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Einmal im Jahr, Mitte Juli, bewegen sich wie auf Kommando aus fast allen Ameisennestern unzählige geflügelte Ameisen. Sie krabbeln Grashalme hinauf oder suchen sich günstige Abflugplätze auf ihren Ameisenhügeln, oft angeschoben von ungeflügelten Ameisen, die ihnen den Weg weisen sollen.

Dann fliegen sie zu den Hochzeitsplätzen, wo sie sich paaren können. Der Hochzeitsflug besitzt seine eigene Choreografie: zuerst verlassen die geflügelten Ameisenprinzessinnen ihre angestammten Nester und fliegen zu Waldlichtungen, die als Hochzeitsplätze dienen. Sie warten dort auf die Männchen, die kurz darauf ihre Nester verlassen. Jedes Ameisenvolk zieht im Laufe des Frühjahrs entweder nur Männchen oder nur die Prinzessinnen heran. Die männlichen Ameisen haben im Ameisenstaat nur die Aufgabe, auszufliegen und die Prinzessinnen zu begatten. Bei der Paarung kommen nur wenige Männchen zum Zuge, die meisten sterben wenige Stunden nach dem Verlassen der Nester. Nun müssen die befruchteten Prinzessinnen ein neues Nest suchen. Sie verlieren ihre Flügel und so sieht man oft zahlreiche wandernde Ameisenprinzessinnen durch den Wald wandern. Oft nimmt ihr eigenes Volk die Prinzessinnen wieder auf und sie verbringen ihr weiteres Leben damit, Eier zu legen. Sie können aber auch in einem anderen Volk Aufnahme finden. Ein Ameisenvolk besteht ausschließlich aus weiblichen Ameisen. Die Größe der Ameisen sagt nichts über ihr Alter aus. Sie haben verschiedene Funktionen; so gibt es die großen Soldatinnen und die kleinen, grazilen Ammenameisen, die tief im Nest die Brut betreuen. Viele Ameisenvölker sind streng geschützt. Sie zu beobachten ist spannend und zeigt viel über das Leben staatenbildender Insekten.

 

Text und Foto: Bettina Fieber

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