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Feneberg-Krise

Die Filialen sind uneingeschränkt in Betrieb



Leutkirch / Isny / Wangen / Kißlegg / Bad Waldsee (dbsz) – Die Feneberg Lebensmittel GmbH mit Sitz in Kempten/Allgäu hat beim Amtsgericht Kempten ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt. Ziel sei es, „das Unternehmen wirtschaftlich nachhaltig neu aufzustellen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter. „Die Kundinnen und Kunden können in allen Lebensmittelmärkten der Feneberg Lebensmittel GmbH wie gewohnt einkaufen: Alle Märkte bleiben geöffnet, das Sortiment ist vollständig verfügbar.“  Allerdings können „derzeit“ aufgrund des aktuellen Schutzschirmverfahrens keine Gutscheine eingelöst werden. Der Anspruch des Kunden auf den Gutscheinbetrag bleibe aber bestehen.

Feneberg hat mehr als 70 Filialen im Süden Bayerns und im Südosten Württembergs, beschäftigt rund 3000 Mitarbeiter und weist einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro aus. Im Verbreitungsgebiet der Bildschirmzeitung hat Feneberg Filialen in Leutkirch, Wangen, Kißlegg und unter dem Namen Kaufmarkt in Isny und Bad Waldsee.

Nachstehend veröffentlichen wir die Pressemitteilung (PM) der Feneberg Lebensmittel GmbH vom 9. Januar 2026 ungekürzt (auch die Zwischentitel stammen aus der PM). Weiter hängen wir einen Auszug aus der Internet-Enzyklopädie „wikipedia“ an (Stand: 14.1.2026). In der PM heißt es:

Verlässlichkeit für Kundinnen und Kunden, Mitarbeitende und Partnerbetriebe

Feneberg steht seit Jahrzehnten für Qualität, Regionalität und starke Beziehungen – zu Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden sowie über 600 Landwirtinnen und Landwirten und Erzeugerbetrieben, etwa im Rahmen des Markenprogramms „VonHier“. Diese Partnerschaften bleiben bestehen und sind Teil der Zukunftsstrategie des Unternehmens. Auch die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden sind über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit gesichert.

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Die Familie Feneberg: „Wir übernehmen Verantwortung – für heute und für die Zukunft.“

„Der Schritt unter den Schutzschirm fällt uns nicht leicht – aber wir gehen ihn bewusst und gemeinsam. Als Familie sind wir uns der Verantwortung bewusst: für 3000 Arbeitsplätze, gewachsene Partnerschaften, das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden und ein Unternehmen, das seit Generationen in unseren Händen liegt. Wir übernehmen diese Verantwortung. Der Schutzschirm ist für uns kein Rückzug, sondern ein Schritt nach vorn: Wir schaffen damit die Voraussetzungen, um Feneberg wirtschaftlich zu stabilisieren, zu modernisieren und in eine gesicherte Zukunft zu führen. Feneberg hat Substanz – und mit dem richtigen Kurs auch eine klare Zukunftsperspektive.“
Die Familie Feneberg

Verstärkung durch erfahrenen Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold

Die Geschäftsführung der Feneberg Lebensmittel GmbH besteht aus Christof Feneberg, Amelie Feneberg und Stephan Leibold. Leibold, Gründer der auf Unternehmenssanierungen spezialisierten Leibold Consulting GmbH, übernimmt im Schutzschirmverfahren die Rolle des Sanierungsgeschäftsführers. „In den letzten Jahren wurde bei Feneberg vieles angestoßen, allerdings nicht alles konsequent zu Ende gebracht. Jetzt braucht es Klarheit, Mut und Umsetzung. Genau dafür ist der Schutzschirm das richtige Instrument. Ich sehe in Feneberg ein starkes Fundament – und vor allem viele engagierte Menschen, die an eine gemeinsame Zukunft glauben.“
Stephan Leibold

Leibold war zuvor erfolgreich als Sanierungsgeschäftsführer der früheren Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods GmbH & Co. KG tätig, die unter einem Schutzschirmverfahren stabilisiert und mehrheitlich an die Kupfer Holding SE überführt wurde.

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Rechtliche Begleitung und Ausblick

Die rechtliche Begleitung erfolgt durch die Kanzlei Grub Brugger (Stuttgart), vertreten durch Rechtsanwalt Jochen Sedlitz und Dr. Frank Schäffler, beide erfahren in großen Sanierungsverfahren (u. a. VARTA AG, Illig, Compleo). Ein vom Amtsgericht bestellter Sachwalter überwacht das Verfahren im Sinne der Gläubiger. Die Sanierung soll im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen werden.

Aus Wikipedia

2019 geriet Feneberg durch hohe Pensionsrückstellungen und große Investitionen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Daraufhin wurde ein Sanierungskonzept für vier Jahre ausgearbeitet. Unter anderem sollten unternehmensinterne Leistungen ausgelagert und Stellen abgebaut werden. Zudem hat die Belegschaft vorübergehend auf Teile der Vergütung verzichtet. Im Rahmen des Sanierungskonzepts begann Feneberg eine Kooperation mit Edeka, um im Einkauf und der Logistik bessere Konditionen zu erhalten. Trotz dieser Kooperation blieb Feneberg eine eigenständige GmbH und trifft unternehmerische Entscheidungen weiterhin unabhängig. Feneberg ist – gemessen am Bruttoumsatz – der größte selbständige Einzelhändler in Deutschland (Stand: 2025).

Das Sanierungskonzept der Feneberg Lebensmittel GmbH wurde 2024 abgeschlossen. Im Zuge dessen wurde auch die Vergütungsstruktur (Gehälter, Pensionen) angepasst. Im Frühjahr 2025 meldete Feneberg erneut rote Zahlen. Hauptgrund sei die defizitäre Fleischproduktion. 

Im April 2025 beantragte die Metzgerei-Tochtergesellschaft Allgäu Fresh Foods GmbH & Co. KG (AFF) – die in Kempten und Schopfloch rund 450 Mitarbeiter beschäftigt – ein Schutzschirmverfahren. Im Rahmen des Insolvenzplans übernahm der mittelfränkische Fleischwaren- und Wursthersteller Kupfer im September 2025 51 % der Anteile, die restlichen Anteile an der AFF übernahm die GmbH der Familie Feneberg. Die Feneberg Lebensmittel GmbH ist künftig nicht mehr Gesellschafter.

Am 9. Januar 2026 wurde bekannt, dass die Feneberg Lebensmittel GmbH Insolvenz im Schutzschirmverfahren angemeldet hat.

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