Klare Positionen und intensive Diskussionen
Gaisbeuren – Am 11. Dezember kam der Bauernverband Allgäu-Oberschwaben zu seiner Jahreshauptversammlung im Dorfgemeinschaftshaus in Gaisbeuren zusammen. Nach einer flotten musikalischen Einleitung durch die Bauernkapelle unter Leitung des Dirigenten Eugen Maucher konnte der Vorsitzende Franz Schönberger Insgesamt 72 Personen begrüßen, darunter viel Prominenz:

Der Kreisbauernverbandsvorsitzende Franz Schönberger führt eine Vereinigung mit mehr als 3000 Mitgliedsbetrieben.
Willkommen geheißen wurden aus der Politik MdB Axel Müller, MdL Petra Krebs (Grüne) und MdL Raimund Haser (CDU) sowie Antje Rommelspacher, die für die CDU in den nächsten Landtag einziehen will. Aus dem Landesbauernverband die Vizepräsidentin Rosi Geyer-Fäßler sowie Hans Benno Wiechert und Jürgen Maurer. Von der Geschäftsstelle Bad Waldsee Stefan Loderer. Von den umliegenden Kreisverbänden Dieter Mainberger für Tettnang, Martina Magg-Riedesser und Karl Endriß für Biberach. Von der Landjugend und dem Agrargesprächskreis: Daniel Hirschmann und Jakob Sigg. Vom Verein landwirtschaftlicher Fachbildung BaWü Christine Dorn-Bohner und Stefan Käppeler. Vom Landfrauenverband Württemberg-Hohenzollern die Vizepräsidentin Christa Fuchs mit Gisela Eisele, Vorsitzende der Landfrauen Ravensburg. Von den Ämtern Thomas Lötsch, Dezernatsleiter für Kreisentwicklung, Wirtschaft und ländlicher Raum im Kreis Ravensburg, Dr. Christof Knitz, Leiter Veterinäramt Ravensburg, Andrea Gmeinder, Leiterin des Landwirtschaftsamtes Ravensburg. Von den Gemeinden Manuela Oswald, Bürgermeisterin von Amtzell, Heinrich Vincon für Bad Wurzach, Dieter Krattenmacher (Bürgermeister Kisslegg) und Peter Müller (Bürgermeister Wolfegg). Von verbundenen Unternehmen Hubertus Kleiner vom Maschinenring.
Kämpferische Rede des Vorsitzenden
Mit einer kämpferischen Rede eröffnete der Vorsitzende des Bauernverbands Oberschwaben-Allgäu, Franz Schönberger, die Jahreshauptversammlung. Dabei ging er auf aktuelle agrarpolitische Themen ein und machte deutlich, wo der Verband derzeit steht. Das Projekt „Biosphäre Oberschwaben“ sei vom Tisch, nachdem die Gemeinderäte von Bad Wurzach und Bad Waldsee dagegen gestimmt hatten. Nun gelte es, den Fokus auf einen praxisorientierten Moorschutz zu legen, der die Belange der Landwirte berücksichtigt.
Ein weiteres zentrales Thema war die erweiterte Dokumentationspflicht für landwirtschaftliche Betriebe. Der Verband arbeite intensiv daran, diese Vorgaben abzumildern und praxistauglicher zu gestalten.
Sorge bereiten zudem die aktuellen Dumpingpreise bei Butter. Schönberger warnte vor möglichen Abschlägen der Molkereien, die je nach Betrieb zwischen 2000 und 10.000 Euro pro Hof liegen könnten. „Eigentlich sollten wir mit unseren Traktoren schon wieder auf die Straßen gehen“, doch vor Weihnachten und Silvester wolle man bewusst „den Ball flach halten“.
Zum Abschluss seiner Rede dankte der Vorsitzende allen, die zur Organisation und Durchführung der Jahreshauptversammlung beigetragen hatten.
Grußworte und Berichte

Im Anschluss richtete die frisch gekürte Käsekönigin Hannah Sust (Bild) einige Grußworte an die Versammlung. Es folgte der Rechenschaftsbericht von Stefan Loderer, der in einer umfangreichen Auflistung die vielfältigen Leistungen und Aktivitäten des Verbands darstellte.

Gisela Eisele.

Antonie Gierer.

Daniel Hirschmann.
Weitere Berichte kamen von Gisela Eisele für die Landfrauen im Kreis Ravensburg sowie von Antonie Gierer für die Tettnanger Landfrauen. Auch Daniel Hirschmann von der Landjugend wandte sich mit Grußworten an die Anwesenden.
KI auf dem Bauernhof

Einen Blick in die Zukunft warf Georg Hutter (Bild) von der Firma Hutter IT. Anhand mehrerer Beispiele zeigte er auf, wie Künstliche Intelligenz bereits heute im landwirtschaftlichen Betrieb eingesetzt werden könnte und welche Potenziale darin liegen.
Politikern auf den Zahn gefühlt

Gesprächsrunde bei der Bauernversammlung in Gaisbeuren. Unser Bild zeigt von links Raimund Haser, Rosi Geyer-Fäßler, Petra Krebs, Thomas Lötsch mit Gastgeber Franz Schönberger.
Höhepunkt des Abends war eine ausführliche Fragerunde mit den anwesenden Abgeordneten Haser und Krebs sowie Thomas Lötsch, Dezernatsleiter im Landratsamt. Themen waren unter anderem Moorschutz, klimaschädliche Tierhaltung, die Biber-Problematik und Biogas. Die Fragen wurden ausführlich beantwortet; alle stehen auf Seiten der Landwirte, jedoch mit etwas unterschiedlichen Ausprägungen.
Ehrungen und Verabschiedungen
Nach der Politiker-Fragerunde legte die Bauernmusik noch eine Musikrunde ein, bevor verdiente Mitglieder geehrt und verabschiedet wurden: Josef Merz, Wolfgang Kleiner, Josef Halder, Christian Rottmar, Klaus Zengerle, Klaus Oberhofer, Matthias Zürn, Philipp Duelli.
Text und Fotos: Erwin Linder










