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Aus dem Gemeinderat

Radverkehrs-Experte nennt Schwachstellen und macht Vorschläge



Bad Wurzach – Bei der Gemeinderatssitzung am 2. Juni ging es auch um ein Radverkehrskonzept.

Der Gemeinderat hatte die Firma „top plan“ am 19.09.2022 mit der Erstellung eines entsprechenden Konzeptes beauftragt. Im Rahmen eines Workshops im Mai 2024 haben die Mitglieder des Gemeinderates Problemstellen und fehlende Verbindungen im Alltagsradnetz von Bad Wurzach erörtert. Anschließend wurde eine Melde­plattform freigeschaltet, auf der Bürgerinnen und Bürger Anregungen eintragen konnten. Die Erstellung des Radverkehrskonzepts umfasst eine vollständige Bestandsaufnahme sowie die an­schließende Analyse des bestehenden Radnetzes und der Fahrradabstellanlagen. Auf Grundlage dieser Informationen erstellte das Büro „top plan“ ein optimiertes Radnetz sowie ein Konzept für Fahrradabstell­anlagen.

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89 Anregungen aus der Bürgerschaft

Andreas Ampßler von „top plan“ stellte nun vor allem die Handlungsempfehlungen bei Gefahren- und Problemstellen mit entsprechenden Priorisierungen vor. Auf der Meldeplattform gingen 89 Anregungen ein. Auf Basis dieser Meldungen erstellte „top plan“  dann die Bestandsanalyse. Dabei wurden Belag, Breite, Zustand der Wege, die Verkehrssicherheit protokolliert. Es wurden Gefahrenstellen, Hindernisse, Netzlücken sowie die Radabstellanlagen auf 190 km Radnetz protokolliert und analysiert.

Alle erfassten Infos wurden in die RIWA-GIS-Datenbank eingearbeitet. Beispiel: Hindernis Umlaufschranke Parkstraße: Hier wurde festgestellt, dass die Durchgangsbreite unter einem Meter ist, sie kann also nur umständlich passiert werden. Da es sich um eine Kreuzung von Rad- und Fußwegen handelt, stelle sie keine ungewöhnliche Gefahrenquelle dar und könne, da die Verbindung eine wichtige Anbindung ans Gymnasium ist, ersatzlos abgebaut werden.

Das Konzept beinhaltet auch die Kartierung der Radwegführung. Außerorts verlaufen 59 % der Radwege auf Autostraßen, innerorts immerhin zu 17 % auf Straßen mit über 30 km/h, 12 % auf kombinierten Rad- und Gehwegen.

Bei der Analyse fanden die Planer 28 Gefahrenstellen, 40 Hindernisse und Problemstellen und 50 Streckenabschnitte mit Handlungsbedarf. Sie erarbeiteten Steckbriefe zu den einzelnen Abschnitten. Beispiel: Radwegführung an der B 465 gegenüber Holzbau Dangel.  Der durch Sträucher auf der einen Seite mit nur einem Meter Breite zu schmale Radweg verläuft auf 35 m nur durch einen hohen Randstein von der Fahrbahn der Bundesstraße getrennt. Da kein Begegnungsverkehr möglich ist und die Sicht auf die jeweilige Seite eingeschränkt ist, hält „top plan“ diese Stelle für gefährlich.

„Das Rad sicher und bequem abstellen zu können, ist eine Grundvoraussetzung für das Radfahren.“ So überschreibt „top plan“ auch das Kapitel mit den Radabstellanlagen. Auch hier fanden die Analysierer viele Negativ-Beispiele, die von nichtvorhanden (Riedsporthalle), ungeeigneten Vorderradhalter (Salvatorkolleg) bis eingeschränkten Zufahrtsmöglichkeiten (Schulzentrum) reichten. Aber auch positive Beispiele wie die Anlehnbügel vor dem Schloss oder bei Maria Rosengarten wurden registriert.

Bei Schulwegen Luft nach oben

Besonderen Wert legten Ampßler und sein Büro logischerweise auf die Optimierung der Schulwege. Diese seien wichtig und hier bestehe noch großes Entwicklungspotential.

