus Silesius (1624-1677) – religiöser Dichter des deutschen Barocks

Die Rose blüht, und lacht vor andern Rosen, mit solcher Huld und Liebesmildigkeit, daß gern mein Sinn sich zu der Pflicht erbeut, mit andern Blumen nie mehr zu liebkosen, weil alle Liebe, die erglüht, aus dir, du Rose blüht. 
Clemens von Brentano (1778-1842)

Wie zu vermuten widmete sich auch Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) der Pflanze:
Rosen, ihr blendenden, Balsam versendenden! Flatternde, schwebende, Heimlich belebende, Zweigleinbeflügelte, Knospenentsiegelte, Eilet zu blühen!
Die Rose wird in vielen Ländern verehrt, auch in Zentralasien, ihrer ursprünglichen Heimat. Zunächst in Persien kultiviert, fand sie ihren Weg nach China. Konfuzius überlieferte bereits im fünften vorchristlichen Jahrhundert die Existenz von Rosenpflanzungen in den kaiserlichen Gärten von Peking.

Das Buch ist wie eine Rose, beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz.
Persisches Sprichwort

Mehr als 30.000 Rosensorten gibt es heutzutage. Die Auszeichnung „Königin der Blumen“ bekam die Rose von der griechischen Dichterin Sappho im Jahre 600 v. Chr.
Zentralasien wird als die ursprüngliche Heimat der Rose angesehen, von dort kommen die frühesten Funde. Die älteste bildliche Darstellung, nämlich Rosen in ornamentaler Form, stammt aus dem Haus der Fresken nahe Knossos auf Kreta, wo das berühmte „Fresko mit dem blauen Vogel“ zu sehen ist, das etwa vor 3.500 Jahren geschaffen wurde. Die Wildrose kam ursprünglich nur auf der nördlichen Erdhalbkugel vor.

 

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Blutrote Rosen
Erst vergleichsweise spät wurde der Rose auch unter Christen eine positive Symbolik zugedacht: Seit dem 11. Jahrhundert ist der Rosenkranz bekannt. Die Gebetsübung erinnert an den besonderen Stellenwert der Blume im christlichen Glauben. Im Hochmittelalter (13. Jh.) wird in Frankreich der „Roman de la Rose“ publiziert, eine berühmte Liebesgeschichte, in der die Rose Zeichen des Weiblichen, der Liebe und des wahren Gefühls ist. Damals beschrieb auch Albertus Magnus in seinen Schriften die Rosenarten Weiße Rose, Weinrose, Feldrose und Hundsrose. Er glaubte, dass alle Rosen vor dem Tode Jesu weiß gewesen seien und sich erst durch das Blut Christi rot gefärbt hätten. Die fünf Blütenblätter der gewöhnlichen Rose versinnbildlichten demnach die fünf Wundmale Christi.
Die Rose wird umrankt von Mythen und Sagen. Symbolträchtig hat sie den Menschen in ihrer Kulturgeschichte begleitet. In der abendländischen Malerei spiegelt sie sich erstmals in der Gestaltung von Fresken wider. 1474 malte Martin Schongauers Maria im Rosenhang.
Gertrude Stein notierte in ihrem Gedicht Sacred Emily 1913: Eine ‚Rose ist eine Rose ist eine Rose‘. Für die amerikanische Schriftstellerin drückte der Satz wohl aus, dass der Name einer Sache deren Bild und die damit verbundenen Gefühle verkörpert.
Märchen, in denen Rose Haupt- oder Nebenrollen spielen gibt es viele. Von den Gebrüdern Grimm Dornröschen sowie Schneeweißchen und Rosenrot . Von Hans Christin Andersen Die Schnecke und der Rosenstock sowie Die schönste Rose der Welt oder Der Rosenelf. Clemens Brentano schrieb Das Märchen von Rosenblättchen, Oscar Wilde Die Nachtigall und die Rose.

Kriegerische Rosen
Im Zusammenhang mit Zerwürfnissen bei Ehescheidungen spricht man mitunter vom „Rosenkrieg“. Dies hat seine Wurzeln im englischen Erbfolgekrieg zwischen 1455 und 1485. Das blutige Gemetzel tobte zwischen dem Geschlecht der Lancaster (deren Symbol die weiße Rose war) und dem Hause York (Symbol rote Rose). Nachdem beide Kräfte sich erschöpft hatten, freute sich ein Dritter: Die Tudors ergriffen die Macht. Heinrich der VII. wurde 1485 zum englischen König gekrönt. Eine seiner ersten symbolhaften Handlungen war die Vereinigung der weißen mit der roten Rose zur Tudorrose.
Von den über zweihundert deutschen Schlagern, die Rosen im Titel haben, sei hier nicht die Rede. Bemerkenswert ist vielleicht, dass die sonst nicht so für romantische Regungen bekannte Angela Merkel zu ihrer Verabschiedung Hildegard Knef rote Rosen regnen ließ.

 

Text und Fotos: Andrea Reck

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