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Klimakrise, Krieg, Pandemie. Wie schaut eine Generation, die in und mit diesen Krisen groß geworden ist, auf die heutige Welt? Was wünscht sich die „Generation Z“ für die Zukunft? Betrachtungen einer Betroffenen.

 

Als „Generation Z“ wird die Generation bezeichnet, die zwischen 1995 und 2010 geboren ist. Aus der jährlich durchgeführten Shell-Studie, bei der Wissenschaftlerinnen und Institute beauftragt werden, Sichtweisen, Stimmungen und Erwartungen von Jugendlichen in Deutschland zu dokumentieren, geht folgendes hervor: Ein zentrales Merkmal dieser Generation ist es, dass sie der Generation X (1965-1979) und der Generation Y (1980-1995) im Verständnis für digitale Technologie intuitiv überlegen ist, da die Generation-Z komplett digital aufgewachsen ist. Außerdem ist die richtige „Work-Life-Balance“ für Gen-Z-lerinnen sehr wichtig. Die Ansprüche von jungen Menschen gegenüber den Arbeitgeber*innen sind sehr hoch. Überstunden oder ein schlechtes Arbeitsklima sind „No-Gos“. Auch mir ist die Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben wichtig. In einem Kommentar von Lea Schönborn im „SPIEGEL Start“ am 28. Mai 2022 mit dem Titel „Teilzeit ist nicht gleich Aperol-Zeit“ fällt der Satz: „Unsere Werte haben sich verschoben im Vergleich zu denen der vorherigen Generationen.“ Für meine Generation sind Statussymbole nicht mehr so wichtig, sondern eher: Zeit mit der Familie zu verbringen und das Leben zu genießen.
Ich bin 2006 geboren und gehöre zu dieser „Generation Z“. Die Corona-Pandemie hat mich auf dem Gymnasium bis jetzt von der 8. bis zur 10. Klasse begleitet. Ich persönlich habe unter den Einschränkungen nicht so gelitten wie viele andere in meinem Alter, da ich gut und schnell allein im Homeschooling arbeiten konnte. Als Leistungsschwimmerin waren allerdings auch für mich die Schließung der Freizeitstätten und die Kontaktbeschränkungen ein einschneidendes Problem, weil ich in der Lockdown-Zeit nicht im Wasser trainieren und nicht an Wettkämpfen teilnehmen konnte. Trotzdem haben ich und die meisten meiner Generation die Einschränkungen akzeptiert und unser „normales“ Leben für vor allem alte Menschen und Menschen aus Risikogruppen eingeschränkt. Viele meiner Freunde blicken auf die Lockdown-Zeit allerdings als „verlorene Zeit“ zurück. Umso wütender macht es uns, dass der Bundespräsident nun eine „Pflichtzeit“ für junge Menschen einführen möchte. Haben wir in den letzten zwei Jahren nicht schon genug für die Gesellschaft geopfert?

 

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Marleen Plachetka in ihrem Element.

 

Auch der russische Angriffskrieg in der Ukraine verändert unser Denken, denn so etwas war für uns unvorstellbar und macht uns Angst. Warum beginnt man einen Krieg? Warum gibt es überhaupt Waffen? Warum können Menschen „einfach“ andere Menschen umbringen? Diese Fragen, die naiv erscheinen könnten, sind ernst gemeint. Sie beschäftigen nicht nur mich, sondern auch viele andere junge Menschen. Unsere Hilfsbereitschaft gegenüber Geflüchteten ist groß. Das gilt für alle Geflüchteten! Warum gibt es in Deutschland Geflüchtete 1. und 2. Klasse? Zwischen Geflüchteten aus Europa und Geflüchteten aus anderen Teilen der Welt zu unterscheiden ist rassistisch. Für die Zukunft wünsche ich mir Frieden auf der ganzen Welt. Außerdem sollten alle Menschen gleichberechtigt sein und nicht aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihres Geschlechts diskriminiert werden. Das sollte allen Menschen, vor allem Politiker*innen, bewusst sein.
Ein Problem, das jungen Menschen genauso viel Angst wie der momentane Krieg macht, ist die Klimakrise. Wir lernen in der Schule, was die Folgen und Verursacher für die Erderwärmung sind, aber es passiert nichts. Wir sehen täglich in den Medien, welche Umweltkatastrophen in verschiedenen Teilen der Welt geschehen, aber nichts ändert sich. Deutschland hat Klimaabkommen unterschrieben, aber diese werden nicht eingehalten. Das 1,5 Grad-Ziel kann eigentlich nicht mehr erreicht werden. Die „Generation Z“ fühlt sich nicht richtig gehört. Gerade wegen dem Klimawandel sollten junge Menschen mehr in den Fokus der Politiker*innen rücken, weil die älteren Generationen wahrscheinlich die gravierenden Folgen des Klimawandels nicht in voller Tragweite miterleben werden. Da wäre es meiner Meinung nach sinnvoll ab 16 wahlberechtigt zu sein.
Natürlich gibt es Menschen, die Erfindungen zum Schutz der Umwelt machen und bereit sind, sich einzuschränken, um die Umwelt zu schützen, aber leider gibt es auch viele, die sich keine Gedanken darüber machen. Auch Menschen aus den Generationen Babyboomer, X und Y sollten mehr auf die Umwelt achten.
Die „Generation Z“ macht sich Gedanken über den Umweltschutz und viele handeln entsprechend. Gleichzeitig ist der Gedanke der Freiheit sehr wichtig. Wir sind bereit uns einzuschränken, aber selbstverständlich möchten wir unser Leben auch genießen. Und das nicht nur heute, sondern auch in Zukunft. Die „Generation Z“ soll nicht – wie der Buchstabe „Z“ im Alphabet – die letzte sein, sondern hoffentlich „Generation Zukunft“.

Autorin: Marleen Plachetka
Unsere Autorin absolvierte im Juni 2022 ein Praktikum bei BLIX

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