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So wird der Garten klima-fit

Tipps zum Gärtnern in der Klimakrise



Foto: Andrea Hohlweck, BUND Heilbronn Franken
Futterpflanzen

Stuttgart – Wetterextreme machen Gärtner*innen das Leben schwerer, Umdenken bei Planung und Gestaltung spart Arbeit, Anpassung ist oft ohne viel Aufwand möglich.

Zu trocken und heiß oder zu nass und kühl: Die zunehmenden extremen Wetterlagen aufgrund der Klimakrise stellen viele Gartenbesitzer*innen vor Herausforderungen. Der BUND gibt Tipps, wie Sie mit ein wenig Umdenken und vorausschauender Planung Ihren Garten krisenfester machen.

Ein kollektives Aufatmen ging durch das Land, als Ende Mai endlich wieder Regen auf Deutschland prasselte. Denn das Frühjahr 2025 war überdurchschnittlich trocken. Nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch viele Gartenbesitzer*innen machten sich Sorgen um ihre Pflanzen in der Wachstumsphase. Einige Wettermodelle deuten jedoch darauf hin, dass uns auch ein besonders heißer und trockener Sommer bevorstehen könnte. Wie können Gärten und Balkone darauf vorbereitet werden? „Wer vorausschauend plant und mit Althergebrachtem bricht, kann Garten oder Balkon kurz- bis mittelfristig an das veränderte Klima anpassen und sich damit auch viel Arbeit und Mühe ersparen“, betont Fabio Schwab, Gartenexperte beim BUND Baden-Württemberg. 

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Alte Sorten oder mediterrane Pflanzen

Bei der Auswahl der Pflanzen kann man etwa auf alte, regionale Obst- und Gemüsesorten setzen. Sie sind häufig robuster und können mit Trockenstress gut umgehen. Viele mehrjährige, heimische Stauden kommen mit Trockenheit ebenfalls gut zurecht und bieten gleichzeitig zahlreichen Insekten und Vogelarten Nahrung. Inzwischen fühlen sich aber auch wärmeliebende exotische Obstgehölze wie Feige oder Pfirsich bei uns wohl. Sie mögen es traditionell heiß und vertragen Trockenheit sehr gut. Generell lässt sich sagen, dass für viele Pflanzen des Mittelmeerraums das hiesige Klima immer attraktiver wird. „Pflanzen aus einem mediterranen Kräutergarten wie beispielsweise Thymian, Salbei und Rosmarin sind für unsere klimafesten Gärten eine gute Wahl“, empfiehlt Schwab.


BUND-Empfehlungen für klimakrisenfeste Pflanzen, auf die auch heimische Tiere fliegen: 

Top 5 der Beet- und Balkonpflanzen: Kartäuser-Nelke, Tauben-Skabiose, Wiesensalbei, Blutroter Storchschnabel, Oregano.

Top 5 der Bäume & Sträucher: Besenginster, Sal-Weide, Elsbeere, Feldahorn, Gewöhnliche Berberitze.

Gehölze und Pflanzen bezieht man am besten aus regionalen Baumschulen und Gärtnereien. Dabei sollte man vorzugsweise torffrei gezogene Pflanzen wählen und auch bei Gartenerde darauf achten. Außerdem sollte Saatgut möglichst regional und biologisch zertifiziert sein. 

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Gute Grundlage: Wasser im Boden halten

Der nachhaltigste Tipp für einen klimafesten Garten lautet: Immer den Boden bedecken! Dafür bepflanzt man so viele Flächen wie möglich – gerne auch Fassaden oder Dächer. Das hilft CO2zu speichern, Sauerstoff zu produzieren, zu kühlen und weniger Wasser zu verdunsten. Je höher der Humusanteil im Boden ist, desto mehr Wasser kann er speichern. „Deshalb den Boden möglichst wenig bearbeiten oder umgraben, sondern ihn stattdessen mit bodendeckenden Pflanzen wie Klee als Gründüngung einsäen, mulchen und Gartenabfälle kompostieren. Eine Schicht aus Mulch-Material wie Hackschnitzel oder Grünschnitt als Bodenbedeckung lässt weniger Feuchtigkeit aus dem Boden Ihrer Gemüsebeete austreten“, rät Schwab.

