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Leserbrief zu „Manches ist irreparabel“ von Andrea Reck im Blix Jan/Feb 2021.

Es fällt auf, dass Manfred Spitzer und seine Thesen im BLIX viele Zeilen bekommt. Dazu noch Werbung zu seinen Büchern. Ist das auch irreparabel? Und übersehen wir die negativen Folgen, weil wir den Ulmer Gehirnforscher zu ernst nehmen?

Professor Spitzer hat es bei mir als Medienreferentin sowie bei vielen Medienpädagogen verscherzt, weil seine Beiträge nicht helfen, Lösungen für die Kinder und Jugendlichen anzubieten. Er polarisiert und eine Diskussion über Medienlesekompetenz wird verhindert. Es ist wie damals mit dem Fernsehen. Verbieten, Negativität drauf werfen und fertig. Dann wurde heimlich viel geschaut. Eltern haben nicht den leisesten Ansatz erhalten, im Gespräch mit ihren Kindern und Jugendlichen zu bleiben. Es ist die Wiederholung der Geschichte, es geht nicht darum wie es sinnvoll und reflektiert genutzt wird, sondern siehe Spitzer: „erst ab dem 18. Lebensjahr zu erlauben“. Ein Beispiel aus der früheren Geschichte, als Comics verpönt waren. Der Satz von verantwortungsbewussten Eltern, die heute zwischen 70 und 80 Jahre alt sind: „Comics sind Schund. Sie verhindern, dass Kinder lesen lernen.“ Es war damals ein pädagogischer Glaubenssatz. Doch was eine zeitlang galt, gilt später nicht mehr. Genau diese Comics werden heute verwendet, um Kinder Geschichten erzählen zu lassen, bevor und während sie lesen lernen. Es wäre viel interessanter für die Eltern, die Kinder zu fragen, welche Themen gerade für sie wichtig sind. Es wird diese nicht verwundern, dass es oft dieselben Themen sind wie zu der Zeit als man selbst Teenager war. Nur heute interessieren andere Stars, Promis, Influencer und die sind halt gerade auf Instagram zu finden. Was ebenfalls dieses Smartphone mitbringt sind die vielen Möglichkeiten kreativ zu sein. Es ist sinnvoll von einer Lesekompetenz der Medien zu sprechen. Mittlerweile wird gegoogelt und geyoutubt. Youtube als Erklärbär. Es gibt Menschen, die auf Youtube Sachverhalte gut erklären können. So schauen sich die 13jährigen Jungs durchaus Nachrichten Formate auf Youtube an. Gefahr? Die Sensibilisierung für FakeNews ist den Jugendlichen bewusst. Interessant wäre noch zu erwähnen, dass eine Studie der New York Universität und Princeton ermittelt hat, dass gerade die Jugendlichen weniger FakeNews verbreiten als die ältere Generation ab 65 Jahren.
Die Themen Cybermobbing, Internet-Sucht sind sehr, sehr wichtig, doch sie gehen nicht weg, nur weil man Kindern und Jugendlichen dann kein Handy mehr gibt. Dem Zitat von Kinderarzt Dr. Roloff kann ich nur zustimmen zum Thema Computernutzung: „Es geht um das Wie. Wie beijedem Gift und jeder Medizin ist die Dosis entscheidend.“ Wir sollten unsere Kinder ernst nehmen und sie über ihr Verhalten reflektieren lassen. Wir sollten im Gespräch bleiben und wir müssen nicht alles Wissen.

Inge Veil-Köberle, Ummendorf

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