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Laupheim - Die Stadt Laupheim steht vor einem Scherbenhaufen, zwischen Befürwortern eines Rathaus-Neubaus und den Unterstützern einer Sanierung des bisherigen Gebäudes geht es hoch her. Während in Laupheim über die Zukunft der Immobilie gestritten wird, haben in einigen Gemeinden sowie in der Stadt Biberach die Bürger die Wahl, wer ins Rathaus einziehen soll.

Kommunalpolitik ist hin und wieder ein stark vermintes Feld. Als Beispiel mag derzeit die Große Kreisstadt Laupheim dienen. Seit dem letzten Rathausneubau vor gut 40 Jahren ist Laupheim unangefochten die dynamischste Kommune im Landkreis Biberach. Was den Zuwachs bei den Einwohner- und Beschäftigungszahlen angeht, kann keine andere Gemeinde oder Stadt im Kreis mithalten. Die Ernennung zur Großen Kreisstadt Anfang 2016 belegt die Prosperität der Stadt zwischen Biberach und Ulm. Kein Wunder, dass das Rathaus mittlerweile aus allen Nähten platzt. Deshalb stellte sich die Frage, ob eine Sanierung des rund 40 Jahre alten Rathauses Sinn macht oder doch lieber ein neues gebaut werden soll.
Sowohl die Kosten für eine Sanierung (rund 13 Millionen) sind enorm und mit Risiken behaftet, ein noch Anfang des Jahres favorisierter Neubau (rund 20 Millionen) allerdings auch. OB Gerold Rechle musste nun im Juli überraschend eine ganz dicke Kröte schlucken: Nach dem Architekturwettbewerb lehnte der Gemeinderat den Neubau mit knapper Mehrheit ab. Als Rechle daraufhin in einem Interview Steuerverschwendung beklagte, folgte ein Eklat in einer Ratssitzung, als Teile des Rates mit Verweis auf dieses Interview die Sitzung verließen. Die Nerven liegen blank. Vielleicht ist das mittlerweile gestartete Bürgerbegehren geeignet, die Parteien wieder zusammenzuführen? Die Initiatoren möchten den Ratsbeschluss per Bürgerentscheid kippen, um doch noch einen Neubau zu erreichen. Voraussetzung für einen Bürgerentscheid ist allerdings, dass zunächst sieben Prozent der Laupheimer Wahlberechtigten (1211 Personen) dieses Ansinnen mit ihrer Unterschrift unterstützen. Sara Rieder, zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt, merkt dazu an: „Ich möchte darauf hinweisen, dass das Bürgerbegehren unabhängig von der Stadtverwaltung ist und wir als Stadtverwaltung hierbei in keinerlei Weise involviert sind.“

 

OB Zeidler Interview 4

Biberachs Oberbürgermeister Norbert Zeidler hat beste Chancen im Amt zu bleiben.

 

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Amtsinhaber Mario Glaser ist derzeit Schemmerhofens einziger Bürgermeisterkandidat.


Dagegen erscheinen andernorts anstehende Bürgermeisterwahlen als ein Klacks. Dabei ist das Amt eines Bürgermeisters alles andere als einfach. Vom ersten Bürger seiner Stadt/Gemeinde wird allzu oft erwartet, dass er oder sie überall und ständig präsent ist und in Zeiten von Social Media ist Kritik, die auch beleidigend sein kann, ebenfalls immer möglich. Leidtragende sind dabei oft die Familien. Klaus Bonelli, Hochdorfs langjähriger Bürgermeister, hat nach 21 Jahre die Reißleine gezogen und sein Amt zur Verfügung gestellt. Bisher haben sich in Hochdorf für die Nachfolger-Wahl am 8. November zwei Bewerber gemeldet. Wenig Spannung verspricht die Wahl in Schemmerhofen. Amtsinhaber Mario Glaser ist der einzige Kandidat bei der Wahl (18. Oktober). Ob die Biberacher OB-Wahl am gleichen Tage viel spannender wird? Neben Amtsinhaber Norbert Zeidler hat nur der freiberufliche Dienstleister Martin Kuhnke (Jahrgang 1988) seinen Hut in den Ring geworfen. Und nachdem Matthias Henne vor kurzem die Wahl in Bad Waldsee gewonnen hat, kämpfen nun vier Bewerber und eine Bewerberin um den vakanten Posten in Zwiefalten. Gewählt wird am 4. Oktober.
Attenweiler hat schon fertig, am 20. September wurde Martin Grootherder aus Herbertingen als Nachfolger von Monika Brobeil gewählt, die ebenfalls vorzeitig aus dem Amt schied.

 

Autor: Max Miller

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