Junge Klangfarben und große Inspiration
Leutkirch – Die Leutkircher Festhalle war am Sonntag Schauplatz einer beeindruckenden Leistung: 80 junge Instrumentalistinnen und Instrumentalisten im Alter von 15 bis 25 Jahren, allesamt aus dem Landkreis Ravensburg und verschiedensten Musikkapellen stammend, brachten unter der Leitung von Thomas Wolf ein facettenreiches und musikalisch anspruchsvolles Konzertprogramm auf die Bühne.
Mit im Publikum saßen auch der Landrat des Kreises Ravensburg, zahlreiche Musikanten, Musiklehrer und Dirigenten aus dem ganzen Landkreis – ein eindrucksvoller Ausdruck der regionalen Verbundenheit und Wertschätzung für den musikalischen Nachwuchs aus dem Landkreis, der von sich sagt: „Dort wo der Süden am schönsten ist”.
Gleich zu Beginn entführte Julie Girouxs „Symphony No. IV – Bookmarks from Japan“ das Publikum musikalisch ins ferne Japan. Die klangfarbenreichen Sätze spiegelten nicht nur fernöstliche Landschaften und Traditionen wider, sondern forderten auch zahlreiche solistische Partien im Orchester. Dabei konnte sich jedes Register präsentieren, wobei das sichere, stilsichere Dirigat von Thomas Wolf viel Raum für eigenen Ausdruck gab und den jungen Musikerinnen und Musikern zugleich die nötige Sicherheit verlieh.
Mit Sinfonie No. I „The Borgias“ von Otto M. Schwarz ging es auf Zeitreise in die italienische Renaissance. Dramatische Themen spiegelten Intrigen und die Faszination der berüchtigten Familie wider; dank des großen Engagements der jungen Talente gerieten diese musikalischen Porträts ausdrucksstark und farbenreich. Besonders die vielen solistischen Passagen wurden von Dirigent Wolf klug vorbereitet und präzise geführt.
In „Dance of the Winds“ von Hermann Pallhuber zeigte sich die Vielseitigkeit des Orchesters: Wechselnde Stimmungen und tänzerische Rhythmen wurden von den Instrumentalistinnen und Instrumentalisten mit viel Spielfreude umgesetzt, wobei Thomas Wolf als leidenschaftlicher Motivator stets den Überblick behielt und mit exakter Schlagtechnik auch in schwierigen Passagen Orientierung bot.
Eine musikalische Weltreise unternahmen die Jugendlichen mit „Seven Wonders of the Ancient World“ von Alex Poelman – spannende Klangmalereien zu den legendären Schauplätzen, kunstvoll ausbalanciert von Wolf und seinen jungen Musikern, die alle Herausforderungen beherzt annahmen.
Solistischen Einwürfe und Stilparodien
Ein besonderes Highlight im wahrsten Wortsinn war schließlich „Godzilla Eats Las Vegas“ von Eric Whitacre. Das Orchester spielte nicht nur mitreißend, sondern zeigte auch Mut zu Showeinlagen und viel Humor. Die solistischen Einwürfe und der kreative Umgang mit Stilparodien begeisterten das Publikum restlos.
Schon nach den ersten Takten spürte man: Hier motiviert ein Dirigent auf Augenhöhe, der seiner jungen Truppe mit Herz, Verstand und großem musikalischen Können begegnet. Das Ergebnis war ein abwechslungsreiches, technisch und musikalisch bemerkenswertes Konzerterlebnis – und ein Beweis für das große Potenzial der Jugend im Kreis Ravensburg.

Das Kreisverbandsjugendblasorchester (KVJBO) ist das Jugend-Auswahlorchester des Blasmusikkreisverbandes Ravensburg. Die musikalische Heimat der Mitwirkenden sind die 116 Musikvereine und die Musikschulen im Landkreis Ravensburg. Beim Konzert in Leutkirch wurden diese fünf Musiker verabschiedet, weil sie die Altersgrenze von 25 Jahren überschritten haben. Klaus Wachter, der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende, dankte ihnen herzlich für das Geleistete.
Text und Fotos: Hans Reichert
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