BLIX Banner1

Biberach - Es ist eine Premiere und eine Herausforderung: die „Filmtage Oberschwaben“, die vom 21. bis 24. Oktober im Frauentor-Kino in Ravensburg stattfinden. Helga Reichert, in Biberach beheimatet und trotz Erfolg vergrätzte Ex-Intendantin der dortigen Filmfestspiele, macht nun in Ravensburg ihr eigenes Ding. Helga Reichert: „Das, was ich kann.“ BLIX will wissen und stellt Fragen.

 

Frau Reichert, wie weit sind Ihre Vorbereitungen bereits gediehen?

Die Programmauswahl ist abgeschlossen, zur Zeit laufen noch Sponsorengespräche. Als nächstes erstelle ich den genauen Plan, wann welcher Film in welchem Saal läuft, und dann geht es an die Einladungen und Reiseorganisationen für die Gäste.

 

Wie viele Filme in wie vielen Kategorien werden gezeigt?

Wir zeigen 34 Filme in fünf verschiedenen Kategorien. Wir zeigen Filme in folgenden Kategorien: Spielfilme, Dokumentarfilme, Fernsehfilme, Kurzfilme (bis 40 min), Kinderfilme. Kategorienübergreifend wird der Soroptimistic Club Ravensburg- Weingarten einen Frauenfilmpreis vergeben an die herausragende Leistung einer Filmemacherin. Im Programm sind Spiel- und Dokumentarfilme in allen Längen. Hinzu kommt eine Kinderfilm- und eine Fernsehfilmreihe. Da ist hoffentlich für jeden etwas dabei!

 

Welche formalen Kriterien müssen die Filme erfüllen, die Sie zeigen? 

Alle Filme hatten in Deutschland noch keinen Kinostart oder eine Fernsehausstrahlung und sind (co-)produziert in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Bis auf „Remi – sein größtes Abenteuer“. Der wurde mir vom deutschen Verleih zugeschickt und ist einfach so zauberhaft, dass ich ihn unbedingt zeigen möchte.

 

Nennen Sie Beispiele von welchen Regisseuren welche Filme gezeigt werden?

Der Schweizer Regisseur Stefan Haupt („Zwingli“) kommt mit seiner sehr persönlichen Dokumentation „Zürcher Tagebuch“. Ebenfalls aus der Schweiz bringt uns Robert Ralston („Plötzlich Deutsch“, „Vater, unser Wille geschehe“) eine Tragikomödie aus der italienischsprachigen Schweiz: „Il Demolitore die Camper“. Niki Stein hat uns seinen neuen Stuttgarter „Tatort“ zukommen lassen, wir zittern noch, ob der Film bis zum Festivalbeginn fertig abgemischt sein wird!

 

Sind Sie mit dem Zuspruch aus der Filmbranche zufrieden?

Ganz ehrlich? Ich bin überwältigt! Noch in der Phase der Festivalgründung wurden mir bereits Filme zugeschickt. Oft hatte jemand von jemandem gehört, dass ich ein neues Festival in Ravensburg plane. Ich empfinde das als einen großen Vertrauensbeweis der Film- und Fernsehbranche.

 

Werden wie in Biberach zu allen Filmen auch Filmschaffende anwesend sein?

Das ist mein Ziel. Einige haben schon fest zugesagt, bei anderen wird es sich kurzfristig entscheiden. Ich hoffe, dass zu allen Filmdiskussionen ein Teammitglied anwesend sein kann.

 

Nennen Sie Personen, die bereits zugesagt haben zu kommen?

Der Redakteur vom ZDF Hauptstadtstudio Berlin hat uns fest in seinem Terminkalender. Die schon genannten Regisseure Stefan Haupt und Robert Ralston werden kommen, außerdem einige bedeutende Fernsehproduzentinnen wie z. B. Heike Wiehle- Timm, Doris Zander und Claudia Krebs. Wir erwarten den Preisträger des Deutschen Schauspielpreises (Beste männliche Hauptrolle) Eugene Boateng zu seinem Film „Borga“ und einige weitere, lassen Sie sich überraschen!

