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Im Jahr 2011 endete in Deutschland die allgemeine Wehrpflicht und damit auch der Zivildienst als Ersatzwehrdienst. Dieser Umstand stellte vor allem Einrichtungen im sozialen Bereich vor große Herausforderungen. Diese konnten mitunter durch den Bundesfreiwilligendienst (kurz: Bufdi) kompensiert werden. Wir sprachen mit Markus Grimm, Verwaltungsleiter des ASB Region Orsenhausen-Biberach, über die aktuelle Situation sowie Nutzen, Aufgaben und Vorteile des Bundesfreiwilligendienstes.

Für viele stellt sich die Frage, was sie nach der Schule machen sollen. Studium, Ausbildung, vielleicht ein Jahr im Ausland? Wie wäre es damit Menschen zu helfen und in einen sozialen Beruf hinein zu schnuppern? Möglich ist das mitunter im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. Dieser richtet sich zwar an Menschen jeden Alters, tatsächlich liegt das Durschnittsalter der Bufdis aber zwischen 18 und 19 Jahren, so Markus Grimm vom Arbeiter-Samariter-Bund Orsenhausen - Biberach. Dort werden über 200 Mitarbeiter beschäftigt. Der ASB bietet als unabhängige Hilfs – und Wohlfahrtsorganisation Dienstleistungen an, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Zu den wichtigsten Dienstleistungen des ASB gehören die Altenhilfe, der Rettungsdienst/Krankentransport, das Essen auf Rädern, die Ausbildung in Erster-Hilfe und der interne Fahrdienst. Im Rettungsdienst werden die Freiwilligen auf dem Krankenwagen, Rettungswagen und in der Erste-Hilfe-Ausbildung eingesetzt. In der Pflege unterstützen Freiwillige das Pflegeteam insbesondere dabei, für das leibliche Wohl von Heimbewohnern zu sorgen. Hierzu gehören leichte pflegerischen Tätigkeiten ebenso wie die Unterstützung bei den Mahlzeiten. Aber auch Spaziergänge mit den Bewohnern, wertvolle Gespräche und Gesellschaftsspiele gehören zu den Aufgaben.

Aktuell sind die Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst, der in der Regel 6 bis 18 Monate andauert, überwiegend weiblich. „Woran das liegt ist schwer zu sagen“, erläutert Markus Grimm, “was sicher eine Rolle spielt ist die Tatsache, dass in helfenden Berufen die Frauen an sich weit häufiger vertreten sind als die Männer, was sich dann auch in der Geschlechterverteilung beim Freiwilligendienst wiederspiegelt“. Die Erfahrungen, die Grimm bislang mit den Freiwilligen gemacht hat, sind bislang durchweg positiv. „Unsere Freiwilligen sind sehr engagiert und immer wieder starten welche direkt in die Ausbildung zum Notfallsanitäter oder in eine pflegerische Ausbildung bei uns. Das freut uns dann besonders wenn die Freiwilligen sich nach Ihrem ‘Schnupperjahr‘ für eine Ausbildung ein einem sozialen Beruf bei uns entscheiden“, so der Verwaltungsleiter. Ein Freiwilligendienst lohnt sich daher also für jeden, der Interesse an einem sozialen Beruf hat und die Abläufe und Aufgaben kennenlernen möchte. Aber auch darüber
hinaus bietet der Bundesfreiwlligendienst Vorteile., denn Freiwillige sammeln wertvolle Lebenserfahrung und die Kompetenzen werden erweitert. „Ich habe auch schon Anrufe von Eltern erhalten, dass sich Ihre Kinder in diesem Jahr positiv entwickelt haben und zum Beispiel auf einmal zu Hause in der Küche mithelfen“, erzählt Grimm.
Obwohl das Konzept also viele Vorteile mit sich bringt und sich mittlerweile auch etabliert hat, hat sich die Zahl der Freiwilligen im Vergleich zur Zivildienstzeit halbiert. „Wir hätten gerne mehr Freiwilligendienstleistende“, gibt Markus Grimm zu bedenken. Corona spielte dabei übrigens keine Rolle, auch während der Pandemie blieb die Zahl der Freiwilligen konstant. Auf die Frage, ob die Einführung eines sozialen Pflichtjahrs sinnvoll wäre, wie es von vielen Politikern gefordert wird, entgegnet Grimm: „Für uns als Hilfsorganisation wäre es wünschenswert, dass die Politik und Gesellschaft noch mehr Anreize schafft um junge Menschen zum freiwilligen Dienst zu motivieren“. www.asbbc.de

 

Autor: Alexander Koschny

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