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Elisabethenklinikum

Chefärztin Dr. Martina Gropp-Meier:„Gehen Sie zur Vorsorge!“



Foto: OSK
Dr. Martina Gropp-Meier.

Ravensburg – „Gehen Sie zur Vorsorgeuntersuchung. Einmal im Jahr zum Frauenarzt, das sollte für jede Frau möglich sein, auch für die, die beruflich und privat sehr eingespannt sind. Es lohnt sich, es kann Ihr Leben retten“, sagt Dr. Martina Gropp-Meier. Die Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg muss es wissen, sie spricht aus Erfahrung. Etwa 100 Patientinnen mit Unterleibstumoren operiert sie in Ravensburg pro Jahr, kürzlich sprach sie in einem Vortrag auch über das wie, über die Art der Operation: Ist eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) besser oder der Bauchschnitt?

Grundsätzlich gilt: Optische oder ästhetische Erwägungen seien bei dieser Frage absolut sekundär, sagt Dr. Gropp-Meier. „Hier geht es rein um die Überlebenschancen. Natürlich hinterlässt der Bauchschnitt eine lange, allerdings gerade und genähte Narbe vom Brustbein abwärts. Aber: Auch die Löcher, die durch eine Bauchspiegelung entstehen, sind nicht immer schön. Beim Gebärmutterhalskrebs etwa haben Studien klar bewiesen, dass bei einer Bauchspiegelung das Risiko eines Rezidivs, eines Wiederauftretens der Krankheit, und damit das Sterberisiko drei Mal höher ist im Vergleich zum Bauchschnitt. Also darf es hier keine optische Diskussion geben: Der Chirurg muss den Bauchschnitt wählen, weil die Heilungschancen bei einem Rezidiv deutlich schlechter sind.“

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Beim Gebärmutterhalskrebs rät die Chefärztin dringend zur Impfung. „Sie sollte heute Standard sein bei allen Mädchen und Jungen zwischen 8 und 15 Jahren vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Männer können durch HPV-Viren ebenfalls später einmal Krebs bekommen können. Der Körper speichert diese Viren, oft bricht eine Erkrankung erst nach 20 Jahren aus.“

Regelmäßige Vorsorgetermine seien gerade auch beim Eierstockkrebs wichtig, auch wenn dieser oft erst im späten Stadium diagnostiziert werde, sagt Dr. Gropp-Meier, die für ihre Forschungen am Ovarialkarzinom von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) mit einem Vortragspreis ausgezeichnet wurde. Bei diesem Tumor diene die Bauchspiegelung zunächst einmal zur Diagnose und Beurteilung, ob man überhaupt bereits operieren könne. Wenn nicht, könne man nach einer Bauchspiegelung schneller mit einer Chemotherapie beginnen als mit einem Bauchschnitt. Beim Krebs der Gebärmutterschleimhaut sei eine Operation mittels Bauchspiegelung laut Studien die erste Wahl.

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Zwar trete Unterleibskrebs oft im Mittel mit 65 Jahren auf, resümierte die Chefärztin. „Aber das ist ein Durchschnittswert. Es gibt auch junge Frauen, die betroffen sind, man darf das auf allen Seiten nie vergessen, auch nicht bei der Diagnose. Mir ist ein Fall bekannt, bei dem eine 20-Jährige eine wahre Odyssee hinter sich hatte und von Arzt zu Arzt geschickt wurde, weil keiner auf die Idee kam, es könne sich um einen Tumor handeln. Sie hatte Schamlippenkrebs, das kann auch junge Frauen treffen, aber es ist extrem selten. Auch deshalb rate ich zur Vorsorge. Hier haben auch Frauen noch Potenzial, auch wenn sie deutlich häufiger zur Vorsorge gehen als Männer.“




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