Abschied von kurzgeschorenen Rasenflächen

 Der Sport- und Spielrasen dominiert immer noch viele Gärten in Baden-Württemberg. Dabei sind die meisten Rasenflächen Monokulturen, die viel Pflege und auch Wasser benötigen. Durch die geringe Wurzeltiefe der angesäten Gräser vertrocknen die Rasenflächen besonders schnell. Besser wäre es, sie in pflegeleichte Staudenbeete oder mehrjährige Blühwiesen zu verwandeln. Diese müssen nicht mehr gegossen und nur ein- bis dreimal pro Jahr gemäht werden. Dafür bieten sie unseren heimischen Insekten viele Nahrungs- und Versteckmöglichkeiten. Flächen, die man regelmäßig betreten will, kann man auch in einen Kräuterrasen umwandeln, der sowohl aus heimischen Gräsern als auch aus zahlreichen Wildkräutern besteht. Er braucht wenig Pflege, verbraucht weniger Wasser und wächst an jedem Standort. Das Beste: Man muss dafür gar nichts tun. „Sie können Ihren vorhandenen Rasen einfach abmagern, indem Sie Ihre Pflege reduzieren. Der Verzicht auf Düngen, Jäten und zusätzliche Bewässerung sowie eine etwas reduzierte Mahd, führt dazu, dass Klee, Gänseblümchen, Gundermann oder Ehrenpreis ganz von selbst den Weg in Ihren Rasen finden. So entsteht schon nach wenigen Jahren eine insektenfreundliche und gleichzeitig problemlos betretbare Rasenfläche“, erklärt Fabio Schwab. 

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Regenwasser speichern und richtig gießen

Für die notwendige Bewässerung im Garten und auf dem Balkon sollte man möglichst Regenwasser nutzen. Das Wasser kann in Eimern, Fässern oder unterirdischen Zisternen aufgefangen werden und wird von vielen Pflanzen besser vertragen als teils gechlortes und kalkreiches Leitungswasser. Auch wie Sie gießen, ist wichtig: Viele Menschen gießen ihren Garten zu häufig und zu oberflächlich. Die Pflanzen gewöhnen sich an die regelmäßige Wasserzufuhr und wurzeln gar nicht erst in tiefere Erdschichten hinein. Wer dagegen seltener und dafür ausgiebiger gießt, sorgt für tiefere Wurzeln und macht sie toleranter gegenüber trockenen Phasen. Damit das Wasser nicht direkt verdunstet sollte man an heißen Tagen die frühen Morgen- oder späten Abendstunden nutzen und mit Schlauch oder Gießkanne direkt in den Wurzelbereich gießen. Auch Hilfsmittel wie eine Tröpfchenbewässerung oder Baumbewässerungssäcke sind sinnvoll. „Möglichst wenige versiegelte Flächen im Garten sorgen dafür, dass Wasser versickern kann und nicht verdunstet. Aus den entfernten Betonplatten der Terrasse kann man zum Beispiel noch ein Hochbeet oder eine Kräuterspirale bauen“, so der Tipp des Garten-Experten.
 
Hintergrund:  Fabio Schwab ist Mitglied im Vorstand des BUND Mittleres Albtal. Dort engagiert er sich unter anderem im Projekt Artenvielfalt, das mit Informationen, Pflanzaktionen und Beratungen die biologische Vielfalt auf öffentlichen Flächen sowie Gärten und Balkonen fördert und dafür im April mit dem Landesnaturschutzpreis 2024 Baden-Württembergs ausgezeichnet wurde.




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