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Ravensburg - Nun ist auch die Hoffnung gestorben beim Wochenblatt. Aus der Hoffnung, nach Corona wieder aus dem „Dornröschen-Schlaf“ erwachen zu können, wie noch Anfang Juni vom Wochenblatt-Management leise in Aussicht gestellt, wird nichts. Aus der Insolvenz gibt es kein Entrinnen mehr, die miesen Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache, räumen die Verleger ein. Den Rest erledigt nun die Ulmer Rechtsanwaltskanzlei Pluta.

Damit endet das Experiment, das Wochenblatt als einziges gedrucktes Massenmedium mit über 300.000 Exemplaren im Wettbewerb mit den Printprodukten von Schwäbisch Media am Markt vom Bodensee bis über die Alb zu halten. Die Konsequenz wird die „Marktbeherrschung im Bereich der redaktionellen Inhalte der Region wie auch im kommerziellen Bereich“ durch den Schwäbischen Verlag sein, erklärt Peter Mauritz, der mit Christoph Fluhr und ihrem gemeinsamen Unternehmen Prolimity GmbH vor zweieinhalb Jahren das Ravensburger Anzeigenblatt vor dem Untergang rettete. Es war ein Husarenstück, denn das vermeintlich eigenständige Wochenblatt war damals in den verdeckten Fängen des Schwäbischen Verlags, der es zur Marktbereinigung trotz schwarzer Zahlen mithilfe einer Insolvenz in der Versenkung verschwinden lassen wollte. Das misslang dank couragiertem Zugriff und hohem Invest durch die beiden Investoren.

Von Anfang 2018 bis kurz vor Pfingsten in diesem Jahr erschien fortan das „Unabhängige Wochenblatt“ wieder wöchentlich. Damit ist nun Schluss. Was Schwäbisch Media zunächst nicht geschafft hatte, hat nun Corona erledigt. Die versuchte Rettung mithilfe eines „Corona-Schutzschirmes“ half nur kurzfristig, es fehlte an einer weiteren Finanzierung durch Banken, die „aufgrund einer Überlastung durch Kreditanträge von deren eigenen Bestandskunden, nicht dazu bereit (waren), das WOCHENBLATT zu unterstützen“, heißt es in einer abschließenden Erklärung der Verleger. Und weiter: „Am bittersten ist die Entwicklung natürlich für die 1.170 engagierten Wochenblättler, die sich mit Leib und Seele in den vergangenen zweieinhalb Jahren für den Wiederhochlauf des Wochenblatts engagiert hatten und die derzeit ihre Anträge auf Arbeitslosengeld stellen müssen.“ Zur Erklärung: Der Großteil, nämlich rund tausend Beschäftigte, waren davon Austräger.

 

Autor: Roland Reck

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