Ravensburg - Der Kreistag des Landkreises Ravensburg hat in der Sitzung am 09.07.2020 beschlossen, dass der kostenlose Windelsack für Familien mit Kindern bis drei Jahren und für inkontinente Bürgerinnen und Bürger des Landkreises zum 01.01.2021 abgeschafft wird. Gegen diese Entscheidung formiert sich im ganzen Landkreis Ravensburg nun Widerstand und so haben bereits mehr als 2.300 Personen die Petition „Unterstützung von Familien soll bleiben und der kostenlose Windelsack im Landkreis Ravensburg auch!“ unterschrieben.

Als Grund für die Abschaffung des Windelsacks nennt der Landkreis die Kostenersparnis. Laut der Schwäbischen Zeitung will der Landkreis dadurch 736.000 Euro jährlich einsparen und sogar der Antrag der Grünen, sozial schwächer Gestellte von der Streichung aus zunehmen, wurde von den Räten mehrheitlich abgelehnt.

Eine Entscheidung die bei der Initiatorin der Petition Daniela Neyer aus Bad Waldsee auf Unverständnis trifft: „Wer denkt an die Familien, die gerade in dieser Zeit zusätzlich belastet werden, sei es durch Kurzarbeit oder Kündigungen. Es gibt genügend Hauptverdiener die weniger Verdienst hatten und haben oder unter anderem nicht zur Arbeit gehen konnten wegen der Kinderbetreuung. Stichwort: alleinerziehend! Aus einem früheren Bericht der Schwäbischen Zeitung geht hervor, dass für einen Haushalt mit einer windeltragenden Person jährliche Mehrkosten von 123 Euro entstünden durch den Wegfall des Windelsacks. Wer aber denkt, dass nur Familien mit Kindern betroffen sind, liegt falsch. Ebenso trifft es Menschen mit Inkontinenz, die in Zukunft ebenfalls selbst für die Entsorgung ihrer Inkontinenzeinlage aufkommen sollen. Und Inkontinenz ist ein Thema das jeden von uns treffen kann.“

Besonders hart treffe die zusätzliche Belastung Personen mit niedrigem Einkommen oder geringer Rente, meint Daniela Neyer und fordert den Kreistag daher in ihrer Petition auf den kostenlosen Windelsack wieder einzuführen. Seit dem 19. August ist die Petition online und es haben bereits über 2.300 Personen für die Petition unterschrieben, die sich an Landrat Harald Sievers und den Kreistag richtet. Auch wenn damit die regionale Relevanzschwelle bereits überschritten wurde, bittet Daniela Neyer um weitere Unterschriften, um diesem wichtigen Thema noch mehr Ausdruck zu verleihen. Ganz nach dem Motto "Jede Stimme zählt!".

Weitere Informationen zur Petition: openpetition.de/!windelsack

 

Bericht: dieBildschirmzeitung, Leo Seebold

 

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