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Weingarten - Die Vertreter der regionalen Wirtschaft haben in ihrer Sitzung der Vollversammlung der IHK Bodensee-Oberschwaben im Juli eine Resolution verabschiedet, die der Bedeutung des Friedrichshafeners Flughafens für die Region Nachdruck verleiht. Der Erhalt und die Weiterentwicklung des Flughafens als für die regionale Wirtschaft wichtige Verkehrsinfrastruktur ist der IHK ein zentrales Anliegen.

 

Der Bodensee-Airport habe in den letzten Jahren unverschuldet mehrere Airline-Insolvenzen zu verkraften. Als Regionalflughafen könne er die Mindereinnahmen nicht immer gleich kompensieren. Trotzdem sei es dem Bodensee-Airport im Gegensatz zu manch anderen Regionalflughäfen gelungen, im operativen Bereich fast immer schwarze Zahlen zu schreiben, betont die IHK. Als hinderlich erweist sich aus Sicht der IHK, dass der Bodensee-Airport im Gegensatz zu 16 größeren Flughäfen in Deutschland die Kosten für die Flugsicherung selbst trägt. Andernorts würden sie komplett über die staatliche Deutsche Flugsicherung (DFS) abgedeckt.

Der Flughafen Friedrichshafen steht auch politisch immer wieder auf der Agenda und erfährt teilweise Ablehnung. „Ein kritischer Blick ist immer richtig“, so Martin Buck, Präsident der IHK Bodensee-Oberschwaben. „Aber es ist auch wichtig, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Und dazu zählt auch, dass man die Bedeutung eines Flughafens an sich für die Region betrachtet und die langfristigen Konsequenzen für unseren Standort bedenkt. Diesen Beitrag möchten wir mit unserer Resolution leisten und gleichzeitig den Standpunkt der regionalen Unternehmen klarmachen “, so Buck.

Die Region Bodensee-Oberschwaben ist ein starker, wachsender Wirtschaftsstandort mit vielen international tätigen Unternehmen. Außerdem beheimatet sie internationale Fachmessen und ist eine bedeutende Tourismusregion. Infrastrukturell sei die Region aber benachteiligt, so die IHK. Ohne Autobahn, mit vielen Ausbaulücken und großem Nachholbedarf, der in absehbarer Zeit nur marginal verbessert werden könne. „Wir befinden uns geographisch in einer schwierigen Randlage und da ist der Regionalflughafen unser Tor zur Welt“, so Buck.

Da es öffentliche Aufgabe ist, den Ländlichen Raum zu fördern und die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse anzustreben, sieht die IHK hierfür die Teilkompensation der Mobilitätsnachteile der Region Bodensee-Oberschwaben durch eine öffentliche Unterstützung des Flughafens als angemessen an. Zum Thema Finanzierung betont Buck: „Es muss eine faire und sachliche öffentliche Diskussionen stattfinden, welche Zuschüsse und Unterstützungen dem Verkehrsträger Flughafen zuteil werden. Denn auch die anderen Verkehrsträger, wie zum Beispiel die Schiene, sind nicht in der Lage ihre Kosten selbst zu tragen. Wir dürfen hier nicht mit zweierlei Maß messen und wir sehen als IHK auch die Landesregierung in der Pflicht zu prüfen, ob und wie eine finanzielle Unterstützung bei notwendigen Investitionen aussehen könnte.“ „Auch sollte sich das Land gegenüber dem Bundesverkehrsministeriums für die Beseitigung des bestehenden Wettbewerbsnachteils bei der Flugsicherung stark machen“, fordert Buck.

Die Verabschiedung der Resolution am Mittwoch erfolgte einstimmig. „Ich freue mich über das klare Votum und die klare Botschaft aus den Reihen der regionalen Wirtschaftsvertreter. Es geht für die Wirtschaft der Region um mehr als nur um einen Regionalflughafen. Er ist eine elementare Infrastruktur für den Messestandort und eine Vielzahl von Unternehmen verschiedenster Branchen“, so Buck abschließend.

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