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Umstandskleidung unterliegt, wie jede andere Kleidung auch, der Mode. Die Trends wechselten stark im Lauf der Jahrzehnte. Bauchfrei mit Bauch geht heute auch…

 Ohne Frage ist es werdenden Müttern das größte Anliegen, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Vielen ahnen (oder wissen, wenn sie schon Kinder haben), dass nach der Geburt sehr viel Arbeit auf sie zukommt, Schlafmangel ihr ständiger Begleiter sein wird. Aber ein wenig freuen sie sich auch, in absehbarer Zeit wieder Hosen ohne Gummizug tragen zu können und, dass zeltähnliche Kleidungsstücke passé sind. Wobei, zeltähnlich war mal. In Zeiten als Frauen verschämt davon sprachen „in anderen Umständen“ zu sein, in den Fünfziger- und Sechzigerjahren. Den Bauch konnte man dank Umstandsmode oft nur erahnen.
Ich erinnere mich während der Schwangerschafti in den Achtzigern vor allem superweite Sweatshirts getragen zu haben. Heute ist zu beobachtn, dass manche Schwangere ganz bewusst ihren Bauch betonen durch bequeme Stretch-Stoffe. Hin und wieder erfährt der Begriff „bauchfrei“ auch neue Bedeutung. Wenn die nackte Kugel sich zwischen Hose und kurzem T-Shirt ein Stück an die frische Luft schiebt. Wollten frühere Generationen den Bauch gerne verstecken, tragen ihn viele Frauen heute stolz zur Schau. Sie verzichten oft auf spezielle Umstandskleider und zweckentfremden phantasievoll dehnbare Stoffe. Sicher hat der Feminismus dazu beigetragen.
Weit fallende Hemdblusenkleider und Hängerkleidchen kaschierten in den Sechzigern den Bauch, in den Siebzigern leisteten weite Latzhosen gute Dienste. In den 80er Jahren machte es der Schlabberlook Schwangeren einfach, ihren Umfang mit langen Pullovern und weiten Hemden zu bedecken. Heute sind Kleidungsstücke für werdende Mütter figurbetonter, frischer und bunter. Wobei viele, die zwar keine Befürworter der früher modischen Hängerchen sind, das zur Schau stellen der Bäuche in hautengen T-Shirts auch nicht nachvollziehen können. Die ihren Babybauch keineswegs verstecken, ihn aber nicht unbedingt betonen wollen. Und dem Vorbild schwangerer Promis nicht folgen, die sich im neunten Monat im Bikini fotografieren lassen.
Während der Schwangerschaft erfährt der Körper enorme Veränderungen an den Hüften, dem Bauch und der Brust, neue Hüllen müssen her. Die Brüste werden größer und schwerer und passen nicht mehr in den gewohnten Büstenhalter. Bustiers und BH’s mit Stillfunktion lassen sich auch nach der Geburt nutzen.
Umstandsmode muss heute nichts mehr verdecken, sie darf die neuen Rundungen betonen. Dazu gehören spezielle Hosen, Röcke mit elastischem Taillenbund, Schwangerschaftsblusen, elastische T-Shirts, weite Unterwäsche, Pullis aus Stretch-Wolle. Die Teile sehen nicht mehr unförmig und sackartig aus sondern chic und bequem.
Viele Schwangere geben Freundinnen nach der Geburt schöne Sachen weiter oder tauschen Kleidungsstücke aus. Schließlich muss man nicht für wenige Monate Unsummen ausgeben. Second hand shops sind einen Besuch wert. Eine schlechte Idee ist es, Kleidung in größeren Größen zu kaufen, oft sieht frau darin einfach nur unförmig aus. Lieber schaffen Sie sich wenige Teile an, die zu Trendstücken der Schwangerschaftsgarderobe werden und durch passende Accessoires immer anders aussehen. Dabei sind etwa gut sitzende Hosen, Röcke und Kleider in schwarz und dunkelgrau ideal für die Arbeit, für Farbe sorgen Blusen, Tuniken und Schals. Bequeme Mama-Jeans sind unverzichtbar. Das bequeme „Kleine Schwarze“ kann man im Homeoffice und im Büro tragen und für den Abend schon mal aufpeppen mit entsprechendem Schmuck und feinen Schuhen.
Und fürs (Wochen-)Bett empfiehlt sich ein bequemes Nachthemd, das sich auch zum Stillen eignet: mit elastischem V-Ausschnitt oder zum Aufknöpfen. Mit dem altmodischen Begriff Wochenbett wird die Zeitspanne bezeichnet vom Ende der Entbindung bis zur Rückbildung der schwangerschafts- und geburtsbedingten Veränderungen, was typischerweise sechs bis acht Wochen dauert. Und irgendwann passt ja auch die Kleidung von vor der Schwangerschaft wieder. Vielleicht…

 

Autorin: Andrea Reck

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