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Über Geschmack lässt sich trefflich streiten. Für manch einen können vorm Haus gar nicht genug Rentierschlitten um die Wette blinken und Santa Clauses die Hauswand erklimmen. Andere mögen‘s eher traditionell und einfach.

Da ich letztes Jahr Weihnachten familiär bedingt in Singapur verbracht habe, freue ich mich in diesem Jahr umso mehr auf ein dezent traditionell geschmücktes Haus. Der dortige akustische und optische Deko-Overkill war dazu angetan, jegliche Weihnachtsstimmung zu verderben. „Rudolph, the red nosed reindeer“ werde ich mein Leben lang nicht mehr hören wollen...
Umso schöner wird es werden, Schachteln heraus zu kramen, gefüllt mit alten Figuren, die schon in meiner Kindheit Tannenzweige schmückten. In abgegriffenen Büchern zu lesen, die Erinnerungen hervorrufen. Modische Trends kann ich geflissentlich ignorieren. So ist etwa zu lesen: „Dieses Weihnachtsfest wird besonders edel – dafür sorgt die Dekoration in dunklen, kräftigen Farben wie Rot, Grün, Blau und Grau. Gepaart mit feinen Akzenten in Gold, Silber und Kerzenlicht entsteht so eine ausdrucksstarke und gemütliche Atmosphäre, die jedem Raum Festcharakter verleiht. Dunkle Weihnachtskugeln geben hier klar den Ton an.“ Aha. Egal, bei uns darf‘s gerne freundlich sein. Insbesondere dort, wo Kerzen für stimmungsvolles Licht sorgen. Wobei, wenn man auf Nachhaltigkeit achtet, lauern auch hier Fallen. Bestehen doch Kerzen meist aus Paraffin, einem Produkt aus dem Klimakiller Erdöl. Und selbst manches als „Bio-Kerze“ etikettierte Licht hat Palmöl-Anteile. Beides schadet langfristig der Umwelt. Vielleicht kann der Ölausstieg ja mit dem heimischen Teelicht beginnen. Als Alternative werden Kerzen aus Stearin propagiert, gewonnen aus nachwachsenden Rohstoffen. Leider oft aus Palmöl. Für den Anbau dieser Palmen werden große Flächen tropischen Regenwalds vernichtet. Besser sind Kerzen aus nachwachsender Biomasse oder aus heimischem Bienenwachs. Natürlich sind die teurer, aber sie duften himmlisch. Man kann ja einfach ein paar weniger anzünden. 

LichtimDunkel

Stimmungsvolle Außenbeleuchtung bringt Licht ins Dunkel und schafft weihnachtliche Atmosphäre.

Richtig nachhaltig sind die alten Strohsterne, die aus den Schachteln bröseln. Na ja, was Neues darf’s vielleicht schon mal sein. Am besten mit den Kindern gebastelt. Aber auch wenn man Glitzern und Funkeln mag: Lametta und beschichtete Christbaumkugeln enthalten teilweise immer noch giftiges Blei. Schweres Stanniol-Lametta muss sogar auf dem Wertstoffhof entsorgt werden. Lametta aus anderen Materialien darf zwar in den Hausmüll, umweltfreundlich ist es aber dennoch nicht. Nadelbäume kann man ohnehin nur kompostieren, wenn man auf Glitzerspray und Kunstschnee verzichtet.
Problemlos sind Weihnachtsdekoration aus Nüssen, Äpfeln, Holz, Tannenzapfen, Stoffbändern, Baumrinde oder Papier. Besonders viel Spaß macht es, mit Kindern und Enkeln Plätzchen zu backen. Die mit einem Loch versehenen Figuren können prima an den Baum gehängt und irgendwann (!) gegessen werden. Auch aus Salzteig oder Wachs lassen sich Figuren kneten.
Warum sollte man Weihnachtsschmuck eigentlich nicht mal mit Nachbarn oder Freunden tauschen? Umweltfreundlicher geht’s nicht. Zu guter Letzt sollte man natürlich auch kein alubeschichtetes Geschenkpapier kaufen, das nach dem Auspacken achtlos in die Tonne geworfen wird. Bemaltes Packpapier oder alte Kalenderblätter wären eine preiswerte und originelle Alternative.
Dass man nicht jedes Jahr einen neuen Adventskalender kaufen muss, versteht sich von selbst. Aber Vorsicht, manche Kinder hängen so an ihrem traditionellen, immer wieder nachfüllbaren Stoffkalender, dass sie ihn sich selbst als Erwachsene nicht nehmen lassen wollen. Den aus Filz genähten, bereits ziemlich ramponierten Kalender meiner Tochter durfte ich erst nach 30 Jahren entsorgen. Als ein Nachfolgermodell für die Enkelin geliefert worden war. 

 

Text und Fotos: Andrea Reck

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