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Immobilienmarkt

Immobilien in der Region: Wird die Renovierung jetzt zum Knackpunkt?



Foto: Uta Scholl / Unsplash

Region – Der Immobilienkauf im Allgäu und in Oberschwaben war lange vor allem eine Frage von Lage, Aussicht und Quadratmetern. Inzwischen hat sich der Fokus verschoben. Der bauliche Zustand rückt deutlich stärker in den Mittelpunkt, weil er unmittelbare finanzielle Konsequenzen nach sich zieht. 

Alte Heizungsanlagen, ungedämmte Dächer oder veraltete Fenster stehen nicht mehr nur für Modernisierungsbedarf, sie beeinflussen die Gesamtrechnung eines Kaufs erheblich. Unter dem Eindruck steigender Energiekosten und verbindlicher gesetzlicher Anforderungen gewinnt die Renovierung damit an Gewicht und wird in vielen Fällen zum entscheidenden Faktor.

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Der Immobilienmarkt im Allgäu-Oberschwaben – wie stark beeinflusst der Zustand den Preis?

Im Oberallgäu bewegen sich Häuser vielerorts im Bereich von 4.000 bis 5.000 Euro pro Quadratmeter, je nach Lage, Baujahr und Ausstattung auch darüber oder darunter. Auf den ersten Blick wirkt ein renovierungsbedürftiges Objekt als Gelegenheit, denn der Angebotspreis liegt häufig merklich unter dem vergleichbarer, bereits sanierter Häuser. Doch dieser scheinbare Vorteil schrumpft, sobald der Blick auf Dach, Fassade und Heizungsanlage fällt.

Viele Bestandsimmobilien stammen aus Jahrzehnten, in denen Energieeffizienz kein zentrales Thema war. Ungedämmte Dächer, alte Ölkessel oder einfach verglaste Fenster sind keine Seltenheit. Kaufinteressenten kalkulieren inzwischen deutlich sorgfältiger und bevorzugen Objekte mit zeitgemäßem energetischem Standard. 

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Das führt dazu, dass modernisierte Häuser höhere Preise erzielen, während sanierungsbedürftige Gebäude nur dann attraktiv erscheinen, falls der Abschlag groß genug ist. Der Zustand wirkt damit wie ein Preisschalter, der den Markt spürbar reguliert.

Was kann in Eigenleistung erfolgen und wo ist Fachkompetenz unverzichtbar?

Nicht jede Maßnahme erfordert sofort den Meisterbetrieb. Streichen, Tapezieren oder das Verlegen einer Fußplatte im Außenbereich lassen sich mit handwerklichem Geschick selbst erledigen. Auch das Abschleifen alter Holzböden oder kleinere Rückbauarbeiten bieten Sparpotenzial, sofern realistisch geplant wird.

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Anders sieht es bei Elektrik, Heizungsinstallation oder komplexen Dämmmaßnahmen aus. In diesen Bereichen geht es um Sicherheit, Gewährleistung und häufig auch um Förderfähigkeit. Fehler können teuer werden und im schlimmsten Fall Folgeschäden verursachen. Fachkompetenz ist dann keine Frage des Komforts, sie ergibt sich aus der technischen und rechtlichen Verantwortung.

Neben optischen Fragen spielt das Gebäudeenergiegesetz eine zentrale Rolle. Mit dem Eigentümerwechsel beginnt in bestimmten Fällen eine Zwei-Jahres-Frist, innerhalb derer energetische Mindestanforderungen umzusetzen sind. Dazu zählen etwa die Dämmung der obersten Geschossdecke, die Isolierung freiliegender Heizungsrohre sowie der Austausch alter Heizkessel, sofern sie bestimmte Altersgrenzen überschreiten.

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Mit welchen Kosten ist realistisch zu rechnen und wie lassen sie sich kalkulieren?

Die nüchterne Frage lautet, was das alles kostet. Eine einfache Renovierung mit neuen Böden, frischen Wänden und kleineren Modernisierungen beginnt häufig bei rund 500 Euro pro Quadratmeter. Kleinere Arbeiten wie neue Rohrverbinder oder ein frischer Anstrich können selbst erledigt werden. 

Wird umfassend saniert, inklusive Heizungstausch, Dämmung und Fenstern, klettern die Kosten schnell in Richtung 1.000 bis 1.200 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Einfamilienhaus summieren sich solche Maßnahmen rasch auf Beträge, die weit über die Nebenkosten des Kaufs hinausgehen.

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Gleichzeitig dürfen Förderprogramme nicht außer Acht gelassen werden, denn Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite können die finanzielle Last mindern, setzen jedoch meist eine fachgerechte Planung und die Einbindung qualifizierter Betriebe voraus. Die reine Materialrechnung greift daher zu kurz, denn auch Energieberater und Fachhandwerker gehören in die Gesamtkalkulation.

Ohne gründliche Analyse verwandelt sich der vermeintliche Preisvorteil schnell in eine Kostenlawine. Die Renovierung ist damit kein Nebenschauplatz, sie entwickelt sich zunehmend zum Dreh- und Angelpunkt jeder Kaufentscheidung in der Region.

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