Skip to main content
ANZEIGE
Verleihung beim Eglofser Gerichtstag

Westallgäuer Heimatpreis für Georg Zimmer



Foto: Stephan Wiltsche
Preisträger Georg Zimmer aus Leutkirch, eingerahmt von Karl Milz (links), dem Vorsitzender des Heimatbundes Allgäu, und Karl-Heinz Marx, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins Eglofs. Rechts Laudator Dr. Kurt Lillich.

Eglofs / LeutkirchGeorg Zimmer, ehemaliger Baubürgermeister in Leutkirch und Regionalverbandsdirektor für den Raum Bodensee-Oberschwaben, ein Heimatliebhaber durch und durch, ist am 7. März mit dem Westallgäuer Heimatpreis ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde im Rahmen des Eglofser Gerichtstages, einem regionalkulturellen Glanzlicht im Westallgäuer Jahreskreis, verliehen. Die Reihe der Preisträger ist illuster: Auch Manfred Thierer, der im Vorjahr verstorbene große Heimatpfleger, und Alt-Oberbürgermeister Dr. Jörg Leist, „Lordsiegelbewahrer“ der einst Freien Reichsstadt Wangen, zählen dazu. Wie auch Dr. Guntram Blaser, der unvergessene Landrat des Kreises Ravensburg, der ein Konservativer im besten Sinne war, traditionsbewusst und heimatverbunden. Die Laudatio auf Georg Zimmer hielt Dr. Kurt Lillich, ein enger Weggefährte der herausragenden Leutkircher Heimatpfleger Georg Zimmer und Manfred Thierer. Lillich sprach vor vollem Dorfstadel in schönstem Schwäbisch. Auf unsere Bitte hin überließ er der Bildschirmzeitung „Der Leutkircher“ die Stichworte für seine in freier Rede gehaltene Laudatio.

Vor mehr als 40 Jahren, 1982, erarbeitete der junge Stadtbaumeister Georg Zimmer für Leutkirch eine Altstadtfibel, die all die Jahrzehnte über prägend für die Stadtentwicklung war und ist. Dass Leutkirch, das bis 1803 ebenfalls im Range einer Freien Reichsstadt stand, seinen historischen Charme auch in bauwütigen Zeiten erhalten konnte, das sei in starkem Maße Georg Zimmer zu verdanken, führte Kurt Lillich sinngemäß aus.

Der Laudator erinnerte auch daran, wie Georg Zimmer, Manfred Thierer, Jörg Leist und weitere Heimatliebhaber 1993 die Arbeitsgemeinschaft Heimatpflege im Württembergischen Allgäu e. V. aus der Taufe hoben. Lillich: „Das historische Kulturgut im württembergischen Allgäu zu erhalten und bei der kulturellen und landschaftsgerechten Entwicklung mitzuwirken – das war und ist das Anliegen dieser Arbeitsgemeinschaft.“ Dabei habe Georg Zimmer entsprechend seiner Profession zum Beispiel beim Gebäudeatlas mitgeschafft. Auch die Entwicklung der Themenwege sei ihm ein Anliegen gewesen. Und dann natürlich Schmidsfelden: Zimmer und seine Mitstreiter haben es geschafft, das fast verfallene Glasmacherdorf wieder zu beleben. Selbstredend war Georg Zimmer auch bei den großen Ausstellungsprojekten der Leutkircher Heimatpflege mit dabei, als der mit der Raumschaft verbundenen Bildhauer Konrad Hegenauer und Hans Multscher gedacht wurde. 

ANZEIGE

Das Herzensanliegen

Im Jahre 2000, vor einem Vierteljahrhundert also, wurde auf dem Winterberg bei Tautenhofen, in Sichtweite der A 96, die Galluskapelle eingeweiht. Mit Fug und Recht dürfe man das als das Herzstück des Zimmer’schen Dienstes für die Allgemeinheit sehen, so Kurt Lillich bei der Preisverleihung in Eglofs. Schon in den 1980ern hatte Georg Zimmer (Jahrgang 1944) die Idee im Kopf; bis zur Realisierung dauerte es ein gutes Jahrzehnt. Heute strahlt der blütenweiße Rundbau über die Hügel des Westallgäus und lockt so manchen Autofahrer zur inneren Einkehr. Zimmer sorgt mit einem Förderverein, dessen Vorsitz er nach wie vor innehat, übers Jahr für ein anspruchsvolles meditativ-religiös-kulturelles Programm, so dass die Kapelle, die den Allgäu-Heiligen Gallus, Magnus und Kolumban geweiht ist, mit Leben erfüllt wird.

