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Stipendien bekommen nicht nur Einserabiturienten. Förderung erhalten auch sozial Benachteiligte und besonders engagierte Studierende und Auszubildende. Es lohnt sich, nachzuhaken.

 

Es gibt Stipendien für Alleinerziehende, ausländische Studierende, Frauen, Geflüchtete, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migrationshintergrund und für Waisen. Dies in verschiedenen Bildungsphasen, also in der Schule, in der Berufsausbildung, der Weiterbildung, im Studium und für die Promotion. Um sich eine Übersicht zu verschaffen, empfiehlt sich der Stipendienlotse, eine interaktive Plattform des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Die Stipendiendatenbank lässt sich nach vielen Kriterien wie etwa Ausbildungsphasen, Studienfächern oder Zielregionen filtern. Der Stipendienlotse ist die zentrale Anlaufstelle für bundesweite und internationale Stipendien im privaten und öffentlichen Bereich.
www.stipendienlotse.de Beachtliche 1050 Stipendien waren hier im April registriert. Gibt man bei der Standortsuche „Biberach“ ein, erfährt man, dass Netze BW GmbH ein studienbegleitendes Förderprogramm für Masterstudierende aus technischen Studiengängen mit einer starken Verbindung zur Energiewirtschaft und Netztechnik bietet, und zwar 250 Euro monatlich über einen Zeitraum von maximal 12 Monaten. Auch während der Berufsausbildung gibt es Förderung. So bekommen etwa von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft Nachwuchskräfte aus der Land- und Ernährungswirtschaft zwischen 18 und 24 Jahren 2.500 Euro für Fortbildungsmaßnahmen während der Berufsausbildung.

Gute Noten schaden nie, aber auch Studierende ohne Einserschnitt haben bei vielen Programmen eine Chance. Auch die Bedürftigkeit ist bei vielen Stiftungen nicht das einzige Auswahlkriterium. Es lohnt sich, auf jeden Fall nachzuhaken. Stiftungen sind nicht per se elitär. www.arbeiterkind.de wendet sich an „alle, die als Erste in ihrer Familie studieren“. Die Unterstützung endet nicht mit dem Studienabschluss: „Mit unserem Berufseinstiegsprogramm wollen wir beim erfolgreichen Start ins Berufsleben unterstützen. Dabei vernetzen wir unsere berufserfahrenen Ehrenamtlichen mit HochschulabsolventInnen, die als Erste in ihren Familien ein Studium abgeschlossen haben oder bald abschließen werden. Denn nicht nur der Studienbeginn, sondern auch der Berufseinstieg kann einige Herausforderungen für AbsolventInnen der ersten Generation bereithalten. Mit einem akademischen Abschluss ins Berufsleben zu starten, ist oftmals anders als der Berufseinstieg nach einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Bewerbungsprozesse oft komplex. Dabei soll das Berufseinstiegs-Mentoring von ArbeiterKind.de helfen! Im Rahmen dieses Mentoringprogramms unterstützen Berufstätige bzw. Berufserfahrene diejenigen, die erfolgreich in den ersten Job starten möchten, mit praktischen Tipps und vor allem ihren eigenen Erfahrungen bei allen Fragen rund um die Berufswelt.“Viele Organisationen helfen auch bei der Vermittlung von Praktika. So vergibt das Deutsch-Französische Jugendwerk Stipendien an angehende Lehrerinnen und Lehrer und ermutigt: „Falls Sie Ihre Lehrerausbildung mit einem Aufenthalt an einer französischen école primaire, einem collège oder lycée ergänzen möchten, bietet Ihnen das DFJW finanzielle Unterstützung in Form eines Stipendiums an.“ www.djjw.org
Weltanschaulich orientierte Förderer gibt es auch. So steht die Friedrich-Ebert-Stiftung e. V., die größte und älteste sogenannte parteinahe Stiftung in Deutschland der SPD nahe. Sie erklärt: „Unsere Programme richten sich an überdurchschnittlich begabte Studierende und Promovierende aus Deutschland und dem Ausland, die sich den sozialdemokratischen Werten verbunden fühlen. Wir achten auf fachliche Exzellenz, das gesellschaftspolitische Engagement und den sozialen Hintergrund unserer Bewerber_innen. Bei der Auswahl berücksichtigen wir gezielt junge Menschen aus hochschulfernen Haushalten und mit Migrationshintergrund – ihnen bleibt die Chance auf eine höhere Bildung oft verwehrt“.

Zu den größten Stiftungen gehört mit 3.5000 Stipendiatinnen und Stipendiaten die CDU nahe Konrad-Adenauer-Stiftung. Sie unterstützt besonders begabte und engagierte junge Menschen. „Unser Ziel ist es, dass sie als künftige Führungskräfte und aktive Bürger in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Kultur und Gesellschaft Verantwortung übernehmen. Wir orientieren uns dabei an einem Menschenbild, das durch christlich-demokratische Wertvorstellungen geprägt ist“: www.kas.de
Das Förderungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes, die Hans-Böckler-Stiftung unterstützt auch Spätzünder, die den Zweiten Bildungsweg begehen und beispielsweise das (Fach-)Abitur machen wollen: www.boeckler.de

Gute Infos bietet auch das karriere-netzwerk www.e-follows.net sowie www.mystipendium.de. In jedem Fall wichtig: Man sollte sich unbedingt rechtzeitig um ein Stipendium kümmern, fast immer sind Bewerbungsfristen einzuhalten, die lange vor dem Studienbeginn enden.

 

Autorin: Andrea Reck

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