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AOK Bodensee-Oberschwaben sieht Aufklärungsbedarf bei Chlamydien, Syphilis und Co.

Worüber sich keiner traut zu reden



Foto: AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben

Region – Sie zählen zu den Tabuthemen in der Medizin, obwohl sie viele Menschen betreffen: sexuell übertragbare Infektionen, kurz STI (sexually transmitted infections). Während HIV in der öffentlichen Wahrnehmung stark präsent ist, geraten andere Erkrankungen wie Chlamydien oder Syphilis oft in Vergessenheit – zu Unrecht. Eine aktuelle Auswertung der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben zeigt: Die Zahl der STI-Fälle ist seit Jahren konstant.

„Ein Rückgang der Infektionen ist nicht zu beobachten – im Gegenteil: Die Anzahl der Patientinnen und Patienten ist seit Jahren konstant“, sagt Markus Packmohr, Geschäftsführer der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben. „Im Jahr 2019 waren in der Region Bodensee-Oberschwaben 258 AOK-Versicherte aufgrund einer Geschlechtskrankheit in Behandlung – 2023 waren es 255. Auch in den Jahren dazwischen stagnierten die Zahlen.“ Ein ähnliches Bild zeigt der Blick in die einzelnen Landkreise: Im Landkreis Ravensburg sank die Zahl der Betroffenen minimal von 123 im Jahr 2019 auf 117 im Jahr 2023.

Der Landkreis Sigmaringen verzeichnete 72 Patientinnen und Patienten im Jahr 2019 und 74 im Jahr 2023 und weist damit keine spürbare Veränderung auf. Auch im Bodenseekreis blieb die Lage mit 63 gemeldeten Behandlungen im Jahr 2019 und 64 im Jahr 2023 konstant. Die Gründe hierfür sind vielfältig: geändertes Risikoverhalten, ein Rückgang der Kondomnutzung, eine Zunahme der Sexualkontakte, mehr Vielfalt an Partnerschaftsmodellen und Sexualpraktiken sowie eine verbesserte Diagnostik und Testhäufigkeit. Auch das Wissen über STI und deren Übertragungswege ist oft lückenhaft, was die Ausbreitung begünstigt.

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Junge Menschen sind häufiger betroffen

„Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren sind besonders oft betroffen. Sie haben häufiger wechselnde Sexualpartner – gleichzeitig ist die Kondomnutzung in dieser Altersgruppe rückläufig.“, erklärt Susanne Schleicher, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Und auch in bestimmten Bevölkerungsgruppen, wie der homosexuellen Szene ist die Verwendung von Kondomen deutlich zurückgegangen. Dies steht vor allem Zusammenhang mit der Verfügbarkeit wirksamer HIV-Präventionsmaßnahmen (z.B. Präexpositionsprophylaxe), wodurch das Schutzverhalten gegen andere STI nachgelassen hat.

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STI bleiben oft unbemerkt

Die Symptome der STI können sehr unterschiedlich sein. Zu den häufigsten Anzeichen, die auf eine Geschlechtskrankheit hinweisen können, zählen beispielsweise ungewöhnlicher Ausfluss aus Harnröhre oder Vagina, Juckreiz, Rötung, Bläschen oder Warzen im Genital- oder Analbereich, Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen, Schwellungen in der Leistengegend, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie Allgemeinsymptome wie Fieber, Müdigkeit oder Unwohlsein. Es können aber auch keine oder nur geringe Anzeichen auftreten: Eine Chlamydien-Infektion beispielsweise löst häufig keine oder nur geringe Krankheitssymptome aus. „Das kann dazu führen, dass die Infektion unwissentlich weitergegeben wird“, so die Ärztin.

Was dabei viele nicht wissen: unbehandelt kann eine Chlamydien-Infektion sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen. Geschlechtskrankheiten sollten deshalb bereits von Beginn an durch sicheren Geschlechtsverkehr vermieden werden. Das Kondom ist dabei das wichtigste Hilfsmittel – richtig angewendet minimiert es den direkten Kontakt der Schleimhäute und Körperflüssigkeiten. Das reduziert das Risiko, sich mit Geschlechtskrankheiten zu infizieren.

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Geschlechtskrankheiten dürfen kein Tabuthema mehr sein

Mit dem richtigen Schutz lässt sich das Infektionsrisiko deutlich senken. „Aufklärung, Offenheit und regelmäßige Vorsorge sind der Schlüssel, um STI wirksam einzudämmen“, betont Markus Packmohr, AOK-Geschäftsführer. „Wenn wir das Thema enttabuisieren und junge Menschen frühzeitig erreichen, können wir langfristig etwas bewegen – nicht nur medizinisch, sondern auch gesellschaftlich.“

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