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Riedlingen - Die zweijährige Berufsfachschule Altenpflegehilfe mit intensiver Sprachförderung hilft Migranten, durch ein zusätzliches Jahr und viel Deutschunterricht ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen.

 

Normalerweise dauert die Ausbildung zum Altenpflegehelfer/-helferin ein Jahr. Auszubildenden mit Migrationshintergrund sind von diesem Tempo oftmals überfordert. Um ihnen den Einstieg in den Mangelberuf zu erleichtern, bietet das Kolping-Bildungszentrum in Riedlingen seit April 2020 eine Berufsfachschule Altenpflegehilfe mit intensiver Deutschförderung an. Die Ausbildung erstreckt sich über zwei Jahre. Bewerberinnen und Bewerber mit einem A2-Sprachtest können nach dem ersten Schuljahr einen B1-Sprachtest ablegen. Nach dem zweiten Schuljahr findet eine Abschlussprüfung statt. Sie besteht aus einem mündlichen, schriftlichen und praktischen Teil. Bei Bestehen der Prüfungen ist man staatlich anerkannte/r Altenpflegehelfer*in. Dieser Abschluss und eine bestandene B2 Prüfung ermöglichen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau/Pflegefachmann.
Voraussetzung für diese Ausbildung ist neben der entsprechenden Motivation und der persönlichen Eignung der Nachweis eines A2-Sprachtests gemäß dem europäischen Referenzrahmen, die Vorlage einer Aufenthaltsgenehmigung zur Ausbildung (Staatsangehörige aus nicht EU- und nicht EWR Staaten) und der Nachweis der gesundheitlichen Eignung zur Ausübung des Berufes durch ein ärztliches Zeugnis. Außerdem ein Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsstand sowie ein Ausbildungsvertrag mit einem geeigneten Träger einer Einrichtung der Pflege. Die Ausbildung startet jeweils im April (Sommerkurs) und im Oktober (Winterkurs). Sie findet zwei Jahre lang im dualen Unterricht an der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe statt. Das bedeutet, dass die Auszubildenden zwei Tage in der Woche die Berufsfachschule für Altenpflegehilfe besuchen. Diese kostet kein Schulgeld, auch die Lernmittel sind frei. An den anderen Tagen arbeitet man in Altenheim oder einer anderen Pflegeeinrichtung, die eine Ausbildungsvergütung gewähren.

Kontakt:
Kolping Bildung Südwürttemberg gGmbH
Berufsfachschule für Altenpflegehilfe, 2-jährig
Kirchstr.24 · 88499 Riedlingen · Tel. 07371 935015
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.kolping-riedlingen.de

 

Interview: „Schwäbisch als Zweitsprache“

 

SabineGehrmann be

Sabine Gehrmann, die Fach- und Ausbildungleiterin, freut sich über das neue Ausbildungsangebot an ihrer Schule.

 

Frau Gehrmann, wie sind Ihre Erfahrungen mit dem ersten Jahrgang der Altpflegehelferinnen und Altenpflegehelfer, die zwei Jahre Zeit haben für die Ausbildung? 

Gehrmann: Die Schülerinnen und Schüler sind sehr motiviert. Wir sind froh, dass uns zwei Jahre zur Verfügung stehen, denn sie müssen nicht nur Deutsch, sondern die deutsche Sprache mit Schwerpunkt der Pflege erlernen. Damit sie dann die theoretischen Inhalte der Pflege erarbeiten können. Das ist eine große Herausforderung. Da wir aber kleine Klasse haben - um die zehn Schüler*innen - können wir intensiver auf die meinst sehr heterogenen Ausgangslagen, was deren Vorbildung betrifft, eingehen. 

 

Was sind die Heimatländer der Teilnehmenden?

Gehrmann: Zurzeit besuchen Frauen und Männer aus dem Iran, Simbabwe, Vietnam, Pakistan, Guinea, Rumänien, Kamerun und Nigeria unsere Berufsschule.

 

Welche Rückmeldungen bekommen Sie aus den Altenpflege-Einrichtungen?

Gehrmann: Die Heime sind zunächst zurückhaltend, weil der deutsche Sprachwortschatz – vor allem das Schwäbische als Zweitsprache (sie lacht) noch nicht ausreichend vorhanden ist. Doch meistens wachsen sie zusammen, denn die Schüler*innen sind in der Regel sehr freundlich, fleißig, springen ein und die Heimleitungen und Kolleg*innen sind meist sehr unterstützend, was auch über die eigentliche Arbeit hinaus geht. Wir, die Heimleitungen, Praxiskoordinatorinnen und die Schule, pflegen einen sehr guten und vertrauensvollen Kontakt. 

 

Im letzten Jahr unternahmen Schüler*innen und Lehrkräfte einen gemeinsamen Ausflug ins Museumsdorf Kürnbach, wo sie das Oberschwäbische Leben von früher erkundeten. Planen Sie im Abschlussjahr auch besondere Aktivitäten?

Gehrmann: Nun, wie an anderen deutschen Schulen auch, wünscht sich die Abschlussklasse etwas Besonders zu unternehmen – sie wollen das Schloss Neuschwanstein besichtigen. Aber ob wir das realisieren können, liegt an den finanziellen Möglichkeiten der Auszubildenden. Vielleicht wird es dann doch eher die Burg Hohenzollern … 

 

Autorin: Andrea Reck

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