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Verkehrsunfallstatistik 2024

Polizeipräsident Uwe Stürmer stellt Verkehrsunfallstatistik 2024 vor



Allgäu-Oberschwaben – Leichter Rückgang der Gesamtunfallzahlen – Fast ein Drittel weniger Verkehrstote – Weniger Schwerverletzte – Zwanzigjahrestief bei den Zahlen der Verkehrstoten und Schwerverletzten – Deutliche Zunahme der Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen! Das Polizeipräsidium Ravensburg ist dem bundesweiten Ziel, der sogenannten “Vision Zero” – realistischer Weise der massiven Reduzierung von Todesopfern und Schwerverletzten im Straßenverkehr -, einen beachtlichen Schritt nähergekommen:

“Im Jahr 2024 haben wir bei den besonders schweren Verkehrsunfällen einen erneuten Rückgang verzeichnet,” so Polizeipräsident Uwe Stürmer bei der Vorstellung des Verkehrssicherheitsberichts 2024. Sowohl bei den Schwerverletzten als auch den Getöteten ist der Wert der niedrigste der vergangenen 20 Jahre. Im Jahr 2023 wurden noch 453 Personen bei Unfällen schwer verletzt, 2024 waren es nur 430. “Obwohl sich die Gesamtunfallzahlen auf einem langjährig hohen Niveau befinden, ist es erfreulich, dass die Anzahl der Schwerverletzten zurückging,” erläutert Stürmer. Die Gruppe der Zweiradfahrenden (Fahrrad und Kraftrad) nimmt dabei mit 58 Prozent einen großen Teil der Unfälle mit Schwerverletzten ein. Noch weitaus deutlicher fiel der Rückgang bei den Getöteten aus: “Hier verzeichnen wir sogar einen Rückgang von 41 Prozent, und zwar von 39 auf 23,” unterstreicht der Polizeipräsident. Moderater ist dagegen der Rückgang der Leichtverletzten um rund 2 Prozent. Darüber hinaus haben sich im Vergleich zum Vorjahr in den drei Landkreisen rund 400 Unfälle mit Blechschäden weniger ereignet. Dennoch befinden sich die Gesamtunfallzahlen noch immer über dem Niveau vor der Corona-Pandemie.

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Zu den Ursachen führt der Polizeipräsident aus, dass bei den besonders folgeschweren Unfällen nach wie vor Geschwindigkeit die Hauptunfallursache Nummer eins darstellt, gefolgt von Vorfahrtsverstößen und Verstößen gegen das Rechtsfahrgebot. Das Polizeipräsidium Ravensburg verzeichnete darüber hinaus knapp vier Prozent weniger Unfälle, die unter Alkoholeinwirkung verursacht wurden. Dagegen gab es bei den Unfällen von Verkehrsteilnehmenden, die unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln standen, eine Zunahme. “Trotz der Anhebung des Grenzwerts im Zuge der Cannabis-Legalisierung war diese Entwicklung zu erwarten. Dies spiegelt sich auch in den Zahlen der Verkehrsüberwachung wider – auch hier haben wir rund ein Drittel mehr Fahrzeuglenkende unter Cannabiseinfluss festgestellt und zur Anzeige gebracht,” erklärt Uwe Stürmer.

Bei den Unfällen mit Zweirädern sind die Zahlen bei den Motorradunfällen leicht gesunken (von 332 auf 318). Allerdings gab es rund ein Drittel mehr schwerverletzte Motorradfahrende als im Jahr 2023. Erfreulich ist laut Stürmer, dass sich die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Motorradfahrenden von 6 auf 3 halbiert hat. Auch bei den Motorradunfällen ist die Hauptunfallursache noch immer Geschwindigkeit. Der zu beobachtende Anstieg der Unfälle mit Radfahrenden scheint sich dagegen fortzusetzen: hier verzeichnet das Polizeipräsidium einen leichten Anstieg um 3,6 Prozent. Die Zahl der schwerverletzten Fahrradfahrenden ist jedoch leicht zurückgegangen (von 150 auf 146), die Zahl der getöteten Fahrradfahrenden war sogar stark rückläufig (von 12 auf 5). Bemerkenswert ist dagegen, dass entgegen der Zunahme des Pedelec-Anteils in den vergangenen Jahren dieser Trend nun zum Erliegen zu kommen scheint. “Wir haben bei den Unfällen einen Anteil von 39 Prozent an Pedelec-Lenkenden und 61 Prozent an Fahrradfahrenden verzeichnet.” Bei den Fahrradfahrenden ist Alkoholeinfluss die Hauptunfallursache. “Anstatt sich alkoholisiert an das Steuer eines Kraftfahrzeugs zu setzen, wählen diese Verkehrsteilnehmenden offenbar verstärkt das Fahrrad als Fortbewegungsmittel,” vermutet Stürmer.

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Erneut haben auch die Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen zugenommen, und zwar um 28 Prozent. Seit der Einführung dieser Verkehrsmittel gab es jährlich hohe Steigerungsraten bei den Verkehrsunfällen in diesem Segment. Insbesondere im Bodenseekreis ist hier ein Schwerpunkt festzustellen. Grund hierfür könnte die in Friedrichshafen vergleichsweise hohe Dichte an Elektrokleinstfahrzeugen sein.

Junge Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren haben im Jahr 2024 rund acht Prozent mehr Unfälle mit Personenschaden verursacht. In dieser Vergleichsgruppe zeigt sich, dass trotz des gegenläufigen Trends Geschwindigkeit als Hauptunfallursache nicht nur an erster Stelle steht, sondern nochmals zulegte. Bei den Unfällen, die durch Seniorinnen und Senioren verursacht wurden, ist der Anstieg bei den Unfällen mit Verletzten dagegen mit knapp zwei Prozent weitaus moderater. Uwe Stürmer erläutert: “Bei den Seniorinnen und Senioren sind Vorfahrtsverstöße und Abbiegefehler die Hauptunfallursachen – das spricht für das klassische “Übersehen” anderer Verkehrsteilnehmer.”

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Bedenklich findet der Polizeipräsident, dass bei den Verkehrsüberwachungsmaßnahmen des Polizeipräsidiums Ravensburg die registrierten Verstöße mit dem Mobiltelefon am Steuer erneut zugenommen haben. Das zeigt, dass ein erheblicher Teil der Verkehrsteilnehmenden nach wie vor das Handy während der Fahrt nutzt. Stürmer geht davon aus, dass auch ein Teil der Verkehrsunfälle auf diese Art von Ablenkung zurückzuführen ist, wenngleich das im Nachgang oft schwer nachweisbar ist.

“Ein Mix aus Kontrolle, Prävention und Förderung der Einsicht in verkehrsgerechtes Verhalten sowie gemeinsame Anstrengung aller Akteure im Bereich der Verkehrssicherheit sind auch künftig unerlässlich, um die Unfallzahlen zu reduzieren. Hierzu können alle Verkehrsteilnehmende beitragen, indem Sie vorausschauend fahren und insbesondere auf schwächere Teilnehmende am Straßenverkehr wie Fußgängerinnen und Fußgänger, Fahrradfahrende sowie Kinder Acht geben,” appelliert der Polizeipräsident.

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