So in etwa skizzierte Kurt Lillich am vergangenen Freitag (7. März) in Eglofs Leben und Leistung seines Freundes Georg Zimmer. Dabei legte Lillich Wert auf die Feststellung, dass Zimmer ein weltoffener Mensch sei, nie und nimmer ein „Heimatdimpfel“. Laut Stichwortzettel sagte er: „Georg Zimmer auf das Allgäu fixiert?  Im Gegenteil, seit Jahrzehnten macht er Reisen in die entferntesten Winkel der Welt; sein Reisen ist keineswegs beschränkt auf Sightseeing, sondern gilt vertiefter Befassung mit der fremden Kultur.  Aus der Offenheit für andere Kulturen wächst die Wertschätzung dessen, was man hier hat und wo man in der Weiterentwicklung mitgestalten kann. In diesem Sinn hat sich Georg Zimmer in mehr als 40 Jahren um das Allgäu verdient gemacht.“

Der Eglofser Gerichtstag

Der Gerichtstag in Eglofs ist eine Art Fasten-Theater mit regionalpolitischen Bezügen sowie eine Stegreif-Gerichtsverhandlung, die an das historische Freigericht zu Eglofs anknüpft, das von 1243 bis 1802 bestanden hatte. Die Zuschauer werden Zeugen von Klagen, Verteidigungsreden und Richterspruch bei einer Gerichtssitzung, bei der Bier auf dem Verhandlungstisch steht und das Ganze nicht so ernst gemeint ist, wie es daherzukommen scheint. Auch das Publikum spricht während der Verhandlung dem Gerstensaft zu; gereicht werden dazu Allgäuer Kässpatzen. Bestandteil der Veranstaltung ist stets auch die Verleihung des Westallgäuer Heimatpreises. Als Vater des Heimatpreises gilt Karl Stiefenhofer, auch er ein Heimatpfleger von hohen Graden. Veranstalter ist der Geschichts- und Heimatverein Eglofs unter dem heutigen Vorstand Karl-Heinz Marx.
Gerhard Reischmann

ANZEIGE

Georg Zimmer bei seiner Danksagung. Auf dem Pult der Westallgäuer Heimatpreis, ein vom verstorbenen Eglofser Künstler Bernhard Schnetzer nach dem Vorbild eines alten Holzstückes gefertigter Bronzeguss. Foto: Stephan Wiltsche




NEUESTE BEITRÄGE

Acht Gruppen aus dem ganzen Land waren eingeladen

Treherzer Sternsinger beim Ministerpräsidenten

Stuttgart – Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am 12. Januar acht Sternsingergruppen aus ganz Baden-Württemberg empfangen und ihnen für ihren Einsatz gedankt. Mit dabei: eine Sternsingergruppe aus Treherz (Seelsorgeeinheit Aitrachtal).
Mitteilung von Raimund Haser MdL und Petra Krebs MdL

Wangen erhält 32 Millionen Euro für den Breitbandausbau

Stuttgart / Wangen – Gestern Abend (13.1.) wurde der Stadt Wangen im Allgäu von Innenminister Thomas Strobl der Förderbescheid des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 32 Millionen Euro für den weiteren Ausbau des Breitbandnetzes übergeben. Der Bescheid wurde offiziell an Oberbürgermeister Michael Lang überreicht. Gemeinsam mit den bereits bewilligten 40 Millionen Euro aus dem Bundesförderprogramm verfügt die Stadt nun über insgesamt 72 Millionen Euro Fördermittel für den Ausbau ihrer digital…
von Raimund Haser und Petra Krebs
veröffentlicht am 14. Januar 2026
16. Januar

Die Grabowskis treten im Haus am Stadtsee auf

Bad Waldsee – Mit einer witzig-makaberen Musik-Comedy wird bei der Kleinkunstreihe „Kultur am See” die neue Spielzeit 2026 eröffnet. Die „Grabowskis” kommen mit ihrem Programm „Die unteren 10 000″ nach Bad Waldsee: Sie spielen im „Haus am Stadtsee”, nicht – wie fälschlicherweise in der Anzeige in der Bildschirmzeitung vermerkt – in der Stadthalle. Das Trio gastiert am Freitag, 16. Januar, in Bad Waldsee – nicht am Samstag, wie irrtümlich im Programmheft abgedruckt; Beginn ist um 20.00 Uhr.
Mitteilung des Netzwerks Naturschutz Allgäu-Oberschwaben