 

Haben Sie Sponsoren, die die Filmtage unterstützen? Welche sind es?

Als einer der ersten Sponsoren war die CHG-MERIDIAN AG aus Weingarten mit im Boot, was mich sehr freut. Die Stiftung Ravensburger Verlag unterstützt unsere Kinderfilmreihe. Der Soroptimistic Club Ravensburg-Weingarten stiftet nicht nur einen eigenen Frauenfilmpreis, sondern gestaltet extra für uns eine Preisskulptur, was für mich das Festival sehr aufwertet. Außerdem sind schon einige Spenden eingegangen. Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen die Filmtage unterstützen möchten.

 

Werden die Filme bewertet und werden sie ausgezeichnet – gibt es Preise?

Ja, vier Fachjurys werden in ihren Wettbewerben (Spielfilm, Dokumentarfilm, Fernsehfilm, Kurzfilm) ihren jeweiligen Favoriten küren. Und natürlich gibt es Preise! Für den Besten Spielfilm verleiht die Jury den „Hans W. Geißendörfer-Preis“, der vom gleichnamigen Regisseur und Produzenten (u.a. „Der Zauberberg“, „Lindenstraße“) gestiftet wird.
Eine Kinderjury wählt ihren besten Kinder- und Jugendfilm aus, die Dotierung dieses Preises übernimmt die Stiftung Ravensburger Verlag. Und dann natürlich der Frauenfilmpreis des Soroptimistic Club Ravensburg-Weingarten, die ihre eigenen Jurymitglieder wählen.

 

Welche bekannte Personen gibt es in der Jury?

Der Regisseur Douglas Wolfsperger dürfte wohl allen Oberschwaben spätestens durch seinen Film „Die Blutritter“ bekannt sein. Dann freue ich mich, die Filmemacherin Sigrid Klausmann-Sittler in der Dokumentarfilmjury begrüßen zu dürfen. Eine absolute Bereicherung ist sicherlich die Leiterin des Fernsehfilmfestivals Baden-Baden Cathrin Ehrlich, ebenso wie die Regisseurinnen Annette Ernst (Frankfurt) und Silvia Häselbarth (Luzern). Insgesamt 12 Jurorinnen und Juroren – alle aus der Film- und Fernsehbranche – werden bei uns zu Gast sein.

 

Werden Sie von der Stadt Ravensburg unterstützt?

Die Stadt Ravensburg unterstützt mich mit Rat und Tat, dabei schätze ich insbesondere den Austausch mit dem Ravensburger Kulturamt. Finanziell ist die Stadt an den Filmtagen nicht beteiligt.

 

Mit wem kooperieren Sie und wie gewährleisten Sie einen reibungslosen Ablauf?

Wir haben einen starken Partner mit den Ravensburger Kinobetreibern Gallion Annastasiades und Axel Burth. Filmvorstellungen sind deren Tagesgeschäft, und ich kann mich absolut auf sie verlassen. Mit dem Hotel Ochsen haben wir ein wunderschönes Festivalhotel gefunden, in dem die Gäste aus der Filmbranche sich rundum wohlfühlen werden. Die Studenten der DHBW Ravensburg haben uns einen Festivaltrailer erstellt, die Plakat- und Programmheftgestaltung übernimmt die Agentur inallermunde in Leutkirch. Die Firma epresence in Lottstetten hat die Homepage und unser Logo gestaltet.

 

In Biberach geschieht durch den Verein auch viel ehrenamtlich, wie behelfen Sie sich?

Glücklicherweise kenne ich viele liebe Menschen, die mich gerne unterstützen.

 

Welche Rolle/n übernimmt Ihr Mann?

Gerade liest er Korrektur… Wie in den letzten 13 Jahren sind wir ein gutes Team. Jahrelang habe ich ihn unterstützt, nun unterstützt er mich.

 

Wie hoch ist der Stresspegel und wie groß die Vorfreude?

Das kommt auf die Tageszeit an, zu der Sie mich fragen. Es ist noch jede Menge zu tun, und ich freue mich auf das Ergebnis: Die ersten ‚Filmtage Oberschwaben‘ in Ravensburg!

 

Autor: Roland Reck

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­