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Bad Wurzach - Kleine Informationseinheit für engagierte vermutlich jugendliche Umwelt- und Naturschützer aus dem Raum Oberschwarzach und Bad Wurzach

 

Liebe junge Natur- und Umweltschützer,
gerne hätten wir geschrieben: Liebe unerschrockene Natur- und Umweltschützer! Doch einen groben Fehler müssen wir Euch zur Last legen: Wer offensiv für etwas eintritt, weil er es für richtig hält, oder wer offensiv gegen etwas kämpft, weil er es für falsch oder verhängnisvoll ansieht, der darf sich nicht verstecken. Weder in einer Masse, bei der er unerkannt mitläuft, noch als Einzelperson oder kleine Gruppe in der Anonymität.

 

Wir haben jetzt das zweite anonyme Schreiben wegen einer Traktorpulling-Veranstaltung bei der Fa. Dangelbau, Bad Wurzach, Falkenblick 5, erhalten. Diese Veranstaltung sollte bereits vor einem Jahr oder vor zwei Jahren stattfinden, wurde jetzt, lt. anonymem Brief, auf 2021 verschoben.
Die Gegner dieser Veranstaltung bemängeln den aus ihrer Ansicht falschen Ort für diese Veranstaltung als auch den aus ihrer Sicht falschen Standort dieser Firma, die sich dort angeblich immer neue, mit Landschaftsverbrauch verbundene Geschäftsfelder wie Materialhandel mit Kies, Rindenmulch, Hackschnitzeln usw. erschließt.

 

Laut erstem Brief sollte die Veranstaltung in der Nähe eines Naturschutz- oder Vogelschutzgebietes stattfinden. Angeführt werden als Gefahren mögliche Ölaustritte und Bodenverletzungen durch die schweren Fahrzeuge, da die Veranstaltung auf nicht befestigtem Grund stattfinden soll. Außerdem wird auf die Unvereinbarkeit dieser Veranstaltung mit der Schutzbedürftigkeit des angrenzenden Waldgebietes und der besonderen Zusammensetzung der dortigen Vogelwelt hingewiesen.

Für Leser, die sich unter „Traktorpulling“ nichts vorstellen können, nachstehender Link aus der Werbung der Fa. Dangel:
https://de-de.facebook.com/269964673410299/videos/vb.269964673410299/2919273491486015/?type=2&theater
Unklar für den außenstehenden Beobachter ist, welche der gezeigten Aktionen auf dem Betriebsgelände der Fa. Dangel stattgefunden haben.

 

Noch eindeutiger die letzten Passagen des jetzigen Briefes: „Die Fa. Dangel Bau GmbH gehört ins Industriegebiet.
Uns Einwohner aus Oberschwarzach reicht es, ein normales Baugeschäft wäre kein Problem, aber nicht immer größer und noch größer, und ihr genehmigt alles. Wir Oberschwarzacher zahlen auch Steuern, nicht nur die Fa. Dangel Bau GmbH!“

 

 

In einem zweiten Schreiben wird unser Verein Landschaftsschützer angegriffen, weil wir uns gegen das Pyrolysevorhaben der BAG, nicht aber gegen die Vorhaben der Fa. Dangel ausgesprochen haben:
„Landschaftsschutz und Umweltschützer
Biofabrik nein, Traktorpulling ja,
Macht ihr Witze, wollt ihr die Leute vera , vereppeln.
Das Traktorpulling ist umgeben von Wäldern. Dort leben vom Aussterben bedrohte Tiere, z.B. der Kiebitz, die Waldschnepfe, viele Fledermaus-, viele Insektenarten ……………………
Und die Verschmutzung und die Zerstörung der Natur durch Ruß, Rauch, Kerosin Kühlflüssigkeit, usw. ist egal.“

 

Stellungnahme im Namen des Vereins:
Aus dem Stil und Wortlaut des Schreibens schließen wir auf jugendliche Verfasser oder junge Erwachsene. Wir hoffen, dass wir uns bei dieser Einschätzung nicht geirrt haben! Dieser Brief enthält uns gegenüber eine nicht angemessene Aggressivität. Diese Aggressivität und Ungeduld entschuldigen wir mit Eurem Alter. Grundsätzlich sehen wir es als positiv an, wenn sich junge Menschen nicht nur für die Bundesliga oder ihre Beziehungen untereinander, sondern auch für das Geschehen in unserer Gemeinschaft einsetzen. Das allgemeine Desinteresse nach dem Motto: „Solange es mir gut geht, ist mir doch alles egal“ ist sicher einer der größten Gefahren für unsere Zukunft.

