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Biberach - Pflegekräfte fehlen überall, nicht nur in Alteneinrichtungen. Im Landkreis Biberach bilden nun 50 Kooperationspartner einen starken Ausbildungsverbund. 

In diesem Jahr startet die neue EU-weit anerkannte, generalisierte Pflegeausbildung, die die bisherigen Ausbildungen in der Kranken-, Kinderkranken- und der Altenpflege vereint. Auszubildende arbeiten dabei in verschiedenen Versorgungsbereichen der Pflege (ambulante Pflege, stationäre Akutpflege, stationäre Langzeitpflege, Kinderheilkunde, psychiatrische Versorgung …). Dies war Anlass für Einrichtungen im Landkreis Biberach und teilweise auch darüber hinaus, einen Ausbildungsverbund zu gründen, um zukünftigen Auszubildenden einen Einblick in die Vielseitigkeit des Berufes zu ermöglichen. An Bord sind drei Pflegeschulen und 47 Pflegeeinrichtungen. Der bereits unterzeichnete Vertrag regelt unter anderem die Durchführung der Ausbildung, gibt die Ausstattung und das Leistungsspektrum der Schulen vor, stellt Aufgaben der Schulen, der Träger und der Koordinierungsstelle dar und regelt die Vergütung für externe Einsatzstellen der Auszubildenden.

 

Zur Unterstützung der Einrichtungen hat der Landkreis Biberach eine Koordinatorin speziell für die Pflegeausbildung eingestellt. Mirjam Popp arbeitet seit September 2019 eng mit den Mitgliedern des Ausbildungsverbundes zusammen und unterstützt diese in der Planung der praktischen Ausbildung nach dem Pflegeberufe-Reformgesetz. Sie koordiniert die bereitgestellten Praxisplätze aller Einrichtungen des Ausbildungsverbundes. Das erleichtert den Auszubildenden die Suche nach den Einsatzstellen, die sie im Rahmen der Ausbildung durchlaufen müssen. Die ersten Auszubildenden beginnen ihre Ausbildung am 1. August 2020. Mirjam Popp ist gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Weiterbildung zur Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen. Seit 2005 arbeitet sie in den verschiedensten Bereichen der Alten- und Krankenpflege. BLIX fragte nach:

 

Frau Popp, wie können Sie den Interessierten konkret helfen?

Als neutrale Koordinierungsstelle arbeite ich eng mit den Schulen und derzeit 47 Einrichtungen der Alten- und Krankenpflege zusammen und kann direkte Ansprechpartner vermitteln. Gerne gebe ich auch Informationen zu Themen rund um die neue Pflegeausbildung an Interessierte weiter. Eine zusätzliche Unterstützung bietet die Ausbildungsplanung, die von mir für alle Auszubildenden individuell über drei Jahre hinweg erarbeitet wird, so dass alle Auszubildenden schon zu Beginn der Ausbildung wissen, zu welcher Zeit sie in welcher Einrichtung arbeiten dürfen. Durch die enge Zusammenarbeit aller an der Pflegeausbildung beteiligten Akteure und die zentrale Planung können wir den zukünftigen Pflegefachfrauen und Pflegefachmännern alle vorgesehenen Einsatzbereiche im Landkreis Biberach zur Verfügung stellen und eine hochwertige Ausbildung anbieten.

 

Was sind die Hürden, die potentielle Bewerber von einer Ausbildung abhalten?

Eine große Hürde sehe ich in den Änderungen zur bisherigen Ausbildung. Es ist etwas Neues, zwei Ausbildungen in einer und es gibt noch niemanden, der davon berichten kann. Unser Ausbildungsverbund arbeitet seit einem Jahr gemeinsam an der Umsetzung der Pflegeberufe-Reform. Zusätzlich haben sich unsere Schulen und alle Einrichtungen intern darauf vorbereitet, sodass wir jetzt bereit sind und uns darauf freuen, neue Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner ausbilden zu dürfen. 

 

Was verdient denn ein Azubi in der Pflege derzeit?

Da es in der Pflege keinen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag gibt, variiert die Vergütung zwischen den jeweiligen Ausbildungseinrichtungen. Als Anhaltspunkt dient der Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes. Dieser regelt die Vergütung (Stand 2019) wie folgt: im ersten Ausbildungsjahr circa 1.140 Euro monatlich/brutto, im zweiten 1.202 Euro und im dritten 1.303 Euro. 

 

Autorin: Andrea Reck

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