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Neue Ausstellung im Haus am Stadtsee in Bad Waldsee

Ampelmenschen besuchen die Kleine Galerie



Foto: Peter Lutz
Axel Otterbach bei der Eröffnung der Ampel-Ausstellung in der „kleinen Galerie“ im Bad Waldseer Haus am Stadtsee. Im Hintergrund das stark diskutierte Bild “Schlagschnur”. Ist das eine Marionette oder verfängt sich er Protagonist im Netz?

Bad Waldsee – Nein, es handelt sich nicht um Mitglieder der ehemaligen Ampelregierung in Berlin. Für sie wäre der Platz in der „kleinen galerie“ wohl zu knapp. Stattdessen stellt Bernhard Schröder seine von DDR-Ampelmännchen inspirierten Arbeiten aus. Galerieleiter Axel Otterbach gelang es wieder, sehr sehenswerte Arbeiten eines besonderen Künstlers in die Kurstadt zu holen.

“Türmenschen”

Otterbach begrüßte die zahlreich erschienenen Kunstfreunde, unter ihnen Altbürgermeister Rudolf Forcher und die Laudatorin Anne Bösenberg. Beim Künstler Bernhard Schröder handelt es sich um einen Autodidakten, also um einen Kunstschaffenden, der durch eigene Anstrengung oder Selbstunterricht zu seinen Erfolgen kam. Solche Künstler seien kreativ, unabhängig und ungesteuert. Aus dem Handwerk des Bodenlegers fand Schröder zu seinen künstlerischen Talenten. Damit ist er bei weitem nicht alleine. Selbst Prominente wie Vincent van Gogh, Paul Cézanne, Andy Warhol, Ludwig Kirchner oder Francis Bacon sind Autodidakte. Schätzen müsse man deren Werke ebenso wie jene von akademisch ausgebildeten Künstlern. Autodidakte sorgen für Vielfalt in der Kunstszene.

Ursprungsgedanke von Schröders Arbeiten sind die von Karl Peglau 1961 in Berlin entworfenen Ost-Ampel-Männchen. Auf Verkehrszeichen müsse man achten, genauso aber auch auf Zeichen, die unsere Zukunft unsicher und düster darstellen, mahnte Otterbach und meinte damit, dass die öffentliche Kulturförderung reduziert werde. Besonders wegen der aktuellen demokratischen Herausforderungen brauche es eine Stärkung der Zivilgesellschaft, ist sich der Bildhauer sicher. Auch in der Erziehung müsse für kulturelle Bildung angesichts zunehmend diverser Gesellschaft mehr getan werden, um Teilhabe und Zusammenleben zu ermöglichen. Kultur solle kein Privileg Wohlhabender sein, sondern alle sollen zu ihr finden können. Den Besuchern der Vernissage versprach er Freude an Farbigkeit und Schmunzeln über die oft ironischen Inhalte der Arbeiten Bernhard Schröders und übergab das Rednerpult Anne Bösenberg.

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Anne Bösenberg (Bild), Kunsterzieherin, ist Lehrkraft am Gymnasium Weingarten. Den Künstler lernte sie bei der gemeinsamen Inspektion der Räumlichkeiten der Galerie persönlich kennen. Dabei erfuhr sie, wie  Bernhard Schröder fast aus Verlegenheit oder Spontaneität zum Künstler wurde, ausgehend von einer Aufforderung durch den Dozenten eines Kunstkurses. Seit 2010 schon zierte ein gehendes Ost-Ampel-Männchen seinen Schlüsselbund und zufällig fand man sich aus einem Kunstkurs zusammen!

Aufs Wesentliche reduziert

Bösenberg sieht in Karl Peglaus Ampelmännchen eine eigenartige körperliche Präsenz, obwohl doch ganz aufs Wesentliche reduziert. Weit ausschreitende Beine in seitlicher Stellung geben bei Grün die Geherlaubnis. Das einzige, was dem ursprünglichen Vorschlag nicht entspreche, seien aus technischen Gründen seine Finger. Selbst seine mollige Figur überlebte die deutsche Wiedervereinigung.