 

Die Verfasser sprechen ein grundsätzliches Problem an. Die freie, unverbaute Landschaftsfläche nimmt immer mehr ab. Ständig fressen sich neue Bau- und Gewerbegebiete wie Pilzgeflechte in die Landschaft hinein. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Der Zuzug von immer mehr Menschen, vor allem im süddeutschen Raum, führt zwangsläufig auch zum gesteigerten Landschaftsverbrauch, während die Bevölkerungszahl in den östlichen Bundesländern abnimmt und dort ganze Ortschaften verwaisen. Die Forderung, Gewerbeansiedlungen so zu steuern, dass sie in Gewerbegebieten zusammengefasst sind, ist sicherlich richtig, weil dies die ursprünglich vorhandene Landschaft schont.
Von der geplanten Veranstaltung 2021 in Falkenhäuser wussten wir bisher nichts.
Ebenso unbekannt waren uns die Probleme, die sich aus dem jetzigen Standort der Fa. Dangel Bau ergeben könnten. Die Verfasser der Briefe besitzen vermutlich bessere Kenntnisse.

Warum, unsere lieben Kämpfer für Umwelt und Natur, geht ihr nicht einen anderen Weg:

Habt den Mut, den Inhaber der Fa. Dangel persönlich zu besuchen, hört seine Argumente an und bringt Eure vor. Selbst, wenn man Euch dort nicht empfangen wollte, kann man Euch dann nicht den Vorwurf machen, Ihr hättet keinen Verständigungsversuch unternommen.


Wir können uns vorstellen, dass auf diesem Wege das Problem mit einer Verlegung der Traktorpulling-Veranstaltung gelöst werden könnte.

Ergibt das keine Lösung, dann klärt in Leserbriefen in dieser Zeitung die Öffentlichkeit auf.

Selbstverständlich mit Eurem vollen Namen. Anonyme Schreiben werden ohnehin nicht veröffentlicht.

Ebenso sind anonyme Eingaben an Behörden sinnlos. Diese wandern im Normalfall in den Papierkorb.

Werdet bei Euren Forderungen nicht maßlos, denn dann nimmt sie niemand ernst.

Geht in die Ortschaftsratssitzungen, in diesem Falle in Dietmanns, um Eure Anliegen vorzubringen, und nützt den Tagesordnungspunkt Anfragen bei den Gemeinderatssitzungen.

Eine Vorinformation der Ortsverwaltung oder des Bürgermeisterinnenbüros über das, was ihr wissen oder fordern wollt, ist da hilfreich.

Wendet Euch schriftlich an das Amt für Umweltschutz beim Landratsamt Ravensburg. Diese Behörde wird, sofern nicht bereits geschehen, die Angelegenheit überprüfen und Euch auch antworten.

 

Nach meiner Kenntnis gehört auch die Beachtung des Natur- und Umweltschutzes in der engeren Umgebung des Wurzacher Riedes zu den Aufgaben des Naturschutzzentrums. Holt Euch von dort eine Stellungnahme ein. Zumindest kann Euch das Naturschutzzentrum die zutreffenden behördlichen Ansprechpartner nennen.

Wir können uns zum jetzigen Zeitpunkt mangels ausreichender Sach- und Ortskenntnis nicht eindeutig zu Euren Forderungen äußern. Die Verlegung der Traktorpulling-Veranstaltung und die Forderung, diesen Betrieb aus einem empfindlichen Landschaftsbereich zu verlegen, sind natürlich zwei unterschiedliche „Hausnummern“. Die Verlegung eines Betriebes dieser Größe würde Millioneninvestitionen verlangen.

Ihr könnt von uns nicht verlangen, dass wir Eure Forderungen blind übernehmen.
Unsere Erfahrung besteht leider darin, dass der Personenkreis, der wirklich bereit ist, Farbe zu bekennen, wenn es darum geht, für seine Kritik und seine Vorstellungen einzustehen, schnell wegschmilzt. Also beweist, dass ich Euch hier unrecht tue. Seid mutig und zeigt Euch offen! Wir werden Euch anhören.

 

Hans-Joachim Schodlok
für den Gesamtvorstand unserer Bürgerinitiative

 

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