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Gemeinderat befasste sich mit schnelleren Bahnverbindungen

Zukunftsvision: In 50 Minuten von Kißlegg nach Ravensburg



Foto: Gemeinde / Bahn
2040 könnte die Bahnstrecke Kißlegg – Aulendorf elektrifiziert sein.

Kißlegg – Mittwochabend, 10. Dezember. Ab 18.00 Uhr kommt der Gemeinderat im Esthersaal des Neuen Schlosses Kißlegg zusammen. Dabei gilt es, “jetzt ein Signal zu setzen”. Bürgermeister Dieter Krattenmacher informiert über eine wichtige Bahn-Entscheidung im Februar 2026 vorab die Ratsmitglieder. Lob bekommt Krattenmacher dafür von allen Fraktionen. Wirksam wird die Umsetzung aber erst ab 2040.

Von Kißlegg nach Friedrichshafen – ohne Umsteigen. Auf dieser Strecke liegt der Bahnhof Ravensburg; dieser soll dann vom Mehr-Seen-Ort im Allgäu in 50 Minuten erreichbar sein. Dank eines “Infrastrukturausbaus” der Strecke Kißlegg-Aulendorf. Dort sollen dann “Elektrotriebzüge” (mit Strom-Oberleitung) 140 Stundenkilometern fahren. Statt der 120 kmh, die bisher Dieselloks auf die Schiene bringen. Mehr Tempo dann auch dank flotterer Abfahrt in den Bahnhöfen.

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Schneller auf den Schienen. Das könnte heißen: Mehr Zeit zum Umstieg auf den Bahnhöfen selbst. Dann wäre auch leichter jemand in den Zug Aulendorf Kißlegg (samt Fortsetzung über Leutkirch, Memmingen nach München) eingestiegen, wer aus Richtung Karlsruhe Aulendorf erreicht hat. Denn aus Karlsruhe gibt es gelegentlich Verspätungen. Sowohl im schwäbischen Oberland selbst mit dem “Ringzug” als auch bei weiteren Verbindungen wäre damit mehr Tempo während der Fahrt selbst und daher mehr Zeit zum Umsteigen auf den Bahnhöfen denkbar. Die Idee, im Ring mit einer Fahrkarte durch die Region zu reisen, sei schließlich “2006 in diesem Saal geboren worden”, sagte Bürgermeister Krattenmacher bei der Gemeinderatssitzung im Esthersaal. 

Kißlegg müsste sich an den Kosten beteiligen

Eine frohe Botschaft – rechtzeitig zu Weihnachten. Wahr werden könnte sie ab 2040. Geplant werden muss sie allerdings schon ab Februar 2026. Bis dahin sollte der Kißlegger Gemeinderat entscheiden, wohin die Reise geht in Sachen (ober-)schwäbische Eisenbahn. Und damit auch festgelegt haben, wieviel Geld in den Folgejahren für die Planung des Ganzen aus der Kißlegger Rathauskasse fließen darf. Denn aus der “Region” – also aus dem Kreis Ravensburg – wären die Planungskosten vorzustrecken. Sie belaufen sich (heutige Berechnungsbasis) auf 7,78 Millionen Euro. Der Landkreis Ravensburg würde davon womöglich die Hälfte übernehmen. Die andere Hälfte müssten sich Gemeinden aufteilen, die etwas von dem Ganzen haben. Also etwa Kißlegg, Wolfegg und Aulendorf, aber auch Leutkirch und Wangen. Das wären 3,89 Millionen €, verteilt über 13 bis 15 Jahre. Ein Bericht von Bürgermeister Krattenmacher erwähnt dann auch Städte wie Ravensburg, die zum Mit-Bezahlen “eingeladen” würden. Die Gesamtkosten der Elektrifizierung / Ausbau bodo-Ringzug beliefen sich auf 101 Millionen € / Stand 2023; der Bund trüge das Gros der Kosten. Würde das Ganze dann noch gebaute Wirklichkeit, bestünden Chancen, dass Kißlegg vom Bund und/oder vom Land das vorgeschossene Geld zurückbekommt. Sofern fertiggestellt, würden wohl an die 1000 Personen pro Tag von und nach Kißlegg das dann neue Bahnangebot nutzen. Wichtig sei im Februar 2026 von Kißlegg aus “eine Botschaft in die Raumschaft”, sagte Bürgermeister Dieter Krattenmacher bei der Gemeinderatssitzung am 10. Dezember.

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“Die Gunst der Stunde”

“Kißlegg ist Bahnknotenpunkt”. So CDU-Fraktionsvorsitzender Christoph Dürr bei besagtem Gemeinderatstermin. Also einmal die Strecke München-Lindau (über Memmingen, Leutkirch, Kißlegg und Wangen), zum anderen die Strecke von Karlsruhe und Tübingen Richtung München (über Aulendorf, Kißlegg und Leutkirch). Insofern erweise sich die Strecke Kißlegg-Aulendorf als “enorm wichtige Verkehrsachse.” Die Kostenbeteiligung aus dem Rathaus Kißlegg liege im “überschaubaren Maß”. “Dann sollten wir das tun”, sagte Dürr. Der Unions-Fraktionshäuptling wunderte sich derweil etwas darüber, “warum das so lange dauern muss” (bis insgesamt 2040). Darauf antwortete Bürgermeister Krattenmacher: “Bahnprojekte sind Generationenprojekte”.

André Radke von den Freien Wählern Kißlegg erkannte in dem Vorhaben “die Gunst der Stunde”. Zumal Bund und Land die eigentlichen Baukosten in Höhe von etwa 100 Millionen Euro dann selbst übernähmen. Mit Landrat Harald Sievers und Bürgermeister Dieter Krattenmacher sieht Radke “zwei kraftvolle Player” am Werk, die sich da für das Bahnvorhaben stark machen. Deshalb sei es jetzt wichtig, “dass wir hier als Gremium hinter diesem Projekt stehen”.

Peter Killat (SPD) sagte in Richtung Bürgermeister Krattenmacher, “dass wir beide Bahnfans sind”. Andererseits befürchtete Killat: “Ich glaube nicht, dass das kommt.”  Umso mehr gelte: “Wenn nicht, machen sie uns die Geleise kaputt.” Daraus schloss Killat die Forderung: “Ich plädiere auch dafür, diesen Lottoschein jetzt auszufüllen.” Dieter Krattenmacher bestätigte Killat: 2006 wäre die Strecke Kißlegg-Wolfegg beinahe mal stillgelegt worden. Insofern gelte es “jetzt Signale zu setzen”. 
Julian Aicher

Unter “Downloads” haben wir die Sitzugsvorlage mit vielen Infos zur angedachten Elektrifizierung der Bahnstrecke Kißlegg – Aulendorf mit Einbindung in den Ringzug Aulendorf – Ravensburg – Friedrichshafen – Lindau – Wangen – Kißlegg hinterlegt.



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