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Biberach - Die Ausbildung von Medienfachleuten unterliegt einem rasanten Wandel. Seit 75 Jahren bleibt das Hauchler Studio höchst kreativ am Ball und genießt in der Branche einen hervorragenden Ruf.

 

Traditionen werden gepflegt von der privaten Fachschule für Design, Medien und Druck, die in den 75 Jahren ihres Bestehens von 14.500 Medienfachleuten aus 116 Ländern besucht wurde. Gautschschwur und Wassertaufe wuschen auch im Jubiläumsjahr 2021 die angehenden Jünger Gutenbergs von den Sünden der Ausbildung rein. Auch Ehemalige aus Fachschule, Berufsfachschule und Berufskolleg waren dabei, als die Abschlussklasse Grafik-Designer geflautscht wurde. Flautschen nennt man die Lossprechung der abgehenden staatlich geprüften Grafik-Designer und –innen, angelehnt an das Abschlussritual des Gautschens bei Druckern. Verschiedene Ausstellungen zum Thema 75 und zur Geschichte der renommierten Privatschule umrahmen das Jubiläumsprogramm.
Bei aller Tradition - die von Schriftsetze-Meister Eugen Hauchler 1946 gegründete staatlich anerkannte Fachschule lehrt sehr trendige Berufe wie Bachelor Professional in Print und Media, auch bekannt als Medienfachwirte und Industriemeister Print. In der Karl-Müller-Straße 6 werden auch Grafik-Designer, Mediengestalter und Drucker aus- und weitergebildet. Mit seiner Konzeption einer ganzheitlichen Persönlichkeitsbildung durch berufliche Aus- und Weiterbildung war Eugen Hauchler seiner Zeit weit voraus.

 

Daniele Hauchler und ihr Mann Hans Peter König leiten die Schule

Daniela Hauchler und ihr Mann Hans-Peter König leiten die Schule.

 

„Lehret eine vernachlässigte Jugend!“
Geleitet wird die Fachschule seit zwanzig Jahren von Daniela Hauchler. Schüler- und Schülerinnen des BK1 stellten zum Jubiläum Fragen an die Enkelin des Schulgründers.

Welche Geschichte hat die Familie Hauchler?
Die Geschichte beginnt mit Eugen Hauchler, meinem Opa. Dieser war stolzer Schriftsetzer-Meister in den 20er Jahren. In den 30er Jahren erwarb er ein Gebäude am heutigen Schulstandort und begann mit der Errichtung einer vollstufigen Druckerei. Nach dem Krieg war sein Plan, der Jugend durch berufliche Bildung mit Internatsunterbringung eine neue Perspektive zu bieten. „Fanget an und lehret eine vernachlässigte Jugend, tüchtige Meister und ordentliche Menschen zu werden …“ war sein Leitspruch als 1946 die Schule entstand. Anfang der 70er Jahre übernahm mein Vater Siegfried Hauchler, Doktor der Volkswirtschaftslehre, die Schule. Bis 1996 leitete er sie mit tatkräftiger Unterstützung meiner Mutter Ursula, welche weitere fünf Jahre die Geschäftsführung übernahm, sowie Schulleiter Karl-Heinz Brock, bis ich schließlich 2001 zusammen mit meinem Mann Hans-Peter König unsere Schule weiterführte.

Was sind Meilensteine der letzten 75 Jahre?
1946 erhielt das „Typo Studio“ die staatliche Genehmigung, 1966 erfolgte die staatliche Anerkennung als Berufsfachschule und Fachschule. Ab 1969 boten wir als eine der ersten deutschen Bildungsinstitutionen internationale Schulungen an, zunächst in deutscher Sprache, ab 1978 auch auf Englisch. Heute ist das Hauchler Studio als internationales College anerkannt. 1970 wurde das Internat aufgelöst. Die jetzigen Computerräume waren früher Küche und Speisesaal, im Dachgeschoss wurde zum Teil in Achtbettzimmern geschlafen. Es gab sogar ein Casino. Aus dieser Tradition erklärt sich auch unser familiärer Schulcharakter, der heute noch spürbar ist. Wir sind froh, dass wir eine kleine Schule sind, so kann alles im persönlichen Rahmen bleiben. Seit 2001 gibt es die Weiterentwicklung in der Fachschule zum Medienfachwirt/ Industriemeister Print. 2006 kam das Berufskolleg Grafik-Design dazu, da sich die Berufsbilder Mediengestalter und Drucker immer weiter weg von den Kreativberufen entwickelten und den Fokus auf Produktion legten. Uns war die Ausrichtung weg von reiner Medientechnik hin zum Kreativprozess wichtig. Außerdem wollen wir unseren Schülerinnen und Schülern Inhalte beibringen, die sie im späteren Berufsleben anwenden können.

 

Beim Gautschen bleibt kein Absolvent trocken

Beim Gautschen bleibt kein Absolvent trocken.

 

Autorin: Andrea Reck

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