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Bad Waldsee - Keine eingefahrenen Wege, keine festgelegten Schrittfolgen: Personal Coach Marcus Frank verbindet mit seinem neuen Programm die Welt der Leichtathletik mit der des Tanzes. TangoAtheltics eben.

Sein Vater gab dem Heranwachsenden einst im heimatlichen Ochsenhausen den Rat: „Wenn du gut bist beim Autofahren und beim Tanzen hast du beste Chancen bei Frauen“, erinnert sich der Dreiundfünfzigjährige lachend. Das Tanzen hat er erst vor kurzem für sich entdeckt. Und ist sich schon sicher: „Durch Tanzen wird man ein besserer Mensch. Die Musik entspannt, der Spiegel des Stresshormons Cortisol sinkt wie beim Waldspaziergang.“ Dabei ist die von ihm entwickelte Bewegungsform auch geeignet für Anfänger und Menschen, die meinen, sie hätten zwei linke Beine. Aber ebenso für jene, die sich voll verausgaben wollen. Eigentlich die Quintessenz aus allem, was er jahrelang praktizierte: Elemente aus dem Krafttraining, dem Barfußgehen und dem Laufen. „80 Prozent Athletik und 20 Prozent tango-affine Übungen“, schätzt er.

Der Leichtathlet studierte Waldorfpädagogik mit dem Schwerpunkt Sport, arbeitete als Englischübersetzer und Konversationsdolmetscher, als Sport- und Englischlehrer am Institut auf dem Rosenberg in St. Gallen sowie als Waldorflehrer im pfälzischen Otterberg. “Ich bin jemand, der gerne ausprobiert. Extreme reizen mich. Meine innere Mitte finde ich über Extreme.“ Gerne erinnert er sich an seine Zeit als Tempomacher für Spitzensportler, aber auch an die Zeit als Lehrer. „Die gefühlvolle Welt findet man in der Waldorfpädagogik ebenso wie im Tango. Tango ist dabei mehr erdverbunden als Eurythmie. Traditionelle Muster von Ländern und Geschlechterrollen nach dem Motto, der deutsche Mann spielt Fußball, der Argentinier tanzt Tango, sind mir nicht wichtig. Ich darf als Mann auch Gefühle oder Tränen zeigen“, bringt er es auf den Punkt.

„Ich liebe Musik. Mögen Sie Udo Jürgens?“, fragt er unvermittelt. In dessen Texten findet er sich wieder, entdeckt gemeinsame Verhaltensmuster. „Außerdem bin ich ein großer Hamlet-Fan. Ich habe meine Diplomarbeit über dieses Thema geschrieben.“ Der Personal Coach, der mit seinem fünfzehn jährigen Sohn seit acht Jahren in Bad Waldsee lebt, scheut im Gespräch nicht zurück vor Superlativen. Sympathisch ist dabei seine Fähigkeit zur Selbstironie: „Ich agiere manchmal am Grat der Peinlichkeit mit meinen Ideen“, gibt er zu. Nicht alles endet erfolgreich. „Speedgolf hat sich nicht durchgesetzt“, bedauert er. Doch von seinem jüngsten Kind ist er natürlich vollkommen überzeugt: “Training im Sport ist oft mechanisch. Es sollte mehr beseelt sein. TangoAthletics macht man nur für sich. Über schöne, natürliche Bewegungen ohne Choreographie lässt sich eintauchen in eine neue Welt. Loslassen ist das Motto! Gepaart mit Athletik, je nach Fitnesslevel, und wunderbarer Musik. Für Karrierefrauen ist das oft eine ganz neue Erfahrung.“

Von seiner eigenen, strengen Tango-Lehrerin schwärmt er: “Sie ist 60 Minuten lang absolut präsent und hochkonzentriert bei der Arbeit.“ Wie auch er mit seinen Kunden, die er meist einzeln trainiert. Auf die Frage, wie er sich selbst fit hält, meint er: „Für mich alleine trainiere ich selten. Schließlich habe ich als Personal Coach den tollsten Job der Welt. Zurzeit spiele ich beispielsweise mit einem Kunden Tennis. Egal welche Sportart: Beim quality trainig bin ich hundert Prozent beim Gegenüber.“ Auf Wunsch macht er auch Gruppenangebote, vorzugsweise im Freien. Franks ganzheitliches Outdoor-Training richtet sich an Athleten und Athletinnen mit einer guten Grundlagen-Ausdauer. Kraft- und Athletiktraining sind genauso angesagt wie Laufstil-Optimierung und Verbesserung der Beweglichkeit. Da selbst TangoAthletics ohne Berührung auskommt, sind alle Trainingseinheiten auch unter Corona-Bedingungen gefahrlos zu absolvieren, betont der bewegungsfreudige Coach und geht fröhlich federnden Schrittes seinem nächsten Termin entgegen.

Infos unter: www.fitness-frank.de 

 

Text und Foto: Andrea Reck

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