Unterschieden werden müsse zwischen den Bedürfnissen von Alltagsradlern, die schnell und direkt ans Ziel kommen wollen, und Freizeitradlern, die gerne durch malerische und attraktive Landschaften abseits von großen Straßen fahren.

Die Innenstadt von Bad Wurzach habe aufgrund kurzer Wege ein großes Potential für den Alltagsradverkehr. Vom Birkhahnweg in der Reischbergsiedlung bis zum Gewerbegebiet West sind es nur knapp vier Kilometer, in denen alle wichtigen Zielpunkte mit dem Rad zu erreichen sind.

Als Maßnahmenkatalog, um das Ziel eines durchgängigen Alltagsradwegenetzes auch mit allen Ortsteilen zu erreichen, sieht „top plan“ vor, dass sich die Stadt aktiv in die Planungen von Baulastträgern wie Land und Bund einbringt um Radwegprojekte an Hauptverkehrsstraßen zu forcieren und zu priorisieren.

Zunächst gelte es die Gefahren- und Problemstellen am vorhandenen Netz zu beseitigen. Auch gute Radabstellanlagen gehören zur Radverkehrsförderung dazu. Um zukünftig die Bedürfnisse von Radfahrern bereits beim Bau von Wegen mit zu integrieren, gehöre ein Planungscheck Radverkehr mit zur Planung dazu. Dieser solle ab der Entwurfsplanung etabliert werden. Natürlich gehöre auch die Qualitätssicherung der Infrastruktur zu einem Radverkehrskonzept mit dazu.

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Diskussion im Rat

Klaus Schütt (CDU) und Petra Greiner (CDU) forderten eine konkrete Maßnahmenliste ein.  Diese würde laut Verwaltung jedoch aktuell noch keinen Sinn machen, da zunächst aufgrund der Datenanalyse eine Priorisierung gemacht werden müsse. Diese werde zu gegebener Zeit im Gemeinderat beraten werden.

Die Haidgauer Ortsvorsteherin und FW-Gemeinderätin Ernestina Frick bemängelte die Umlaufsperren beim Bahnübergang Kimpfler, weil diese so eng seien, dass die Radfahrer auf die L314 ausweichen müssten. Bürgermeisterin Alexandra Scherer verwies auf die Vorschriften der DB.

Manfred Braun (FW) berichtete von Radwegstrecken (auch innerorts) in Österreich, die Spaß machten, darauf zu fahren. Die rote Spur dort zeige den Autofahrern, dass sie die Radfahrer ernst nehmen sollten.

Richtiggehend geladen äußerte sich Berthold Leupolz, der Ortvorsteher von Eintürnen, der auch hauptberuflich als Leiter des Liegenschaftsamtes sich mit der Thematik zu befassen hat. Wenn man etwas ändern wolle, brauche man einen langen Atem. Es müssten sich Landkreis und Land in dieser Sache bewegen. Rund um Eintürnen bewegten sich die Radler auf Landstraßen mit viel Schwerlastverkehr, die teilweise Autobahnzubringer seien. Er kommentierte eine Antwort des grünen Verkehrsministers auf entsprechende Anfragen mit den Worten: „Da kommt mir die Galle hoch!“

Rainer Deuschel (Grüne) verwies auf seine Anfrage bei der letzten Gemeinderatssitzung bezüglich der Erneuerung der roten Radstreifen. Stadtbaumeisterin Kathleen Kreutzer erklärte, diese sein in den Sofortmaßnahmen enthalten. Bei jedem Ausbau einer Bushaltestelle würden diese mitgemacht.

Für Franz-Josef Maier (MirWurzacher) stellten die Schutzstreifen in ihrer aktuellen Form selbst eine Gefahr dar.
Uli Gresser

Die Präsentation des Büros „top plan“ haben wir unter „Downloads“ hinterlegt.

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Kommentar

Das mildere Mittel

Zum in der Gemeinderatssitzung am 2. Juni vorgelegten Radverkehrskonzept

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