BLIX Banner1

BLIX April 2022 zum Artikel „Das Verschwinden“, S. 56

Sehr geehrter Herr Dr. Reck, fast täglich lese ich es in diversen Zeitungen, auch in Ihrem von mir sehr geschätzten BLIX, und ich höre es von den Partnern: den ‚Flächenfraß‘. Klar markige Worte liest man, verdecken vielleicht aber die Realität.

Vor 40 Jahren haben wir unser Häuschen gebaut und wenn wir aus dem Fenster schauen, ist das Grundstück nicht ‚verbraucht‘ oder gar ‚gefressen‘, nein es existiert immer noch. Es existiert sogar als Biotop – zumindest teilweise. Wo zuvor eine 4x jährlich gemachte und 2x jährlich gedüngte war, auf der höchstens kurzzeitig mal ein Löwenzahn blühen durfte, findet sich jetzt wieder Natur. Etwa ein Viertel ist bebaut, ein Viertel wird als Gemüsegarten und Terrasse genutzt. Der Rest ist mit heimischem Buschwerk bedeckt, eine Blumenwiese und Obstbäume erfreuen uns und die Spaziergänger. Auch ein Reisighaufen für das Kleingetier und ein paar Brennsesseln fehlen nicht. Im Garten summt und brummt es. Dort wohnt auch ein Igel. Der Schwerenöter frisst aber die schwarzen Lurche, wenn sie aus dem Steingarten kriechen. Das Oberflächenwasser von Dach und Hof fließt in die Zisterne, der Überschuss in die Versickerung. Und sehr ähnlich sieht es bei den meisten Nachbarn aus. O.k. – wir sind nicht perfekt. Wir könnten das Dach begrünen oder mit Photovoltaik belegen, die Pflasterung wieder aus dem Hof reißen etc. Da besteht noch Handlungsbedarf. Aber ökologisch im Sinne des Hermann Weber sind wir allemal, insbesondere im Verhältnis zum vorigen unbebauten Grundstück – und zu den meisten Wiesen in unserer Region allemal. Und unsere Kinder und Enkel. Fühlen sich hier wohl. Und den Menschen sollten auch die Öko-Gutmenschen in ihre Denkweise einbeziehen.

Mit freundlichen Grüßen Herrmann Schick, 88410 Bad Wurzach–Arnach

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­