BLIX Banner1

Weingarten - Nichts ist vor ihnen sicher: keine Bäume zu astig, keine Fassaden zu glatt, keine Türme zu hoch, keine Kirchen zu heilig. Die Klimaaktivisten aus dem Altdorfer Wald, wo sie seit Anfang des Jahres ein immer umfangreicheres Baumcamp behausen, klettern überall hoch, um ihre Botschaft zu verkünden: Stoppt die Klimakrise oder wer’s englisch mag: „System change, not climate change!“ Am 25. September, einen Tag vor der Bundestagswahl, war es die Basilika in Weingarten, wo sie versuchten, noch in den Wahlkampf einzugreifen, indem sie vor der Wahl der CDU warnten.

 „€DU: unchristlich, unsozial, klimaschädlich“ prangte auf einem riesigen Transparent über dem Hauptportal der Basilika, der „größten Barock-Kirche nördlich der Alpen“, heißt es in ihrer Pressemitteilung. Ihre Medienarbeit ist gut, aber manchmal zu voreilig, denn statt der Basilika hatten die drei Aktivisten zuerst das Ulmer Münster ausgespäht, worauf sie bereits im Vorfeld darauf aufmerksam machten und damit die Polizei auf den Plan riefen, bevor sie in den Seilen hingen. Aber in Oberschwaben fehlt es ja nicht an Sakralbauten und den Rest macht eh das Internet.
Die 19-jährige Charlie Rot aus Ulm erklärt ihre Motivation für die mühsame Kletterei. „Unsere Wähleraufklärung muss dieses Mal unbedingt erfolgreich sein, denn es steht zu viel auf dem Spiel, die CDU und CSU verhöhnen mit dem C im Namen den christlichen Glauben. Korruptionskultur und Verwandtenaffäre, einseitige Bevorteilung von Reichen und Geringschätzung der Schöpfung: diese Grundpfeiler der Union sind mit christlichen Werten unvereinbar.“
Und die Schülerin beruft sich auf niemand Geringeren als auf Papst Franziskus. Die Enzyklika ‚Laudato si‘ von Papst Franziskus über die Sorge für das gemeinsame Haus diene „gläubigen Klimagerechtigkeitsaktivist*innen als wichtige Orientierung“ und wird von Roth als „diametraler Gegenentwurf zum unchristlichen Wahlprogramm der CDU/CSU“ bezeichnet.

 

Autor: Roland Reck

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­