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Derzeit wird seitens des Gesetzgebers an einer Neugestaltung des Zuschuss-Systems beziehungsweise gar der Abschaffung der staatlichen Zuschüsse beim Kauf von E-Autos gearbeitet. Vieles spricht jedoch dafür, die Prämien auf dem aktuellen Niveau zu halten und das Prozedere zugunsten der Käufer*innen zu ändern.

 

Batterieelektrische Autos mit einem Nettolistenpreis bis 40.000 Euro werden derzeit von staatlicher Seite mit 6000 Euro gefördert, dazu kommt ein Herstelleranteil von 3000 Euro. Durch die Mehrwertsteuerersparnis können Autokäufer gar mit einem Zuschuss von 9570 Euro rechnen. Bei einem Nettolistenpreis zwischen 40.000 und 60.000 Euro beträgt der Bundesanteil 5000 Euro plus 2500 Euro vom Hersteller, also 7500 Euro. Die laut Förderrichtlinie geltende Prämie wurde zuletzt bis Ende 2022 verlängert. 

 

Anreize zum Schritt in die E-Mobilität 

All das sind Anreize, Autofahrer zu motivieren, den Schritt in die Elektromobilität zu gehen. Der Preisunterschied zwischen einem Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Modell und seinem Verbrenner-Pendant liegt in der Regel zwischen 10.000 und 16.000 Euro.   

Die derzeitige Prämie trägt dazu bei, einen erheblichen Teil dieser Differenz auszugleichen. Allerdings ist diese staatliche Förderung seit längerem, bedingt auch durch die Folgen der Pandemie und aktuell durch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, in hohem Maße durch nicht mehr funktionierende Lieferketten bedroht. Da den Autoherstellern häufig Teile fehlen, dauert es meist Monate, mitunter gar länger als ein Jahr, bis ein bestelltes Fahrzeug dann endlich geliefert wird. Somit büßen viele Autokäufer die Elektroförderung des Staates ein. 

 

Prämienauszahlung bereits nach Vertragsabschluss

Ein wesentlicher Grund für dieses Dilemma liegt auch darin begründet, dass die Umweltprämie erst bei der Zulassung des Fahrzeugs ausgezahlt wird. Sinnvoll wäre es, die Auszahlung bereits bei erfolgtem Kauf auszubezahlen. Autohersteller warnen vor dem vorzeitigen Ende der Kaufprämie für E-Autos - Käufer können die Förderung erst beantragen, wenn der Wagen ausgeliefert ist. Derzeit kommt es aber zu langen Wartezeiten ab der Bestellung. 

 

Wegfall der E-Auto-Prämie wäre ein schwerer Vertrauensbruch 

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) hat sich gegen eine baldige Streichung der E-Auto-Kaufprämien gewandt. Aus gutem Grund. „Um die nationalen Klimaziele zu erreichen, haben die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag die Weiterentwicklung und Fortführung der Kaufprämie für Elektroautos bis 2025 angekündigt“, sagt VDIK-Präsident Reinhard Zirpel laut Mitteilung. „Die Hersteller von E-Fahrzeugen und ihre Kunden verlassen sich darauf. Ein abrupter Wegfall der E-Auto-Prämie würde daher einen schweren Vertrauensbruch bedeuten“. 

 

Zumindest im oberen Mittelfeld 

Die Deutschen tun sich mit der Anschaffung von Elektroautos noch immer schwer: 2017 hatten hierzulande nur 0,7 Prozent bzw. 25.056 von insgesamt 3.441.262 neu zugelassenen Personenkraftwagen einen Elektroantrieb. Trotz des geringen Anteils an Zulassungen lag Deutschland im Vergleich mit anderen europäischen Ländern allerdings bereits im oberen Mittelfeld. Verkaufsfördernde Maßnahmen wie etwa die Beibehaltung der Prämien auf dem aktuellen Niveau wären hier hilfreich. 

 

Autor: Franz Thoma

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