Towerstars feiern in Bad Nauheim dritten Auswärtssieg in Folge
Ravensburg – Die Ravensburg Towerstars haben das letzte Auswärtsspiel des Jahres 2025 in Bad Nauheim knapp, aber nicht unverdient mit 2:0 für sich entschieden. Das Team von Coach Bo Subr überzeugte mit taktischer Disziplin, erzielte nach einwöchiger Durststrecke wieder einen Powerplay-Treffer und hatte mit Nico Wiens einen Torhüter zwischen den Pfosten, der sein DEL2-Debüt mit einem Shutout krönte.
Beim letzten Auswärtsspiel des Jahres 2025 in Bad Nauheim gab es in der Ravensburger Aufstellung eine ganz besondere Konstellation. Da Stammkeeper Ilya Sharipov krankheitsbedingt das Bett hüten musste und auch Nico Pertuch gesundheitlich angeschlagen war, stand Nico Wiens zwischen den Pfosten. Das 20-jährige Eigengewächs des EV Ravensburg, das zwischenzeitlich bei der U20 in Ingolstadt aktiv war und zu dieser Saison zu den Selber Wölfen wechselte, stand erstmals in seiner Karriere in einem DEL2-Spiel zwischen den Pfosten. Doch damit noch nicht genug: Als Backup saß Torhüter-Coach Matthias Nemec auf der Bank. Der 35-Jährige wurde für derartige Notfälle vor einigen Wochen lizenziert und stand zweieinhalb Jahre nach seinem Karriereende prompt wieder in der Aufstellung.
Vor 3022 Zuschauern im bitterkalten Colonel-Knight-Stadion, darunter 200 Fans aus Ravensburg, waren wirklich herausgespielte Tormöglichkeiten in den ersten 20 Minuten ziemliche Mangelware. Zwar gab es sicherlich die eine oder andere brenzlige Situation auf beiden Seiten, doch sowohl Nico Wiens als auch sein Gegenüber Jerry Kuhn waren auf dem Posten. Auf Ravensburger Seite hatte Odeen Tufto in der 14. Minute die wohl beste Möglichkeit. Er brachte den Handgelenkschuss aus dem Slot aber nicht am Bad Nauheimer Torhüter vorbei. Auch wenn der erste Spielabschnitt torlos blieb, kam es zwei Sekunden vor der Pausensirene zu einer Schlüsselszene: Gegen Sebastian Cimmerman wurde eine Strafe wegen Beinstellens ausgesprochen, sodass die Towerstars den zweiten Abschnitt in Überzahl beginnen konnten.
Ganze 53 Sekunden waren im zweiten Abschnitt gespielt, als Julian Eichinger von der blauen Linie einen weit öffnenden Pass an den linken Bullykreis spielte und von dort Robbie Czarnik den Puck platziert zum 0:1 ins linke Eck setzte. Die Freude im Team und bei den Fans war groß, wurde allerdings kurz danach von einem Ausfall getrübt. Denis Pfaffengut wurde mit voller Wucht von einem gegnerischen Schläger getroffen und musste mit einer stark blutenden Wunde in die nahegelegene Uniklinik gebracht werden. Dem disziplinierten Auftritt des Ravensburger Teams tat das jedoch keinen Abbruch. Die Towerstars hatten weiterhin mehr vom Spiel, checkten effektiv vor und was dennoch auf das eigene Tor kam, parierte Torhüter Nico Wiens hoch konzentriert. Die wohl beste Möglichkeit zum Ausbau der Führung hatte die erste Sturmreihe in der 35. Minute. Innerhalb von Sekunden scheiterte sie gleich zweimal aus aussichtsreicher Position in Person von Mark Rassell und Robbie Czarnik.
Es war klar, dass die Towerstars im Schlussdrittel hart um die knappe Führung kämpfen mussten. Bad Nauheim forcierte das Tempo und brachte die Scheibe nun schneller durch die neutrale Zone. Sicherlich gab es den einen oder anderen gefährlichen Schuss auf das Ravensburger Tor und einmal rettete die Querlatte für Nico Wiens – insgesamt agierte die Towerstars-Abwehr aber äußerst konsequent und ohne wirkliche individuelle Fehler. Mit diesem Selbstbewusstsein im Rücken tickten die Minuten herunter. Brenzlig wurde es noch einmal in der Schlussphase, als Bad Nauheims Trainer Peter Russell vor einem Bully in der Ravensburger Zone eine Auszeit nahm und den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm. Doch auch hier blieben die Oberschwaben besonnen, erkämpften sich den Puck und als Julian Eichinger diesen aus der eigenen Zone zum 0:2 ins verwaiste Tor der Hausherren schickte, war der Sieg unter Dach und Fach.
Mit der Schlusssirene wurde freilich Nico Wiens besonders gefeiert: Beim DEL2-Debüt über die volle Distanz zwischen den Pfosten zu stehen und dabei einen Shutout zu verbuchen, ist keine alltägliche Angelegenheit in der Karriere eines Torhüters.







