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Bad Waldsee - Es sei ihm irgendwann auf die Nerven gegangen, dass die Fotografie sich immer mehr von der Digitaltechnik jagen lässt. „Es muss noch etwas anderes geben als Technik und Geschwindigkeit“, erklärt Christoph Hepperle und geht seinen eigenen Weg. Der gelernte Fotograf bezeichnet es als „malen mit der Kamera“.

Christoph HepperleEs sind betörende Aufnahmen zwischen Foto und Gemälde, die der „Stadtfotograf von Ravensburg“ – den Titel gibt es wirklich – in seiner Freizeit kreiert. Seine Motive sind Pflanzen, gerne Blumen, vor denen er sich hinhockt oder hinlegt, den Hintergrund sorgfältig ausgewählt, wartet er auf das exakt richtige Licht, um mit einer Digitalkamera und verschiedenen musealen Objektiven das Foto des Tages zu machen. Mehr gelingt meistens nicht, aber das genügt.
Es ist Handwerk, sagt der Fotograf. Es ist Kunst, sagt der Betrachter. Es ist auf jeden Fall faszinierend, was entsteht, wenn Hightech, die Kamera, mit Oldtimer, das Objektiv, eine Funktionsgemeinschaft bilden, die eigentlich nicht funktionieren kann. Objektive, die 50 Jahre und noch älter sind, montiert Hepperle mit diffizilen Adaptern an seine Digitalkamera und versucht mit „Offenblendefotografie“ ein Arrangement, das ein Objekt punktgenau scharf zeichnet und das nicht minder wichtige Drumrum unscharf verfremdet. Das erinnert an Makrofotografie und ist doch sehr viel mehr.
Die Zwittertechnik ist anspruchsvoll und zwingt den in Bad Waldsee wohnhaften und im Kulturamt der Stadt Ravensburg arbeitenden 60-Jährigen zur Geduld. Sein Erfolgsrezept: „üben, üben, üben“. Für ihn ist es das Ende der Jagd nach immer mehr und schneller, denn das „Malen mit der Kamera“ ist die Kunst der Erholung.
Weitere Infos und Fotos: www.manawafoto.de 

Autor: Roland Reck

 

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