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Blixland - Die Gesundheitslandschaft in Oberschwaben ist in heftiger Bewegung. Ursächlich dafür sind die Krankenhäuser und die Frage, was will, was kann und was muss man sich noch leisten. Öl ins Feuer gegossen hat der zuständige Minister Manfred Lucha höchst selbst, als er bei seinem Auftritt kurz vor Weihnachten den Kreistag Ravensburg wissen ließ, dass kleine Krankenhäuser wie Bad Waldsee und Tettnang keine Zukunft hätten. Seitdem rumort es in Oberschwaben vernehmlich.

 

Nun hat sich dieser Tage ein Krankenhausbündnis Bodensee-Oberschwaben gebildet. Über 20 Menschen aus verschiedenen politischen Parteien, Gewerkschaften, kirchlichen Organisationen sowie von den betroffenen Kliniken in Bad Waldsee, Wangen und Tettnang nahmen an der Gründungsversammlung des Krankenhausbündnisses Bodensee-Oberschwaben teil. Auslöser für die Gründung des Bündnisses waren die Äußerungen von Gesundheits- und Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) im Dezember im Kreistag Ravensburg. Damals verkündete er öffentlich, dass kleinere Klinikstandorte wie Tettnang oder Bad Waldsee keine Zukunft hätten. Das wollen die Aktiven des Krankenhausbündnisses Bodensee-Oberschwaben nicht hinnehmen. Statt über Schließungen müsse über die Sinnhaftigkeit der Ökonomisierung des Gesundheitswesens diskutiert werden, heißt es in der Presseerklärung. Zudem blieben durch Luchas Äußerungen viele Fragen offen. Sechs zentrale Forderungen stehen für das Bündnis im Mittelpunkt:

  1. Schließung(en) ist/sind keine Option!
  2. Für eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung!
  3. Forderung, dass Herr Minister Lucha für Transparenz sorgt und unsere Fragen beantwortet!
  4. Beteiligung der betroffenen Bevölkerung!
  5. Beschäftigte und ihre Gewerkschaften beteiligen!
  6. Langfristige Abschaffung des DRG-Systems mit den Fallpauschalen!

Es gehe darum, gemeinsam für alle drei Standorte zu kämpfen und zu verhindern, dass die Krankenhäuser gegeneinander ausgespielt werden, heißt es in der Presseerklärung weiter. In den kommenden Wochen werde das Krankenhausbündnis über öffentlichkeitswirksame Aktionen wie Demonstrationen und Aktionen in den sozialen Medien gemeinsam mit den Bürge*rinnen der betroffenen Städte und den Beschäftigten für den Erhalt aller Standorte und einer bedarfsgerechten medizinischen Versorgung demonstrieren.
Derweil sind im Kreis Sigmaringen die Würfel bereits gefallen, nachdem der Kreistag der Schließung der Krankenhäuser in Bad Saulgau und Pfullendorf zugestimmt hat. Damit folgte das Gremium dem Gutachten, das trotz heftigem Protest aus Bad Saulgau eine Zentralisierung auf die SRH-Klinik in Sigmaringen empfahl. Damit folgt der Kreis Sigmaringen dem Vollzug im Kreis Biberach, wo die Sana-Klinik in ein neues Krankenhaus eingezogen ist und die Häuser in Riedlingen und Laupheim geschlossen wurden.

 

Autor: Roland Reck

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