Schon bald danach entwickelte Markus Heckhausen unterschiedliche Produkte, die dem Ampelmännchen Kultstatus verliehen. Wo sie heute auftauchen, symbolisieren sie Aufbruch, Überwindung von Stillstand bzw. Beteiligung der Menschen. Bernhard Schröder entdeckte ein schier unerschöpfliches Potential. Aus einer Provokation im Kunstkurs entwickelte er eine Manie, meint Bösenberg wohl zurecht. Seine Bilder gehen nicht immer von den Figuren aus, aber dabei sind sie immer. Auch Materialien oder Objekte seien Ausgangspunkte. Auch von Anmutungen lasse sich Schröder inspirieren (siehe Aufschneiden einer Blutorange) oder von Materialfundstücken im Sinne produktiven Recyclings. Hier beschrieb sie Zusammenhänge bei der Entstehung des Bildes „Gemeinsam“ (Schlagschnur).

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“Blutorange”

In der vorliegenden Ausstellung seien Entsprechungen in Form und Farbe, Spiegelungen, Symmetrien und bildübergreifende Zusammenhänge zu entdecken, womit wohl der rote Faden auf der Rückseite der Galerie gemeint war. Schröders gutes Gespür für Ordnungen seiner Menschen in Bilder, wo sie sichtbar sind oder sich verstecken wollen, hob die Laudatorin hervor. Auch Bilder zum Mitspielen oder zum Zerlegen gibt es, wobei Strenge erhalten bleibe und nichts unachtsam werde. Nicht nur bei Ampeln im Straßenverkehr spiele das Leuchten eine Rolle. Auch in Schröders Arbeiten sei dies zu erkennen, betrachte man beispielsweise die Schnittkanten des farbigen Acrylglases, meine man, ein wirkliches Licht sei dahinter oder darunter!

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Anne Bösenberg im Gespräch.

In ihrer Betrachtung der Figuren findet Bösenberg beileibe nicht nur Ampelmännchen, sondern eben auch Ampelmenschen und vergleicht den roten stehenden Ampelmann mit ausgebreiteten Armen mit Leonardos Mensch mit ebenfalls ausgebreiteten Armen in Kreisform. Sogar der grüne schreitende Mann passe doch in Leonardos Kreisform. In jedem Bild gebe Schröder den Dingen freien Raum, wodurch aus Typen Menschen werden. Bei den Regenbogenmenschen laufen viele in eine Richtung, aber einer stellt sich dagegen, womit Anderssein oder Begegnung (von Menschen) entstehe. Wie im wirklichen Leben der Ampelfiguren, so auch in der Kunst, gebe es viele Themen. Bösenberg berichtete, in Dresden, Köln, Stuttgart und Heidelberg „ampeln“ Männlein oder Weiblein mit Zöpfen. Auch der Künstler lasse alles im freien Spiel, es gehe um die Figuren an sich und um ihr reiches Potential. Daher kommentierte sie abschließend noch die Türmenschen, wo Ampelmenschen um Figuren auf WC-Türen erweitert werden.

Bis 4. Januar

Diese lebendige und farbige Ausstellung ist bis 4. Januar zu sehen und zu empfehlen. Für 2026 hat Axel Otterbach erneut sechs Ausstellungen in der „kleinen galerie“ vorbereitet, man darf gespannt sein!

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Bernhard Schröder mit Ampel-Buch und Blumen, Geschenke für seine Laudatorin.

“Frau stellt alles in Schatten” (Ausschnitt; Totale unten)

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Von oben: Nadelevolution Ampelfrau, Nadelevolution 7000, Nadelevolution Gold

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“Richtungsfrei”

Ray Wilson Bauhaus

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Ampelmensch 1

Ausschnitt aus “Der rote Faden”

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Ampelmenschenevolution Gold

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“Frau stellt alles in Schatten”

Text und Fotos: Peter Lutz 




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