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Offener Brief der Allianz für Allgäu-Oberschwaben

Wir wollen einen versöhnlichen Schluss-Strich ziehen



In einem Offenen Brief wendet sich der Vorstand der Allianz für Allgäu-Oberschwaben an den Kommunalpolitischen Arbeitskreis Biosphärengebiet (KAB) unter Vorsitz von Bürgermeister Timo Egger (Fleischwangen). Egger wie auch das Prozessteam unter Führung von Franz Bühler und Lisa Polak traten für die Schaffung eines Biosphärengebietes Allgäu-Oberschwaben ein. Die Allianz für Allgäu-Oberschwaben, in der sich Landbesitzer und Landbewirtschafter zusammengeschlossen haben, sprach sich gegen die Schaffung eines Biosphärengebietes Allgäu-Oberschwaben aus. Der Offene Brief der Alllianz an die KAB hat laut Allianz dieses Ziel: Ein versöhnlicher Abschluss sowie der Blick nach vorne für die Region. Im Folgenden lesen Sie den Offenen Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Egger,
sehr geehrte Mitglieder des KAB
,
nach der Entscheidung des Kommunalpolitischen Arbeitskreises (KAB) am 13.11.2025, den Prozess zur Errichtung eines Biosphärengebiets zu beenden, wenden wir uns heute (24.11.; Anm. d. DBSZ-Red.) mit diesem Offenen Brief an Sie. Es ist uns ein Anliegen, nach den intensiven Diskussionen der letzten Jahre einen versöhnlichen Schlussstrich unter dieses Kapitel zu ziehen und gleichzeitig den Blick auf das zu richten, was unsere Region wirklich stark macht.

Dank an das Prozessteam

Zuerst gebührt unser ausdrücklicher Dank Herrn Bühler und Frau Polak vom Prozessteam. Sie haben in einem schwierigen Umfeld einen guten und stets fairen Job gemacht. Wir haben wahrgenommen, dass sie mit großem Engagement gearbeitet haben, dabei jedoch leider viel zu oft – insbesondere von übergeordneter Stelle – „hängen gelassen“ wurden und ohne die nötige Rückendeckung agieren mussten. Ihnen gilt unser Respekt.

Zur Entscheidung des Abbruchs

Auch wir bedauern den vorzeitigen Abbruch des Prozesses durch den KAB insofern, als dass hier das ursprüngliche Versprechen gebrochen wurde, jeden Gemeinderat selbst für seine Kommune entscheiden zu lassen.

Wir erkennen jedoch die faktische Notwendigkeit an: Durch die Entscheidung des Gemeinderats Ostrach am vergangenen Montag (17.11.25; Anm. d. DBSZ-Red.) gegen die Einrichtung eines Biosphärengebiets (BSG) ist die Schaffung eines solchen rein gesetzlich unmöglich geworden, da essenzielle Kernzonen-Flächen wegfallen. Damit lässt sich das Ende des Prüfprozesses zum jetzigen Zeitpunkt sachlich begründen.

Demokratie und kommunale Selbstverwaltung

Dass dieser Prozess nun beendet ist, werten wir dennoch als Erfolg der basisdemokratischen Kultur in unserer Region. Dank der starken kommunalen Selbstverwaltung und den gewissenhaften Gemeinderäten wurde verhindert, dass eine Entscheidung „von oben“ durchgedrückt wird.

Der Koalitionsvertrag wurde eingehalten: Dort war vereinbart, ein Biosphärengebiet zu prüfen. Diese Prüfung hat stattgefunden, und das Ergebnis ist nun, dass es in der vorgeschlagenen Form nicht funktioniert. Das ist ein legitimes Ergebnis eines offenen Prüfauftrags.

Kritik an der Verfahrensweise des Landes

Es muss an dieser Stelle deutlich gesagt werden: Das Ministerium in Stuttgart hat von Anfang an Fehler gemacht. Es war offensichtlich kein wirklich offener Prozess gewollt. Dass es am Ende doch zu einer echten Auseinandersetzung kam, ist allein der Beharrlichkeit der Kommunen und Bürger zu verdanken. Leider wurde versäumt, die konkreten Vorteile für die Region verständlich und greifbar herauszuarbeiten. Das ist in Stuttgart schiefgelaufen und hat die Akzeptanz vor Ort massiv beschädigt.

Chance für Alternativen vertan

Wir blicken mit Wehmut darauf zurück, dass in den letzten vier Jahren die Chance vertan wurde, in diesem sehr aufwändigen Prozess auch gleich echte Alternativen zu prüfen. Die Allianz für Allgäu-Oberschwaben hat die enge Zielvorgabe „BSG ja oder nein“ von Anfang an stark kritisiert. Diese Einseitigkeit rächt sich jetzt. Wir stehen vor einem „Nein“, ohne dass parallel andere Konzepte entwickelt wurden.

Blick in die Zukunft: Bewährtes nutzen

Doch dies ist kein Stillstand. Unsere Region verfügt über bewährte Strukturen, auf denen wir jetzt aufbauen können. Wir brauchen kein Großschutzgebiet, um unsere Heimat zu bewahren. Wir können nun mit Ideenreichtum, Gestaltungsfreiräumen und in vertrauten Beziehungen die Zukunft unserer Region gestalten – von hier, für hier.

Die Allianz wird mit Sicherheit weiterhin an ihren Vorstellungen von einer lebenswerten Biosphäre arbeiten. Unsere Website trug schon immer den Namen www.BIOSPHAERE-OBERSCHWABEN.DE.

Lassen Sie uns die Gräben zuschütten und gemeinsam auf der Basis von Vernunft und Regionalität arbeiten.

Mit freundlichen Grüßen,
i.  A. Michael Fick, Sprecher Allianz für Allgäu-Oberschwaben

Anm. d. DBSZ-Red.: Die Zwischentitel wurden vom Autor so vorgegeben.

Leserbriefe sind Meinungsäußerungen. Die Redaktion der Bildschirmzeitung akzeptiert ein breites Spektrum an Meinungen. Nicht veröffentlich werden extremistische, persönlichkeitsverletzende oder offensichtlich wahrheitswidrige Äußerungen.

Bevorzugt veröffentlichen wir Leserbriefe / Offene Briefe / Stellungnahmen zu lokalen und regionalen Themen. Aber auch Meinungsäußerungen zu allgemeinen Themen, die die hiesige Leserschaft bewegen, werden gerne entgegengenommen.

Zum Aus für das Biosphärengebiet hat die Bildschirmzeitung bisher folgende Meinungsbeiträge veröffentlicht: 

Unheilige Allianz
„Entscheidung gegen Biosphärengebiet ist ein Erfolg kommunaler Selbstbestimmung“
Die Gegner müssen nun konkret werden
Dann fehlt die regionale Bündelung
Die Behauptungen der Allianz eins zu eins übernommen
Auf neuer Basis gute Projekte entwickeln
Die Allianz steht jetzt in der Verantwortung
Die Bürger wurden nicht ausreichend gehört
„Eine vertane Chance für unsere Region“
„Ich bedauere es sehr”
„Den Prüfprozess Biosphärengebiet beenden!”
Das Nein verpflichtet

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