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Die 250. Ausstellung der Städtischen Galerie

Zum Jubiläum eine hochwertige Ausstellung mit „Chaos und Ordnung“ von Jonas Schlumberger



Foto: Uli Gresser
Der Künstler Jonas Schlumberger mit seinen beiden Laudatoren Beate Leggemann und seinem Sohn Prof. Dr. Oliver Schlumberger.

Bad Wurzach – Zum Jubiläum der städtischen Galerie – es ist die 250. Ausstellung, die früher in den Räumen des Amtshauses und seit rund sieben Jahren in der Stadtbücherei stattfanden – haben die beiden Organisatorinnen Christine Linge und Doris Schäfer gemeinsam mit ihrer Vorgängerin Rosemarie Stäbler sowie Beate Leggemann mit Jonas Schlumbergers Ausstellung „Chaos und Ordnung“ eine tolle, diesem Anlass auch würdige Ausstellung auf die Beine gestellt.

Namens der Stadt sprach Klaus Schütt

Klaus Schütt hieß im Namen der Stadt die rund 70 Besucher der Vernissage nach einer kurzen Einführung von Christel Linge in Bad Wurzachs „Guter Stube“, dem Kapitelsaal, herzlich willkommen. Das Gebäude sei am Anfang in der Bürgerschaft sehr umstritten gewesen, aber inzwischen seien alle stolz darauf, berichtete der stellvertretende Bürgermeister den Gästen. Er freute sich auch, den Gerstettener Bürgermeister Roland Polaschek mit Gattin an diesem Abend begrüßen zu können.

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Der Künstler Jonas Schlumberger wuchs in Mähringen bei Ulm auf. Die große Familie des 1946 Geborenen war während des Krieges zweimal ausgebombt worden, seine Mutter während seiner ersten drei Lebensjahre schwer krank gewesen. Sein Kunstlehrer am Gymnasium– das er nur dank Bafög nach dem Honnefer Modell besuchen konnte – erkannte seine große Begabung und förderte ihn von Anfang an. So durfte er beispielsweise bei einer Ausstellung jenes besagten Lehrers in Ulm selbst zwei eigene Bilder ausstellen. Die mit Bestnoten bestandene Prüfung erworbene Zulassung zur Aufnahme in der Kunstakademie verhinderte der Vater aus finanziellen Gründen. Doch Jonas Schlumberger gab nicht auf: Er studierte Mathematik und Kunst sowie Philosophie auf Lehramt, zunächst für Grund- und Hauptschule, später erhielt er nach Zusatzprüfungen die Zulassung zum Realschullehrer.

Und hier schließt sich ein Kreis: Beate Leggemann, ohne die diese Ausstellung nicht zustande gekommen wäre, ist in Gerstetten aufgewachsen und lebt seit sieben Jahren in Bad Wurzach. Vor 51 Jahren ist Jonas Schlumberger als Kunst- und Mathematiklehrer an der Realschule Gerstetten „als ihr Lehrer in ihr Leben getreten“ sagte sie in ihrem Teil der Laudatio, in der sie den Mensch Jonas Schlumberger vorstellte. Der seinen Schüler/innen und den Menschen zugewandte Jonas Schlumberger sei – ausgestattet mit einer „Eselsgeduld“ – „ein Pädagoge wie man ihn sich für jedes Kind wünscht.“

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Für sie und ihre Klasse sei dieser Eintritt das große Los gewesen. Von ihm lernte sie offen zu sein für Neues, dass Übung den Meister macht und die Geduld auf sich selbst. Die Mädchenklasse kämpfte damals mit Erfolg darum, dass er sie für vier Jahre als Klassenlehrer bis zur Mittleren Reife führen durfte. In der Kunst-AG lernte sie, dass „Kunst“ mehr ist als Strichmännchen zu malen. Er schaffte es, ihr die Vielfältigkeit der Kunst nahe zu bringen. Was sie ebenfalls bewunderte, war die bei Ausflügen herrschende große Familienharmonie bei den Schlumbergers.

Die Laudatio sprach der Sohn

Jonas Schlumberger hatte zwar 30 Jahre keine Ausstellung mehr gemacht, sich aber stetig künstlerisch weiterentwickelt, berichtete Professor Dr. Oliver Schlumberger, der Sohn des Künstlers, in seinem Part der Laudatio zur Vernissage, zu der Tim Guler aus Dietmanns – trotz Prüfungsstress an diesem Tag – mit seinen exzellenten Saxophonklängen den musikalischen Part beisteuerte.

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Kunst zum Ukraine-Krieg

Der Umschwung, mit seiner Kunst wieder an die Öffentlichkeit zu gehen, brachte der russische Überfall auf die Ukraine vor zwei Jahren. Mit seinem damals gegründeten Verein „Kunst hilft! e.V.“ sammelt er Spenden für Kinder in Kriegsgebieten. „Denn Jonas Schlumberger weiß aus eigener Erfahrung, dass ein Krieg stets ein Krieg gegen Kinder ist.“ Für diese erfolgreiche Aktion stellte er zwei hochwertige Pigmentdrucke seiner Werke „Charkiv“ und „Mariupol“, die beide in der Ausstellung zu sehen sind, in limitierter und signierter Auflage zur Verfügung.

35 Werke in drei Serien

Dank seiner ehemaligen Schülerin Beate Leggemann, ohne die diese Ausstellung nicht zustande gekommen wäre, werden in „Chaos und Ordnung“ vor allem Bilder der letzten beiden Jahrzehnte gezeigt. Hier sind viele Werke zu sehen, die vorher noch nirgends ausgestellt wurden. Die 35 Werke wurden von Oliver Schlumberger in drei Serien unterteilt: die im und rund um den Kapitelsaal ausgestellten abstrakte Werke sowie die beiden Serien Schutzengel und die blaue, eher transzendente Serie Universe. Die abstrakten Werke seien, so beschreibt es Oliver Schlumberger, zwar von der Harmonie von Form und Farbe bestimmt, dabei aber keineswegs gegenstandslos, also keineswegs ohne eine über die Darstellung hinausgehende Aussage. Denn neben dem inneren und äußeren Auge des Künstlers kommt dabei noch ein drittes dazu: Das des Betrachters dieser als unfertige Geschichten bezeichneten Bilder.

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Die erstmals ausgestellte Serie „Universe“ ist auch die titelgebende: Beispielsweise dem Bild „Vermessung“ verweist der Künstler mit geometrischen Linien und Formen auf die Versuche des Menschen „das große Ganze“ zu ergründen, die aber durch Gitterlinien-Achsen gekrümmten Raum andeuten, also keinen geradlinigen Verlauf, sondern eher einen ungeraden, organischen Raum andeuten. Bei dieser Bildbetrachtung stellen sich die größeren Fragen: Gibt es eine Ordnung? Wie sieht sie aus? Wird sie sich uns je offenbaren? Was ist die ordnende, was die Chaos stiftende Kraft?“

Es gibt einen Ausstellungskatalog

Für die noch bis 5. Mai laufende Ausstellung, zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtbücherei zu sehende Ausstellung, haben die Ausstellungsmacher um Familie Schlumberger und Beate Leggemann keine Kosten und Mühen gescheut. Denn gegen ein geringes Entgelt haben die Besucher der Ausstellung „Chaos und Ordnung“ die Möglichkeit, diese in Form eines Ausstellungskataloges mit nach Hause nehmen zu können.

Beachten Sie bitte unsere Bilder-Galerie.

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BILDERGALERIE

Fotos: Uli Gresser

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