Windkraft-Protest bei Hagel-Besuch

Kißlegg – „Bei klirrender Kälte, aber strahlend blauem Himmel, bereitete am 3. Januar eine spontane Mahnwache von Windkraftgegnern dem CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Manuel Hagel, vor der ,Heimat Bärenweiler’ einen unerwarteten Empfang“, heißt es in einer Mitteilung des Netzwerks Naturschutz Allgäu-Oberschwaben, die wir hier ungekürzt wiedergeben:
von Friedrich-Thorsten Müller, Netzwerk Naturschutz Allgäu-Oberschwaben
veröffentlicht am 14. Januar 2026
Feneberg-Krise

Die Filialen sind uneingeschränkt in Betrieb

Leutkirch / Isny / Wangen / Kißlegg / Bad Waldsee (dbsz) – Die Feneberg Lebensmittel GmbH mit Sitz in Kempten/Allgäu hat beim Amtsgericht Kempten ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt. Ziel sei es, „das Unternehmen wirtschaftlich nachhaltig neu aufzustellen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter. „Die Kundinnen und Kunden können in allen Lebensmittelmärkten der Feneberg Lebensmittel GmbH wie gewohnt einkaufen: Alle Märkte b…

MEISTGELESEN

Ausführlicher Bericht

Bad Wurzach lehnt Biosphärengebiet ab

Bad Wurzach (dbsz) – Bad Wurzach steigt aus dem Prüfprozess zur Schaffung eines Biosphärengebietes in Oberschwaben aus. Mit 17 zu 4 Stimmen wurde am Montagabend (13.10.) in der Gemeinderatssitzung der Antrag der CDU-Fraktion angenommen. Ein Antrag der zweiköpfigen Fraktion der Grünen auf Vertagung einer Beschlussfassung wurde mit derselben Mehrheit abgelehnt. Die Entscheidung Bad Wurzachs gilt als schwerer Rückschlag für den Prozess, verfügt die Stadt doch mit dem Wurzacher Ried über ein Herz…
Rettung des Reutener Pfarrhauses

Der Rat des Christian Skrodzki

Reute / Bärenweiler / Urlau – Christian Skrodzki ist in Sachen Altbau-Rettung ein Schwergewicht. Er war die Lokomotive beim Vorzeigeprojekt „Bürgerbahnhof Leutkirch“, der von einer Genossenschaft getragen ist. Die Genossenschaftsidee hat der Leutkircher Altbau-Entwickler auch bei der Genuss-Manufaktur in Urlau eingebracht. Seine ganze Kraft wendet er seit einigen Jahren dem Projekt „Heimat Bärenweiler“ zu, einem einst Waldburg-Zeil’schen Weiler bei Kißlegg, der über Jahrhunderte als Alterssit…
Betroffen: Aichstetten, Aitrach, Bad Wurzach, Kißlegg, Leutkirch, Isny, Wangen, Wolfegg und weitere Gemeinden

Verzögerungen bei der Müllabfuhr im östlichen Teil des Landkreises  

Landkreis – Aktuell kommt es im östlichen Teil des Landkreises Ravensburg zu Ausfällen und Verzögerungen bei der Müllabfuhr. Grund hierfür ist ein Dienstleisterwechsel sowie erschwerte Anfahrten durch die momentane Witterung. Betroffen sind insbesondere die Gemeinden Aichstetten, Aitrach, Amtzell, Argenbühl, Bad Wurzach, Kißlegg, Leutkirch, Isny, Wangen, Vogt und Wolfegg. Das Landratsamt bittet darum, Nichtleerungen zu melden und sich über die kostenlose Abfall-App über Verzögerungen ode…
Seminare im Februar

Bauernschule Bad Waldsee

Bad Waldsee – Folgende Seminare bietet die Bauernschule Bad Waldsee im Februar an:
Chlorgas-Austritt

300 Menschen aus Therme in Bad Saulgau evakuiert

Bad Saulgau – Am Freitagabend (9.1.) ist es in der Therme Bad Saulgau zu einem Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst gekommen. Kurz nach 17.00 Uhr wurde ein Chlorgasaustritt festgestellt, woraufhin die Anlage vorsorglich geräumt und der Bereich durch die Feuerwehr und die Polizei weiträumig abgesperrt wurde. Rund 300 Badegäste und Mitarbeiter mussten das Gebäude verlassen. Das meldete der Informationsdienst SWD am 9. Januar um 20.07 Uhr. “Zu keinem Zeitpunkt bestand eine Gefahr für die Bes…

TOP-THEMEN

Stuttgart – Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am 12. Januar acht Sternsingergruppen aus ganz Baden-Württembe…
Leutkirch / Isny / Wangen / Kißlegg / Bad Waldsee (dbsz) – Die Feneberg Lebensmittel GmbH mit Sitz in Kempten/Allgäu …

VERANSTALTUNGEN