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Biberach - Was im letzten Jahr wegen Corona nur eingeschränkt online stattfand, findet in diesem Jahr wieder als analoge Kontaktbörse mit über 125 Firmen, Unternehmen und Organisationen statt: die Ausbildungsmesse future4you ist jährliches Veranstaltungshighlight des Rotary-Club „Weißer Turm“. Der Präsident des Clubs und Organisator der Messe Jochen Schuster ist selbst Unternehmer, der Handwerksmeister erinnert sich im Gespräch mit BLIX an seine eigene Ausbildungszeit und lädt zum Besuch der Messe ein.

 

Herr Schuster, war es schwierig, nach der Corona-Zwangspause wieder eine Messe zum Kommen-Fragen-Antworten zu organisieren? 

Wir hatten im Jahr 2020 die Präsenz-Messe schon organisiert, mussten sie dann leider aufgrund der Pandemie absagen und konnten 2021 nur die Online-Messe durchführen. Ich habe das Gefühl, dass die Schüler wie auch die Aussteller und weitere Akteure, die den Tag gestalten, schon sehnsüchtig darauf gewartet haben, wieder eine Live-Messe durchführen bzw. besuchen zu können. Dies half uns sehr bei der Organisation und alle beteiligten Parteien standen uns hilfreich und positiv zur Seite.

 

Worin liegt der besondere Wert einer Präsenzveranstaltung im Unterschied zur virtuellen Messe?

Der Vorteil einer Präsenzveranstaltung liegt darin, dass die Aussteller auf die Besucher zugehen können und dadurch die Beratung direkt und bedürfnisorientiert erfolgt.

 

Die Messe findet dieses Mal in Warthausen statt. Warum?

Aufgrund der Covid bedingten Sanktionen, mussten wir den ersten Messetermin verschieben. Die zweite Planung wurde durch die Umnutzung der Paul-Heckmann-Halle zur Flüchtlings-Unterkunft gestoppt. Durch einen glücklichen Tipp haben wir jetzt die perfekte Location mit 3500 Quadratmeter Innenbereich und über 1800 Quadratmetere Außenfläche mit genügend Parkplätzen und einer guten öffentlichen Verkehrsanbindung gefunden.

 

Mit wie vielen Ausstellern planen Sie und mit wie vielen Besuchern rechnen Sie?

Die über 125 Aussteller rechnen mit bis zu 3000 Besuchern, darunter Schüler, Jugendliche und deren Eltern. 

 

Gibt es ein Rahmenprogramm mit Besonderheiten?

Parallel zum Messebetrieb werden wir verschiedene Live-Vorträge anbieten, welche unterschiedliche Berufe sowie Themen zur Berufswahl in den Fokus rücken.

 

Sie sind selbst Handwerker und Unternehmer. Wie stellt sich der Ausbildungsmarkt aus Ihrer Sicht dar? 

Zur Zeit ist es für alle Handwerksbetriebe sehr schwierig, Auszubildende zu bekommen und in die betriebliche, handwerkliche Zukunft zu führen. Deshalb sind wir Handwerksbetriebe sehr daran interessiert, den Schülern die handwerklichen Berufe näherzubringen und die schönen Seiten des Handwerks vorzustellen. 

 

Welche Empfehlung haben Sie für Lehrer und Eltern, die beim Thema ‚Ausbildung‘ besonders gefragt sind?

Stehen Sie den Jugendlichen als Berater und Begleiter in das Berufsleben zur Seite. Der zukünftige Beruf soll auf lange Zeit Freude machen. In jedem Beruf gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten, im Handwerk zum Beispiel bis hin zum Meister und Betriebsführer oder durch ein duales Studium zum Bachelor of Arts.

 

Und welchen Rat geben Sie den Schülerinnen und Schülern, die sich vermutlich erstmals mit der Frage ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen?

Die Berufswahl ist ein erster Schritt in die Arbeitswelt. Ich empfehle den Jugendlichen herauszufinden, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sie besitzen und daraus folgend zu bestimmen, wo ihre Stärken und Interessen  liegen. Die Unternehmen und Schulen auf der Messe werden die Schüler beraten, mit welchen Berufen sich dies verbinden lässt. Ich denke, bei über 400 verschiedenen Berufsgruppen sowie Studienmöglichkeiten auf der Live-Messe findet sich dort sicher für jeden das Richtige.

 

Können Sie sich noch an Ihre Ausbildung erinnern? Wie groß ist der Unterschied von damals zu heute? Mussten Sie noch Bier holen?

Bier holen nicht, aber Vesper holen war im 1. Lehrjahr schon angesagt. Ich hatte tolle Mitarbeiter, die mir bei Fragen immer zur Seite standen, welche mit mir gemeinsam die zu erledigenden Aufgaben ausführten und mir bei Schwierigkeiten mit bewährten Tipps und Kniffen halfen. Obwohl die Arbeitswelt im Handwerk maschinell modernisiert wurde, sind die traditionellen Fähigkeiten heute noch genauso wichtig wie zu meiner Ausbildungszeit und werden in der Berufsschule auch weiterhin vermittelt.

 

Woran lässt sich der Erfolg einer Ausbildungsmesse erkennen? 

Wenn die Besucher in informativen Gesprächen mit den Ausstellern alle Fragen zu Möglichkeiten und Perspektiven klären konnten und im Anschluss einen klaren Berufswunsch haben, ist für mich die Messe erfolgreich gewesen. Sollten die Aussteller vom erfolgreichen Beraten eine heisere Stimme haben und wir Handwerksbetriebe viele neue Auszubildenden bekommen, würde mich das sehr freuen.

 

Autor: Roland Reck

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