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Bad Wurzach - Mit dem Naterra (zusammengesetzt aus Natur und Terra, lateinisch für Erde) Waldcamp hat sich Stefan Ehrmann, Jäger und ausgebildeter Natur- und Wildnispädagoge, einen Lebenstraum erfüllt. Bei den von ihm organisierten Waldcamps gibt er seine Erfahrungen und Erlebnisse in der Natur an Kinder und Jugendliche weiter.

Im Rahmen des Kinderferienprogrammes bietet er in diesem Jahr während der Sommerferien mehrere ganz unterschiedliche Camps an. Los ging es am vergangenen Donnerstag für die Kinder mit dem Schnitz- und Messerführerschein beim Freizeitplatz Schurhütte. Unter seiner fachkundigen Anleitung förderten die Kinder von 8-12 Jahren bei Spielen zum Auftakt mit verschiedenen Spielen den Tast- und Orientierungssinn. Anschließend führte er sie in die Geschichte von Schneidwerkzeugen und Messern, von der Steinzeit bis zu den heutigen Spezialmessern ein. Über die neun Regeln beim Schnitzen lernten die neun Jungs und ein Mädchen wie der Umgang mit den scharfen Werkzeugen für sie selbst und die anderen gefahrlos möglich ist. Regel Nummer eins lautet dabei: immer von sich wegschnitzen. Eine weitere Regel lautet: Wer schnitzt der sitzt oder eine weitere: Unbenutztes Werkzeug einklappen, damit es für niemand eine Gefahr darstellt.

Solchermaßen in der Theorie gerüstet durften die Kinder mit ihren mitgebrachten eigenen Messern oder von Stefan Ehrmann zur Verfügung gestellten Schnitzwerkzeugen loslegen. Bei den einfachen Übungen lernten sie, wie man sein Messer etwa beim Anspitzen eines Stockes am effizientesten ansetzt. Nachdem sie ihr erstes Werkzeug fertiggestellt hatten, wurde Feuerholz gesammelt, um danach über dem Feuer ihr Stockbrot zu backen. Am Ende erhielt jedes Kind dann eine Urkunde als seinen persönlichen „Messerführerschein.“

Aber das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Tätigkeitsfeld des Waldpädagogen Stefan Ehrmann. Beim Feuertag etwa entzünden die Kinder ein Feuer mit Feuerstein und Zunder, mit Blättern, Ästen, Rinde und was man so im Wald finden kann. Sie experimentieren, beobachten und lernen die Kniffe und machen zusammen ein Feuer, so wie es die Menschen früher gemacht haben. Oder das Angebot „Übernachten im 1000 Sterne Hotel“ wo sich die Kinder und Jugendliche in der Dämmerung aufmachen, sich nur mit Taschenlampe, Isomatte und Schlafsack bewaffnet, einen geeigneten Schlafplatz im Freien zu suchen. Was den einen oder anderen schon eine gewisse Überwindung kosten kann. Diese Erfahrung beim Frühstück mit den anderen zu teilen wird für alle ein unvergessliches Erlebnis. Naterra bietet aber auch andere Naturerlebnisse: Bei „Mit dem Jäger unterwegs“ lernen die Kinder viel über die Aufgaben eines Jägers bei der Hege und Pflege von Wald und Tieren. Auf leisen Sohlen bewegen sich die Kinder dabei durch den Wald, halten nach Tieren Ausschau, lernen die verschiedenen Bäume kennen und finden Spuren, die von Tieren hinterlassen worden sind.

„Dabei braucht es oft nur einen kleinen Anstoß, eine kleine Anleitung und schon sind die Kinder mittendrin am Forschen.“, freut sich Stefan Ehrmann, der seiner Passion, seine Wald- und Naturerfahrungen an Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene weiter zugeben, seit nunmehr gut einem Jahr hauptberuflich nachgeht. Informationen über die Angebote gibt es auf seiner Homepage: naterra-waldcamp.de.

Weitere Angebote im Rahmen des Kinderferienprogrammes sind am 27.08. „Ausgesetzt in der Wildnis“ und „Feuermachen und Löffelschnitzen“ am 07.09. Dazu ist jeweils eine Anmeldung bei der Stadt Bad Wurzach, Frau Stöckle, erforderlich.

 

Bericht und Bilder: Ulrich Gresser

 

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