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Leutkirch - In einem offenen Brief, u.a. an die Kultusministerin Bad Württembergs Dr. Susanne Eisenmann gerichtet, prangert der über die Grenzen hinaus bekannte Maler und Künstler Manfred Scharpf die aktuellen Corona-Verordnungen an den Schulen an. Das Antwortschreiben des Kultusministeriums Baden Württemberg bezeichnet Scharpf als Zumutung und veranlasst ihn einen weiteren offenen Brief zu publizieren..     

 

Brief des Kultusministeriums an Manfred Scharpf

 

Beantwortung Des Schreibens der Kultusministerin Dr.Eisenmann

 

Sehr geehrte Frau Dr. Eisenmann,

Ihr Schreiben vom 22.10.2020 ist eine neuerliche Zumutung. Dass Sie keine Fakten präsentieren können ist allerdings logisch – denn Sie sind nicht im Besitz von Argumenten, die Ihre Maßnahmen rechtfertigen. Ihre verzweifelte Suche danach bleibt indessen kaum noch jemanden verborgen. Stattdessen versenden Sie eine vorgefertigte Erklärung, wie wir sie schon alle kennen. Sie verstecken sich hinter handgestrickten Phrasen, unter anderem einer der Gründe, weshalb Sie in der Bevölkerung täglich Vertrauen verlieren.

Sie genieren sich auch nicht, mir als Künstler, dem man ein sensibles seismisches Gespür für Vorgänge in der Gesellschaft seit langer Zeit bescheinigt, so einen bürokratischen Brief zu senden.

Wir hatten die Nazis mit flächendeckender Vernichtung der Jugend, wir hatten Contergan Kinder, wir hatten Kinder in DDR Heimen und wir hatten missbrauchte Kinder in Internaten und missbrauchte Kinder durch kirchliche Würdenträger.

Und jetzt haben wir Ihr aktuelles Experiment an den Kindern "zum Wohle der Menschheit". Und Sie schreiben, das geschieht alles nach bestem Wissen und Gewissen. Sie werden sich aber in zwanzig Jahren nicht mehr persönlich dafür verantworten müssen, die Anwälte werden einen Krieg führen, die Medien werden sich in Heuchelei ergehen, und der Staat wird sich am Ende für die Taten, die er an Kindern begangen hat, wieder mit dünnen Worten entschuldigen. Alles wiederholt sich. Was für ein Trauerspiel.

 

Sie denken in Wahlperioden, wir aber denken in Generationen, als Eltern und selbstverständlich auch als Künstler. Wir sind die Eltern der kindlichen Opfer und deshalb müssen wir unserem Gefühl folgend die behördliche Willkür stoppen und unsere Kinder schützen im Hier und Jetzt. Wir brauchen keine vorgefertigten Phrasen und keine Funktionäre mit ihren bekannten Charakterschwächen. Wir brauchen keine staatlichen Entschuldigungen, keine zukünftigen Missbrauchsbeauftragten, keine zukünftigen Schulleiter, die sich für die Taten von Heute bei den Betroffenen entschuldigen werden. Worte und Papier sind ja, wie wir wissen allzu geduldig.

Wir haben Kinder, die wir gegen staatlich legitimierten Konsum verteidigen müssen und gegen anerzogene Unfähigkeit. Uns geht es um zukünftige verantwortliche, gesunde und beherzte Kinder, die in der Lage sind eines Tages den Dreck wegzuräumen, den keine Kultur zuvor in solchem Maße hinterlassen hat.
Sie wiegen sich in einer Sicherheit auf Grund des Ihnen vom Volk entgegengebrachten Vertrauens und Ihres von diesem Volk verliehenen Amtes. Wir aber werden die Erinnerungskultur bezüglich Ihrer Entscheidungen und Taten pflegen und am Leben erhalten.

Manfred und Renata Scharpf

 

Bericht Wolfgang Weiß

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