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Bad Waldsee - Das Krankenhaus Bad Waldsee hat nach Ansicht des CDU-Landtagsabgeordneten Raimund Haser für die Versorgung der Bevölkerung in der Region und für die Oberschwabenklinik unverändert einen hohen Stellenwert. Der Abgeordnete informierte sich bei einem Besuch sowohl über die Rolle des 85-Betten-Hauses bei der Versorgung von Corona-Patienten als auch über Perspektiven für die Zukunft.

 

 

„Aus der Dezentralität eine Tugend machen“, warb Haser für den Erhalt und die Fortentwicklung des kleinsten Akuthauses im OSK-Verbund. Das Akutkrankenhaus der OSK sei wichtig für den gesamten Gesundheitsstandort Bad Waldsee. Es strahle auf den Rehabereich positiv aus. „Man kann sehr stolz darauf sein, dass die Bad Waldseer Rehakliniken als eine der wenigen kommunalen Einrichtungen profitabel sind.“ Ein Aspekt, den auch Patientenfürsprecher Prof. Rudolf Forcher hervorhob. Er forderte die Politik auf, auch kleinen Häusern zu helfen.

 

Dezentrale Strukturen zu erhalten, bedeute aber auch, dass diese flexibel sein müssen, sagte Raimund Haser. Tragfähige Lösungen müssten mit Blick auf den OSK-Verbund insgesamt gefunden werden, betonte der Abgeordnete. Zwei Schwerpunkte gelte es zu bedenken, meinte OSK-Geschäftsführer Prof. Dr. Oliver Adolph: die Strukturvorgaben für die Kliniken und inwiefern das benötigte Personal verfügbar ist.

 

„Wir haben derzeit genügend Leute, aber wir wissen nicht, wie lange“, sagte der Geschäftsführer. Gerade für die kleinen Standorte sei dies ein Problem. Mehr denn je seien standortübergreifende Lösungen gefragt. Die Kliniken für Anästhesie durch PD Dr. Andreas Straub und die Klinik für Chirurgie durch Prof. Dr. Jörn Zwingmann stehen mittlerweile unter einer gemeinsamen Leitung mit den entsprechenden Kliniken am EK Ravensburg. Wesentlich für Bad Waldsee bleibe der planbare Gelenkersatz. „Einfach in neue Gebiete einzusteigen, ist mit den heutigen Strukturvorgaben für kleine Häuser extrem schwierig“, sagte Prof. Adolph.

 

Das enge Zusammenspiel zwischen dem EK und dem Krankenhaus Bad Waldsee hat sich gerade in der Corona-Krise bewährt. Drei Covid 19-Patienten, die nicht beatmet werden mussten, wurden in Bad Waldsee versorgt, berichtete Dr. Thomas Sapper, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin. Hinzu kamen etliche Verdachtsfälle. Bad Waldsee sei mit seinen fünf Beatmungsplätzen Reserve für den Fall gewesen, dass die Betten am EK Ravensburg und am Westallgäu-Klinikum Wangen knapp werden.

 

„Glücklicherweise haben wir die Kapazitäten nicht gebraucht“, meinte Dr. Sapper. Bad Waldsee sei als erstes OSK-Akuthaus für „Covid-frei“ erklärt worden. Jetzt gelte es, diejenigen Patienten zu operieren, die dringend einen Gelenkersatz brauchen.

 

„Bei den Menschen in der Region ist das Krankenhaus Bad Waldsee anerkannt“, meinte der Chefarzt. Intern funktioniere die Zusammenarbeit hervorragend. „Wir machen an jedem Werktag gemeinsam eine Fallbesprechung von Innerer Medizin, Chirurgie und Anästhesie.“ Wichtig sei die Schmerzambulanz von Dr. Friedemann Reiser: „Es spricht sich sehr schnell herum, ob bei Schmerzen geholfen werden kann.“

 

Das neue Notfallstufenkonzept führe dazu, dass die Rettungsdienste Patienten vermehrt in die Zentren bringen. „Verlierer sind kleinere Häuser, die ihre Grenzen kennen, aber eine sehr, sehr gute Arbeit machen.“ Deshalb komme es auf die Zusammenarbeit im Verbund an. Wenn am EK oder am Westallgäu-Klinikum die Betten für die Behandlung schwerer Fälle gebraucht werden, könnten andere Patienten auch nach Bad Waldsee verlegt werden. „Das gehört jetzt schon zur Normalität“, unterstreicht Dr. Sapper.

 

Bericht und Bild OSK

 

 

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