BLIX Banner1

Biberach/Laupheim - Um ein Personalkarussell in Gang zu setzen, bedarf es keiner Kirmes, sondern Wahlperioden und Wahlkämpfen, so auch im Kreis Biberach, wo sich im neuen Jahr einiges dreht.

 Als Adventsüberraschung teilte Landrat Dr. Heiko Schmid am 8. Dezember dem Kreistag mit, dass er sich mit Ende seiner zweiten Amtszeit aus dem Biberacher Landratsamt verabschieden wird, ergo sich nicht mehr zur Wiederwahl stellt und folglich ein Nachfolger von Nöten sein wird. Und schon wenige Tage später scheint dieser gefunden zu sein. Mario Glaser, Bürgermeister von Schemmerhofen und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Kreistag, hat frühzeitig seinen Hut in den Ring geworfen. Er kandidiert, unterstützt nicht nur von seiner eigenen Fraktion, sondern auch von der CDU, und auch von den Grünen und der ÖDP erhält er Zustimmung, damit ist ihm eine Mehrheit sicher.
In seiner Rede betonte Schmid am 8. Dezember, dass ihm die Entscheidung nicht leichtgefallen sei, aber er sei „nach reiflicher Überlegung zusammen mit meiner Frau und meiner Familie zum Entschluss gekommen, auf meine innere Uhr, meinen Gesundheitszustand zu hören und zu achten und mich für eine neuerliche Wahl nicht mehr zur Verfügung zu stellen“. Schmid ist 62 Jahre alt und wurde am 1. Oktober 2006 als Kandidat der Freien Wähler als Nachfolger von Peter Schneider (CDU) zum Landrat des Landkreises Biberach gewählt und 2014 im Amt bestätigt. Schmids Wahl zum Landrat war eine Zäsur, indem er einen CDU-Erbhof eroberte. Zuvor war er fast 13 Jahre Bürgermeister der Stadt Pfullendorf. Schmid ist verheiratet und hat vier Kinder.

 

Landrat Dr. Heiko Schmid 4

Landrat Dr. Heiko Schmid beendet seine Laufbahn im September 2022.

 

Das hat sein potenzieller Nachfolger mit seinem Vorgänger gemeinsam. Auch Mario Glaser ist verheiratet, hat vier Kinder und gehört den Freien Wählern an, ist allerdings erst 43 Jahre alt. Es findet also ein Generationenwechsel im Biberacher Landratsamt statt. Dabei fällt auf, dass der junge Nachfolger den Klimawandel an erster Stelle seiner Agenda nennt.
Glaser: „Der Landkreis Biberach steht in vielerlei Hinsicht blendend da. Dennoch muss die Kommunalpolitik konkrete Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit finden: Zentral ist hier der Klimawandel, dem es auf kommunaler Ebene etwa durch eine neue Mobilität zu begegnen gilt, die wirklich zu unserem Bedarf passt.“
Und da in der Kommunalpolitik die Herausforderungen vor der eigenen Haus- und Amtstür warten, wird der ehemalige Dezernent im Biberacher Landratsamt in seiner neuen Funktion als Landrat auch weiterhin mit Problemen zu tun haben, die ihn auch als Schemmerhofener Bürgermeister beschäftigen. Glaser ist Vorsitzender der Interessengemeinschaft Risstal, die sich um ein 45 Hektar großes interkommunales Gewerbegebiet bemüht, das sich größtenteils auf der Gemarkung der Gemeinde Warthausen erstrecken soll, wo es heftigen und andauernden Protest gegen den Flächen- und Ressourcenverbrauch sowie den expandierenden Verkehr gibt. Der Konflikt bündelt viele strittigen Fragen und wird Glaser auch als zukünftigen Landrat beschäftigen.
Auch in Laupheim gibt es im neuen Jahr einen Wechsel in der Verwaltungsspitze. Oberbürgermeister Gerold Rechle hatte bereits im Oktober letzten Jahres angekündigt, dass er krankheitshalber im Laufe des ersten Quartals 2022 aus dem Amt scheiden wird. Damit vollzieht der 57-Jährige den gleichen Schritt wie sein Amtskollege in Weingarten, wo Oberbürgermeister Markus Ewald, ebenfalls 57 Jahre alt, ebenfalls wegen seinen starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen Ende Januar das Rathaus verlässt (BLIX, 12/2021).

 

Autor: Roland Reck

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­