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Wilflingen - Zur Erreichung der Klimaziele in Baden-Württemberg soll die Photovoltaik ausgebaut werden. Die EnBW plant nun bei Wilflingen, Gemeinde Langenenslingen, den größten Solarpark im Lande. Der Anstoß dazu kam vom Eigentümer der Fläche, Franz Schenk Freiherr von Stauffenberg, Wilflingen, und der EnBW, die ihre Vorstellungen gemeinsam der Gemeinde unterbreiteten.

 

Der Solarpark soll auf einer landwirtschaftlichen Fläche beim Eisighof, der 1710 durch Fürstbischof Johann Franz von Stauffenberg erbaut wurde, entstehen. Von der rund 80 Hektar großen Fläche werden etwa 60 Hektar bebaut. Nach den derzeitigen Planungen werden rund 175.000 Module aufgebaut. Die Strom-Produktion des Solarparks beträgt jährlich etwa 77 Millionen Kilowattstunden (kWh). Rein rechnerisch können damit rund 19.000 Haushalte mit umweltschonender Energie versorgt werden, die jährlichen CO₂-Einsparungen liegen bei rund 48.000 Tonnen. Um dieselbe Stromerzeugung zu generieren, müssten neun moderne Windenergieanlagen (WEA) mit je 3,4 MW Leistung (ca. 230 m Gesamthöhe) aufgestellt werden. Mit einem Baubeginn ist in etwa zwei Jahren zu rechnen.

Bürgermeister Andreas Schneider und Wilflingens Ortsvorsteher Werner Späth, stehen eindeutig hinter dem Projekt: „Wir haben die Bevölkerung über das geplante Projekt rechtzeitig informiert. So gab es beispielsweise im Mai eine öffentliche Ortschaftsrats-Sitzung. Damit haben wir die Bevölkerung mitgenommen. Bei der notwendigen Zustimmung im Gemeinde- und Ortschaftsrat gab es keinen Widerstand.“ Späth merkt mit Genugtuung an: „In den Beschlussgremien der Gemeinde und im Ortschaftsrat sitzen auch Landwirte.“ 

Beim Kreisbauernverband Biberach-Sigmaringen, sieht man die Entwicklung kritischer: „Den Wegfall von landwirtschaftlichen Produktionsflächen sehen wir generell als fragwürdig an. Viele Dächer im Lande sind noch frei von Photovoltaik, es gäbe also noch genügend Möglichkeiten für den Einsatz von Solarmodulen“, meint der stellvertretende Kreisvorsitzende Karl Endriss, Gammertingen, dazu. Er räumt aber ein, dass es unbestritten in der Hand des Eigentümers liege, was mit seinen Flächen geschieht.

Ulrich Stark, zuständig für Kommunikation & Politik bei der EnBW, stellt klar: „Die Flächen werden ja nicht dauerhaft der ackerbaulichen Nutzung entzogen und es findet auch keine bleibende Versiegelung der Böden statt. Das heißt, sie kann nach 30 Jahren wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Während des Betriebs sollen Schafe zwischen den Modulreihen weiden.“ Stark weist darauf hin, dass die Böden nicht als Vorbehaltsgebiet für Landwirtschaft ausgewiesen sind: „Dies bedeutet, dass sie als nicht so hochwertig angesehen werden.“ Notwendige Ausgleichsmaßnahmen, so Stark, werden im Laufe des Bauleitverfahrens definiert und sollen auf der Parkfläche umgesetzt werden: „Wir arbeiten generell eng mit dem ‚Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz´, sowie den örtlichen Naturschutzverbänden zusammen.“ Hoffnungen dürfen sich die regionalen Betriebe machen. Die EnBW ist verpflichtet sämtliche Gewerke auszuschreiben. „Wir legen bei der Auswahl Wert auf die regionale Wertschöpfung“, so Stark.

 

Autor: Maximilian Kohler

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