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Das mit der Kunst ist so eine Sache. Sie kann auch schiefgehen. Weniger die Kunst als deren Verwendung. Die Schwäbische Zeitung lieferte dafür auf der Titelseite am Samstag ein putziges Beispiel. Wobei es um ein wirklich wichtiges Thema ging. Nein, nicht Corona. Das Virus füllte nur den Rest der Seite, der noch übrig blieb rund um die halbseitige Fotomontage unter der Überschrift „3. Mai – Internationaler Tag der Pressefreiheit“.

Wichtiges Thema, keine Frage, in Zeiten wie diesen, denkt sich der geneigte Leser und ist Willens mehr darüber zu erfahren. Also liest man, was „Olafur Eliasson für die Zeitungen in Deutschland“ (Bildunterschrift) zu Papier gebracht hat. Es handelt sich dabei offensichtlich um ein Kunstwerk, denn Olafur Eliasson ist „ein dänischer Künstler isländischer Herkunft“, der in Berlin und Kopenhagen lebt, das verrät nicht die Bildunterschrift in der Zeitung, sondern der Klick zu Wikipedia. Der Künstler lässt auf der Titelseite der Schwäbischen Zeitung also wissen: „Wenn wir folgendes weiterhin erlauben (…), dann wird den Leser:innen (…) die Möglichkeit genommen (…) sinnvolle Entscheidungen für ihr Leben zu treffen.“ Und ungeschnörkelt wie isländischer Fußball bringt es der Däne auf den Punkt, was es zu verhindern gilt: „Die Konzentration von Medienbesitz“.
 
Sapperlot, da war doch was? Ach ja, das Wochenblatt vom gleichen Tag (2. Mai 2020) schlägt auf Seite 4 Alarm: „Regionale Medien im Überlebenskampf“ und warnt eindringlich vor einem „Medien-Monopol“. Die Chefredakteurin Karin Boukaboub meint damit die Medienkrake Schwäbisch Media, zu der bekanntlich auch mal das Wochenblatt gehörte und immer noch die Schwäbische Zeitung und vieles mehr gehört. Alles aus einer Hand, und das sowohl für die Leser als auch für die Anzeigenkunden, das widerspreche der Vielfalt und dem Wettbewerb, klagt die klamme Chefredakteurin vom Wochenblatt, das von Corona arg gebeutelt wird.
 
Wo das endet? Die SchwäZ weiß es, denn „die Konzentration von Medienbesitz“ nehme den Lesern die Möglichkeit, „sinnvolle Entscheidungen für ihr Leben zu treffen“, erklärt die Schwäbische Zeitung mit Hilfe der Kunst.
 
Aber das mit der Kunst ist so eine Sache. Sie kann auch schiefgehen. Siehe oben. „Eine sinnvolle Entscheidung für Ihr Leben zu treffen“, ist auf jeden Fall: BLIX zu lesen! Herzlichen Glückwunsch!
 

Autor: Roland Reck

 
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